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Klimaschutzminister Günther: »Ausstoß von Treibhausgasen muss in Sachsen schnell und deutlich sinken«

22.11.2022, 13:21 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Entwicklung stagniert seit 2001 – Treibhausgasbericht vorgelegt

Die Emissionen von Treibhausgasen (THG) sind zwischen 1990 und 2019 in Sachsen um rund 55 Prozent zurückgegangen. Wurden im Jahr der Wiedervereinigung noch 117,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen, sank der Wert bis 2019 auf 52,6 Millionen Tonnen. Zugleich stagniert die Entwicklung seit 2001. Dies geht aus dem ersten Bericht zu den Treibhausgasemissionen in Sachsen hervor. Größte Emittentengruppe sind Großfeuerungsanlagen (58 Prozent aller THG-Emissionen). Hiervon wiederum hatten die Braunkohlekraftwerke 2019 einen Anteil von 90 Prozent. Die zweitgrößte Quelle ist der Verkehr mit einem Anteil von 17 Prozent.

Klimaschutzminister Wolfram Günther: »Der Befund ist ganz klar: Der Ausstoß an Treibhausgasen muss in Sachsen deutlich und schnell sinken. Das zeigen die Zahlen eindrücklich. Hier hat sich in den letzten zwanzig Jahren zu wenig getan. Dass die Emissionen trotz Wirtschaftswachstum und gestiegenem Verkehrsaufkommen in etwa stagnieren, ist allein ein Ergebnis höherer Energieeffizienz. Für den Klimaschutz aber braucht es eine umfassende Reduktion von Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Gasen. Je länger wir warten, desto gravierender die Folgen und desto einschneidender die notwendigen Schritte, um die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Die Dürre- und Hitzejahre seit 2018, die Schäden in Wald, Gewässern und Landwirtschaft zeigen, wohin wir steuern, wenn wir nicht handeln. In Sachsen haben wir mit dem Energie- und Klimaprogramm von 2021 einen klimapolitischen Paradigmenwechsel eingeleitet. Aber wir sind immer noch beim Aufräumen. Sachsens Beitrag zum Klimaschutz und zum Ausbau der erneuerbaren Energien muss deutlich größer werden.«

Der Bericht zu den Treibhausgasemissionen ist Teil eines Umsetzungsberichts zum Energie- und Klimaprogramm EKP. Demnach zeigt sich, dass der Energieverbrauch seit 2001 ebenfalls in etwa gleichgeblieben ist. Nur leicht verändert hat sich die Zusammensetzung der Energieträger. Hier haben die Erneuerbaren Energien anteilsmäßig leicht zugenommen, während der Anteil von Mineralöl abgenommen hat. Der EKP-Umsetzungsbericht beinhaltet insbesondere fachliche Grundlagen für das künftige Monitoring.

»Der zu geringe Ausbau der erneuerbaren Energien zeigt sich vor allem im Bereich Windenergie. Deshalb lösen wir hier die Bremsen. Klimaschutz geht nur mit Energiewende. Deshalb bringen wir die Stromerzeugung aus Wind und Sonne genauso voran wie die Nutzung von grünem Wasserstoff und anderen grünen Gasen. Und all das werden wir künftig anhand von Indikatoren nachhalten«, so Günther weiter.

Der Bericht wurde heute dem Kabinett vorgelegt und wird in Kürze auch dem Landtag übermittelt. Die THG-Berichterstattung ist im sächsischen Koalitionsvertrag verankert.

Hintergrund:
Neben CO2 sind andere Treibhausgase wie Methan oder N2O (Lachgas) von Bedeutung. Sie haben zwar zusammengenommen nur einen Anteil von rund fünf Prozent an den THG-Emissionen in Sachsen, sind jedoch viel klimawirksamer. So ist der Treibhauseffekt von Methan um das 25-fache, von Lachgas um fast das 300-fache höher als die Wirkung von Kohlendioxid. CO2-Äquivalente als einheitliche Werte für die Menge an klimawirksamen Gasen berücksichtigen die unterschiedlichen Klimawirksamkeiten und beinhalten die entsprechenden Umrechnungen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Robert Schimke
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: robert.schimke@smekul.sachsen.de
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