Studie bestätigt: Sachsens Flughäfen sind von hohem volkswirtschaftlichen Nutzen
20.01.2026, 14:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die beiden Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden sind von großem volkswirtschaftlichen Nutzen für den Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln Consult erstellt worden ist. Mit beiden Flughäfen werden eine Bruttowertschöpfung von insgesamt 4,6 Milliarden Euro erzielt sowie 52.276 Arbeitsplätze gesichert. Die Steuereinnahmen betragen jährlich 875 Millionen Euro. Damit übersteigen die Steuereinnahmen auf Länder- und kommunaler Ebene die getragenen Kosten um mehr als das Sechsfache. »Beide Flughäfen sind die Lebensader für die mitteldeutsche Region«, sagte Finanzminister Christian Piwarz bei der Vorstellung der Studie am Dienstag (20. Januar) in Dresden.
Derzeit durchlebt die MFAG einen schwierigen Restrukturierungs- und Konsolidierungsprozess mit schmerzhaften Einsparungen, einschließlich eines massiven Stellen- und Personalabbaus. Trotz eines weiter sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfelds befindet sich die MFAG erfolgreich auf Sanierungskurs und hat die Chance, eben diesen Sanierungsprozess in 2026 erfolgreich zu verlassen. Vor diesem Hintergrund kündigte der Finanzminister an, die finanzielle Unterstützung an die MFAG bis 2030 grundsätzlich auf Null zurückzufahren.
Forderungen an den Bund
Gleichzeitig forderte er die Bundesregierung auf, die Standortkosten für deutsche Flughäfen zu senken. »Die Luftverkehrsteuer und die Sicherheitsgebühren müssen runter. Im Wettbewerb mit europäischen Ländern droht der deutsche Flugverkehr sonst weiter abzustürzen. Die Wirtschaft muss es letztendlich ausbaden, wenn die Airlines Deutschland meiden und auf europäische Nachbarländer ausweichen.«
Volkswirtschaftlicher Nutzen der Flughäfen
Der Studie zufolge gehen von beiden Flughäfen große direkte und indirekte Effekte für die Gesamtwirtschaft aus. Jeder Euro Wertschöpfung an einem der Flughäfen erzeugt weitere 1,50 Euro Wertschöpfung in der Gesamtwirtschaft. Jeder direkt Beschäftigte führt im Mittel zu rund zwei zusätzlichen Arbeitsplätzen. Etwa zwei Drittel des Gesamteffektes verbleibt in Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Zudem bestätigt die Studie die große Bedeutung der sächsischen Flughäfen für die Industrie, Wissenschaft und den Tourismus. Der Flughafen Leipzig/Halle ist Deutschlands zweitgrößter Luftfrachtstandort und wird gleichzeitig als eine Grundvoraussetzung für die am Standort sich entwickelnde Luftfahrtindustrie betrachtet. Gleiches gilt für den Flughafen Dresden. Darüber hinaus hat der Dresdner Flughafen zudem eine große Bedeutung für Hightech-Branchen und Wissenschaft. »Ohne die beiden Flughäfen wäre die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Metropolregion Mitteldeutschland und der Hochtechnologie-Cluster in der Region Dresden nicht denkbar«, machte Finanzminister Christian Piwarz deutlich.
Vereinbarung zwischen Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt
Der Finanzminister kündigte darüber hinaus an, die finanzielle Unterstützung an die MFAG abzuschmelzen. »Doch solange der tiefgreifende Sanierungsprozess nicht abgeschlossen ist, werden der Freistaat Sachsen und Sachsen-Anhalt der MFAG Aufwendungen nichtwirtschaftlicher Art wie zum Beispiel für Sicherheit und Feuerwehr teilweise erstatten«, sagte Christian Piwarz. So sieht eine neue Vereinbarung zwischen dem Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt vor, dass Kompensationsleistungen für die MFAG von insgesamt 37 Millionen (Mio.) Euro in 2026 auf 28 Mio. Euro in 2027, 21 Mio. Euro in 2028, 13 Mio. Euro in 2029 und schließlich auf Null ab 2030 gesenkt werden. An dem Kostenersatz beteiligen sich der Freistaat Sachsen zu 81,3 Prozent und das Land Sachsen-Anhalt zu 18,7 Prozent. Der Beitrag des Landes Sachsen-Anhalt dient dabei ausschließlich der Unterstützung für die Wahrnehmung von Aufgaben am Flughafen Leipzig/Halle. Es wird erwartet, dass die MFAG ab 2030 ohne staatliche Unterstützung auskommt.
Der Flughafen Dresden ist hingegen essenziell für den Freistaat Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden. Hier befinden sich das europäische Zentrum der Mikroelektronik, ein exzellenter Wissenschafts- und Hochschulstandort, die Luftfahrtindustrie sowie ein bedeutender Kultur- und Tourismusstandort. Der Dresdner Flughafen schafft eine wichtige Erfolgsgrundlage dafür. Vor diesem Hintergrund erhält der Flughafen Dresden ab 2027 und bis zunächst 2030 einen Strukturausgleich für Kosten nichtwirtschaftlicher Art in Höhe von jährlich neun Mio. Euro. Diese Summe wird ausschließlich durch die sächsische Seite erbracht. Die Vereinbarung muss noch von den Ministerpräsidenten beider Länder unterzeichnet werden und steht unter Hauhaltsvorbehalt, so lange die beiden Länderhaushalte von den Landtagen nicht beschlossen wurden.