Afrikanische Schweinepest: Sachsen setzt Kadaverspürhunde zur Fallwildsuche ein

22.04.2021, 09:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Ministerin Köpping: »Die Hilfe von Spürhunden beschleunigt das Auffinden infizierter Wildschweine«

Das Auffinden von mit dem ASP-Virus infizierten Fallwild ist ein wichtiger Bestandteil der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest, um die Infektionsketten zu unterbrechen. In der Vergangenheit kamen deshalb bereits Hunde im Restriktionsgebiet zum Einsatz. Zur Unterstützung der Kapazitäten vor Ort werden in den nächsten Wochen speziell ausgebildete Kadaversuchhunde eingesetzt.

Bei den Hunden handelt es sich um vier speziell ausgebildete Hundegespanne aus Mecklenburg – Vorpommern. Der Einsatz ist punktuell auf unterschiedlichen Flächen vorgesehen. Der Einsatz dieser speziell ausgebildeten Hunde soll eine schnellere und effektivere Fallwildsuche ermöglichen. Mit steigenden Temperaturen kann der Aufwuchs der Vegetation in den Wäldern das Auffinden von Kadavern erheblich erschweren. Kranke Wildschweine verstecken sich bevorzugt im Dickicht. In diesen Gebieten kann die empfindliche Spürnase eines Hundes wesentlich effektiver Kadaver auffinden. Der Einsatz von einem Kadaversuchhund ersetzt ungefähr 10 Fallwildsucherinnen und -sucher. Damit können schneller große Flächen abgesucht werden. Zudem ermöglichen Spürhunde zum Teil auch die Suche in für Menschen schwer zugänglichem Gelände wie Bergbauflächen und Teichlandschaften.

Sozialministerin Petra Köpping erklärt: »Wir müssen die infizierten Wildschweinkadaver möglichst schnell finden und bergen, denn je mehr verendete Tiere im Wald, auf Wiesen und Feldern liegen, umso länger kann das Virus überleben und sich ausbreiten. Deshalb unterstützen uns jetzt die Kadaverspürhunde. Um diese Hilfe dauerhaft zu haben, werden wir auch weitere Kadaverspürhunde ausbilden und regelmäßig einsetzen. Ergänzt wird die Suche durch Drohnen, welche im Übrigen auch zur Ortung von Wildschweinen zur Entnahme eingesetzt werden können. Gerade in den unzugänglichen Gebieten mit Tagebaurestlöchern und Teichlandschaften werden sie eine große Hilfe sein.«

Da es nur eine geringe Anzahl solcher speziell auf Wildschweinkadaver ausgebildete Hunde in Deutschland gibt, wird Sachsen eigene Hundeteams ausbilden, die nach abgeschlossener Ausbildung bevorzugt hier im Freistaat zum Einsatz kommen. Dazu laufen die Vorbereitungen. Langfristig plant das Sozialministerium in enger Kooperation mit dem Sachsenforst und den Jagdverbänden Ausbildungskurse für Kadaversuchhunde zu etablieren. In diesen Kursen können geeignete Hunde mit ihren privaten Hundeführern sich professionell ausbilden lassen. Ein entsprechendes Interessenbekundungsverfahren läuft derzeit über die Homepage des Landesjagdverbands Sachsen e.V.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
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