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Neue Kooperationen im Grenzgebiet Polen – Sachsen!

27.05.2018, 10:32 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Begleitausschuss bestätigt acht neue polnisch–sächsische Projekte

Das Kooperationsprogramm Polen-Sachsen 2014 – 2020 ermöglicht weitere acht Projekte zur Förderung des Gemeinsamen Natur- und Kulturerbes (Prioritätsachse I). Der Begleitausschuss des Programms bestätigte auf seiner zweitägigen Sitzung in Breslau am 23. und 24. Mai 2018 die grenzübergreifenden Gemeinschaftsprojekte, die mit insgesamt 7,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert werden. Die bestätigten Projekte sollen durch die Erhaltung und bewusste Nutzung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes das Fördergebiet attraktiver machen.

Etwa realisieren das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V., die TU Dresden und die Wojewodschaft Niederschlesien gemeinsam mit zehn kleinen und mittleren Städten aus dem Programmgebiet das Projekt „REVIVAL! – Revitalisierung der historischen Städte in Niederschlesien und Sachsen“. Daran beteiligt sind die sächsischen Städte Bautzen, Reichenbach und Zittau sowie die polnischen Gemeinden Miejska Bolesławiec, Gryfów Śląski, Miejska Kamienna Góra, Lubawka, Lubomierz und Żary sowie die Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Ziel des Projektes ist es, durch einen koordinierten Erfahrungsaustausch das (bau-) kulturelle Erbe dieser historischen Innenstädte zu erhalten und touristische Potenziale besser zu nutzen. Mit Maßnahmen wie den Aktionstagen „Lebendige Innenstadt“, einer Wanderausstellung zum Potenzial der Revitalisierung von Innenstädten, und einem Geocaching-Spiel soll die Zugänglichkeit des kulturellen Erbes verbessert und das Bewusstsein der Bevölkerung und Touristen hierüber gestärkt werden. Die Förderung beläuft sich auf rund 878 000 Euro.

Der Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien GmbH arbeitet gemeinsam mit dem Tourismusverband Niederschlesien an einer Erweiterung des bestehenden digitalen Informationssystems für Tourismusangebote Neisse:GO. Das interaktive Reiseplanungsportal enthält Auskünfte über aktuelle Fahrpläne des öffentlichen Personennahverkehrs sowie das Wander- und Radwegenetz, detaillierte Informationen zu touristischen Zielen, wie z. B. Kultureinrichtungen und Naturschutzgebieten sowie Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomieangebote. Im Rahmen des Projektes mit dem Titel „Neisse:GO – verbindet Länder“ werden im Dreiländereck die Grundlagen zum trinationalen Ausbau des Systems geschaffen, kartografische Systeme zusammengeführt, notwendige infrastrukturelle und touristische Datenbestände erfasst und das Gesamtsystem um die polnische Sprache ergänzt. Ziel ist es, die touristische und infrastrukturelle Zugänglichkeit der Euroregion zu verbessern. Die Förderung beträgt rund 667 000 Euro.

Um eine deutsch-polnische Idee für die touristische Bewirtschaftung der Wälder zu erarbeiten, haben sich Nadleśnictwo Świeradów und die Stadt Zittau zu einem gemeinsamen grenzüberschreitenden Projekt zusammengefunden. Im Rahmen des Projektes werden touristische Wanderwege (Trasse Goldbachweg und Trasse auf der alten Bobbahn) wieder nutzbar und kulturelle Ausflugsziele (Kelchstein, Aussichtsturm auf Czerniawska Kopa) zugänglich gemacht. Zusätzlich tragen der Austausch von Best-Practice-Beispielen zwischen den Partnern sowie die Natur- und Waldbildungsangebote für eine bewusste Nutzung des Waldes zur Steigerung der (touristischen) Attraktivität der Region bei. Die Förderung beläuft sich auf rund 673 000 Euro.

Im Rahmen des Projektes „Entdecke geologische Schätze der Oberlausitz und Niederschlesiens“ setzt sich der Förderverein Lausitzer Findlingspark Nochten e. V. gemeinsam mit der Stadt Löwenberg und der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH für eine bessere touristische Nutzung der geologischen Attraktionen beiderseits der Grenze ein. Maßnahmen, wie die Entwicklung von multimedialen Dauerausstellungen über die geologischen Besonderheiten der Region, die Organisation deutsch-polnischer Veranstaltungen, die Verbesserung der mehrsprachigen geotouristischen Informationen und Angebote sowie breit aufgestellte Marketingmaßnahmen sollen den Grundstein für die Etablierung eines grenzüberschreitenden geotouristischen Produktes legen. Die Förderung beträgt rund 414 500 Euro.

Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt lobt das Programm und weist auf die laufenden und künftigen Aufrufe für Projektanträge hin: „Noch bis zum 29. Juni 2018 können Projekte der grenzübergreifenden Aus- und Weiterbildung eingereicht werden. Für Projekte der Prioritätsachse IV zur Stärkung der institutionellen Zusammenarbeit ist das Aufrufverfahren vom 29. Mai bis zum 29. Juni 2018 geöffnet. Auch für Projekte zur Stärkung des Gemeinsamen Natur- und Kulturerbes gibt es vom 1. Oktober bis 30. November 2018 erneut die Gelegenheit zur Einreichung. Beteiligen Sie sich an diesen Aufrufen mit geeigneten Projektideen und -partnerschaften! Unterstützung bei Fragen zur Antragstellung und Projektumsetzung bieten der Regionale Kontaktpunkt in Görlitz und das Gemeinsame Sekretariat in Wrocław.“

Hintergrund:

Das Kooperationsprogramm INTERREG Polen - Sachsen 2014 – 2020 unterstützt Vorhaben, die im polnisch-sächsischen Grenzraum umgesetzt werden und zur Lösung gemeinsamer Herausforderungen der regionalen Entwicklung beitragen. Das Fördergebiet erstreckt sich auf deutscher Seite auf die Landkreise Görlitz und Bautzen sowie auf der polnischen Seite auf die Unterregion Jelenia Góra in der Wojewodschaft Niederschlesien und den Landkreis Żarski in der Wojewodschaft Lubuskie. Das Kooperationsprogramm unterstützt die grenzübergreifende Zusammenarbeit in den Bereichen (Prioritätsachsen): Gemeinsames Natur- und Kulturerbe, Regionale Mobilität, Grenzübergreifende Aus- und Weiterbildung sowie Partnerschaftliche Zusammenarbeit und institutionelles Potenzial. Hierfür stehen 70 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Seit dem Programmstart wurden bereits 45 grenzübergreifende Projekte mit einem Fördervolumen von rund 55 Millionen Euro bestätigt.

Informationen zum Kooperationsprogramm und zu den Förderbedingungen:
www.plsn.eu


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Frank Meyer

Telefon: +49 351 564 20060

Telefax: +49 351 564 20065

E-Mail: presse@smul.sachsen.de

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