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Anhaltend niedrige Pegelstände in Sachsens Talsperren und Flüssen

04.02.2020, 14:09 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsminister Günther informiert das Kabinett über Auswirkungen der Wasserknappheit auf die Wasserversorgung

Nach mehr als zwei Jahren mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen und Temperaturen deutlich über dem langjährigen Mittel bewegen sich Pegelstände in Talsperren und Flüssen sowie Grundwasserstände weiterhin auf historisch niedrigem Niveau.

Über die Konsequenzen dieser Lage für die Wasser- und insbesondere für die Trinkwasserversorgung informierte Sachsens Umweltminister Wolfram Günther am Dienstagmorgen (04.02.) das Kabinett. »In zahlreichen sächsischen Fließgewässern herrscht seit vielen Monaten Niedrigwasser. Und wir haben in diesem Winter bisher keine Erholung. Im Gegenteil: Immer mehr Pegel zeigen Niedrigwasser an. Das ist untypisch für die Jahreszeit. Auch in einigen Talsperren ist die Lage kritisch. Wenn wir in den kommenden Wochen nicht ergiebige Niederschläge bekommen, kann es schon ab dem Frühsommer in einigen Gegenden Einschränkungen der Trinkwasserversorgung geben.«

Bereits am vergangenen Freitag (31.01.) hatte Staatsminister Günther zusammen mit der sächsischen Landestalsperrenverwaltung an der Trinkwassertalsperre Cranzahl darüber informiert, dass die Wasserabgabe aus der Talsperre in den Lampertsbach eingestellt werden musste, um den Wasservorrat für die Trinkwasseraufbereitung zu schonen. Auch die Niederschläge der vergangenen Tage haben bislang grundsätzlich nichts an der Situation verändert.

Staatsminister Günther sagte, aktuell gehe es darum, möglichst viel Wasser in den Talsperren zu halten und möglichst wenig in den Unterlauf abzugeben. Neben der Sicherung der Daseinsvorsorge gehe es auch darum, durch Mindestabflüsse die ökologischen Grundfunktionen zu gewährleisten. Als ein Lösungsansatz solle das bestehende Verbundsystem zwischen den Talsperren weiter ausgebaut werden. Die bestehenden Überlegungen dazu müssten nun konkretisiert werden, so Günther.

Die Waldschäden durch Dürre und Borkenkäfer hätten zudem dazu geführt, dass die Wälder in geringerem Umfang als bisher Wasser langfristig speichern könnten, was die Wasserabgabe an die Talsperren zusätzlich einschränke. »Wir beobachten hier die Auswirkungen des Klimawandels, ganz direkt bei uns vor Ort. Kommende Investitionen in Wasserversorgung, Waldrettung und Waldumbau sind Folgekosten des Klimawandels«, so der Minister.

Das kumulierte Niederschlagsdefizit in Sachsen im Dezember 2019 bei durchschnittlich 335 Litern pro Quadratmeter. Das entspricht etwa einem halben mittleren Jahresniederschlag in Sachsen. In einigen Regionen liegen die Defizite deutlich höher.

Zu den Trinkwassertalsperren mit besonders niedrigen Pegelständen gehören Cranzahl, Klingenberg-Lehnmühle, Lichtenberg, Gottleuba und Stollberg. Gut gefüllt hingegen ist die Talsperre Eibenstock, Sachsens größte Trinkwassertalsperre. Der Füllstand dort liegt derzeit bei 78 Prozent und umfasst rund 50 Millionen Kubikmeter.

Die 23 sächsischen Trinkwassertalsperren stellten im Jahr 2019 rund 93 Millionen Kubikmeter Wasser bereit und damit rund 40 Prozent des Rohwassers für die Trinkwasserversorgung im Freistaat.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Robert Schimke

Telefon: +49 351 564 20040

Telefax: +49 351 564 20065

E-Mail: robert.schimke@smul.sachsen.de

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