Auftakt zum Naturschutzgroßprojekt »Grünes Band Dreiländereck Bayern-Sachsen-Thüringen«

06.07.2026, 10:11 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Am Montag (06.07.) ist das Naturschutzgroßprojekt (NGP) »Grünes Band Dreiländereck Bayern – Sachsen – Thüringen« offiziell gestartet. Bei der Auftaktveranstaltung in Mödlareuth übergaben die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Bettina Hagedorn, Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber, Sachsens Umweltstaatssekretär Ulrich Menke und Karin Arndt, Umweltstaatssekretärin Thüringen, die Förderurkunde an den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) für das auf drei Jahre angelegte Projekt.

Das Vorhaben umfasst die Planung landschaftsgestaltender Maßnahmen des gemeinsam vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und den Ländern Bayern, Sachsen und Thüringen im Rahmen des Programmes »chance.natur« geförderten Naturschutzgroßprojekts. Die Kosten für die Planungsphase in Höhe von rund einer Million Euro werden zu 75 Prozent vom Bund finanziert. Weitere 15 Prozent tragen Bayern, Sachsen und Thüringen entsprechend ihres Flächenanteils. Zehn Prozent übernimmt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). Langfristiges Ziel des Naturschutzgroßprojekts ist es, das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie an der Grenze zur Tschechischen Republik auf einer Länge von insgesamt rund 112 Kilometer als länderübergreifenden Biotopverbund zu stärken und weiterzuentwickeln. Dazu gehören der Ausbau der Biotopvernetzung sowie die Biotopgestaltung und -entwicklung für ausgewählte Arten und Lebensräume.

Staatssekretär Ulrich Menke: »Am Grünen Band sind während der deutsch-deutschen Teilung und nach der Wiedervereinigung einzigartige Lebensräume für gefährdete Pflanzen und Tiere entstanden. Zudem ist es ein Ort, an dem das Andenken an die Teilung wachgehalten und für die Menschen erlebbar wird. Das Naturschutzgroßprojekt, dessen Auftakt wir heute feiern, steht für den Freistaat Sachsen in einer Reihe von guten Entwicklungen für die Natur und Artenvielfalt im sächsischen Abschnitt des Grünen Bands. Erst im April dieses Jahres hat Sachsen diesen Teil als sein erstes Nationales Naturmonument ausgewiesen. Dieses sehr junge Schutzgebiet bringen wir in das gemeinsame Naturschutzgroßprojekt der drei Freistaaten als kleinen und gleichzeitig wertvollen Teil des Grünen Bandes ein. Damit verbinden wir den Wunsch, die schützenswerten Flächen im Grünen Band mit anderen Bereichen zu vernetzen und die einst trennende Grenze zum verbindenden Lebensraum gemeinsam zu weiterzuentwickeln.«

Das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze bildet mit einer Gesamtlänge von 1.393 Kilometern das größte Biotopverbundsystem Deutschlands. Das Gebiet ist geprägt von naturnahen Offenland-, Wald- und Gewässerkomplexen sowie einigen gut erhaltenen Feuchtgebieten und Mooren. Es bietet zahlreichen seltenen und bedrohten Pflanzen und Tieren einen Lebens- sowie Rückzugsraum und ist zudem ein wichtiger Wanderkorridor. Das Grüne Band ist gleichzeitig mit den erhaltenen Grenzbefestigungs- und -sicherungsanlagen sowie Kolonnenwegen eine Erinnerungslandschaft und lebendiger Gedenkort für die deutsch-deutsche Teilung.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecherin Corinna Saring
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: presse@smul.sachsen.de
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