Sanierung des »Grünen Grabens« erfolgreich abgeschlossen
21.05.2026, 11:43 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Nach rund fünf Jahren Bauzeit ist am Donnerstag (21.5.) der historische »Grüne Graben« im Schwarzwassertal im Erzgebirge offiziell wiedereröffnet worden. Damit ist das einmalige Kulturdenkmal nach aufwändiger Sanierung wieder für die Öffentlichkeit vollständig zugänglich und erlebbar. An der feierlichen Einweihung und einer geführten Fachwanderung nahmen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Forstminister Georg-Ludwig von Breitenbuch und der Marienberger Oberbürgermeister André Heinrich teil. Der rund acht Kilometer lange Wassergraben zählt zu den bedeutendsten technischen Denkmalen der Bergbaugeschichte des Erzgebirges und ist als montanhistorisches Denkmal geschützt. Bauherr und Auftraggeber der Baumaßnahme ist der Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Marienberg, mit Unterstützung der Großen Kreisstadt Marienberg.
Ministerpräsident Michael Kretschmer: »Die Vollendung des Bauvorhabens ›Grüner Graben‹ ist ein starkes Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit unserem kulturellen Erbe. Durch die Freigabe des letzten Abschnitts erhalten die Menschen im Erzgebirge einen beliebten Wanderweg zurück. Der Erhalt dieses bedeutenden Denkmals, das bergmännische Wasserbaukunst bewahrt, ist zugleich ein wichtiges Stück sächsischer Bergbaugeschichte für kommende Generationen. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten für ihr langjähriges Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz.«
Forstminister Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Mit dem ›Grünen Graben‹ ist ein Meisterstück des technischen Könnens unserer Vorfahren in der Montanregion wiedererstanden. Im Rahmen der nachhaltigen und multifunktionalen Bewirtschaftung des Staatswaldes ist uns der Erhalt historischer Bauwerke im Wald ein außerordentlich wichtiges Anliegen. Besonders freut mich, dass bei der Sanierung von Brücken und Hangbefestigungen der nachhaltige Baustoff Holz umfassend zum Einsatz kam. Die erfolgreiche Maßnahme ist das Werk vieler Engagierter und Ergebnis der hervorragenden Zusammenarbeit insbesondere vom Forstbezirk Marienberg und der Stadt Marienberg. Ihnen und den ausführenden Unternehmen sowie Genehmigungsbehörden gilt mein großer Dank. Sie haben mit ihrer Arbeit dazu beigetragen, dieses Kulturdenkmal mit seiner wunderbaren Kombination von Natur und alter Technik für die Menschen aus der Region und für Besucher zu erhalten.«
Ingo Reinhold, Leiter Forstbezirk Marienberg: »Ich freue mich sehr darüber, dass wir als Verwalter und Bewirtschafter der landeseigenen Wälder am ›Grünen Graben‹ mit der heutigen Wiedereröffnung ein Versprechen einlösen können, das wir der Stadt Marienberg vor etwa zwölf Jahren gegeben haben – alles Notwendige dafür zu tun, dass der ›Grüne Graben‹ als bedeutendes Denkmal der Bergbaugeschichte im mittleren Erzgebirge dauerhaft erhalten bleibt und sich Einwohner und Gäste der Stadt daran erfreuen können.«
Der »Grüne Graben« ist ein im 17. Jahrhundert angelegter Wassergraben, für den Wasser bei Kühnhaide aus der »Schwarzen Pockau« abgezweigt und über die Wasserscheide nach Pobershau geleitet wurde, um Antriebsenergie für Bergwerksanlagen zu gewinnen. Heute ist die Anlage, an dem ein Wanderweg mit beeindruckenden Aussichtspunkten entlangführt, als »technisches Denkmal« geschützt und Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes »Montanregion Erzgebirge«.
Die Sanierungsarbeiten, die überwiegend von heimischen Bauunternehmen ausgeführt wurden, begannen im Jahr 2021. Dabei wurden das Grabenprofil sowie Mauern wiederhergestellt, Böschungen befestigt und Zuflüsse saniert. Zudem sind bestehende Fußgängerbrücken zur Grabenquerung erneuert und weitere fünf neu gebaut worden, unter anderem unter Verwendung von Robinienholz. Der Freistaat Sachsen stellte für die Sanierung der etwa sechs Kilometer langen, auf landeseigenen Waldflächen gelegenen Abschnitte des Grabens etwa drei Millionen Euro zur Verfügung. Finanziert wurden die Restaurierungsarbeiten aus Mitteln des Sofortprogramms START 2020 sächsischen Staatsregierung.