Afrikanische Schweinepest in Sachsen erneut ausgebrochen

02.04.2026, 07:43 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Ministerin Köpping: »Erneuter Fall trifft uns hart aber nicht unvorbereitet«

Die Afrikanischer Schweinepest (ASP) ist in Sachsen erneut ausgebrochen. Am 31. März 2026 wurde bei einem verendet aufgefundenen Wildschwein in den Königshainer Bergen das ASP-Virus nachgewiesen. Es handelt sich um ein männliches Tier, dessen Alter auf höchstens zwei Jahre geschätzt wird. Das nationale Referenzlabor für Tierseuchen am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte den Befund der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen. Es wird geprüft, ob es sich um einen Neueintrag handelt. Das Landestierseuchenbekämpfungszentrum der Landesdirektion Sachsen hat die Arbeit wieder aufgenommen und erste Sofortmaßnahmen werden veranlasst. So wurden Kadaversuchhundegespanne und Drohnen mit der intensiven Fallwildsuche beauftragt. Der Rückbau der Zäune wurde im Umkreis von 10 Kilometern um den Fundort im Landkreis Görlitz gestoppt. Derzeit wird geprüft, ob und in welchem Radius neue Zäune errichtet werden müssen.

Die für Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerin Petra Köpping erklärt: »Der erneute Fall trifft uns hart, aber nicht unvorbereitet. Wir wollten eigentlich gerade allen an der erfolgreichen ASP-Bekämpfung Beteiligten unseren Dank aussprechen. Doch wir beginnen nun nicht bei Null. In den letzten fünfeinhalb Jahren haben wir viel Erfahrung im Umgang mit dieser Tierseuche gewonnen. Gemeinsam mit den regionalen Veterinärbehörden, den Jägern und Landwirten sind wir ein eingespieltes Team. Auf dieses enge Miteinander vertrauen wir erneut, um eine Ausbreitung dieser Tierseuche von dem neuen Fundort aus zu verhindern.«

Der Freistaat Sachsen galt seit dem 5. Februar 2026 als ASP-frei. An dem Tag lag der letzte Fall genau ein Jahr zurück. Daraufhin erlaubte die EU-Kommission auf Beantragung Sachsens die Aufhebung der Restriktionszonen.

Hintergrund:

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Überlebende Tiere entwickeln keine Immunität gegen das Virus, sie können sich erneut anstecken. Es gibt bisher keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Möglich ist die Übertragung auch durch Nahrungsmittel, für die mit dem ASP-Virus infiziertes Fleisch verarbeitet wurde. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich. Am 10. September 2020 wurde in Brandenburg ein erster Fall von ASP bei einem Wildschwein in Deutschland bestätigt. Am 31. Oktober 2020 gab es den Indexfall in Sachsen. Seitdem wurden ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern festgestellt. In Sachsen wurden nun insgesamt 2399 ASP-Fälle nachgewiesen. In Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Rheinland-Pfalz wurden seit 2022 auch Fälle in Hausschweinbeständen nachgewiesen. Das derzeit in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in der Wild- und Hausschweinepopulation aktive ASP-Geschehen hat keinen Zusammenhang mit dem Geschehen in Sachsen und Brandenburg. Genomanalysen zeigten, dass es sich um einen anderen Virustyp mit Herkunft aus Südosteuropa handelt. Die Einschleppung erfolgte vermutlich durch den Menschen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
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