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Wiederholte Nutztierrisse im Raum Dresden

01.07.2020, 14:41 Uhr — 2. Korrektur (aktuell)

Fachstelle Wolf rät Tierhaltern Herdenschutz zu überprüfen

Seit Montag, 29. Juni gab es am Stadtrand der Landeshauptstadt Dresden, östlich der Dresdner Heide, täglich Übergriffe auf Schafe, bei denen insgesamt 12 Tiere getötet beziehungsweise verletzt wurden. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute in Dresden mit. Dabei stellten die Rissbegutachter der Fachstelle Wolf des LfULG anhand der vorgefundenen Merkmale in allen drei Fällen mit hoher Sicherheit den Wolf als Verursacher fest. Die Schafe waren jeweils leichte Beute für den Wolf, da die vorgefundenen Schutzmaßnahmen nicht den geforderten Mindestschutzkriterien entsprachen.

Die Risse ereigneten sich im Bereich der Dresdner Heide. Das Territorium des dort ansässigen Rudels erstreckt sich über die Dresdner Heide und die angrenzenden Felder und Wiesen. Obwohl die Risse nahe der Wohnbebauung stattfanden, bestand für die Bevölkerung keine Gefahr. Wölfe bewegen sich auf ihren Streifzügen durch unsere Kulturlandschaft auch siedlungsnah oder gelegentlich innerhalb der Wohnbebauung. Es handelt sich dabei um kein auffälliges oder gar als dem Menschen gegenüber gefährlich einzustufendes Verhalten. Der Wolf scheut, wie andere Wildtiere auch, den direkten Kontakt zu Menschen.

Hauptsächlich macht der Wolf Jagd auf Wildtiere. Stößt er auf seinen Streifzügen auf unzureichend oder gar nicht geschützte Haus- und Nutztiere, sind diese eine leichte Beute. Wölfe, die immer wieder auf ungeschützte oder nicht ausreichend geschützte Nutztiere treffen, lernen sehr schnell, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind als wildlebende Beutetiere. Das kann dazu führen, dass Wölfe gezielt versuchen, Nutztiere zu reißen und dabei auch empfohlene Schutzmaßnahmen überwinden.

Aus diesem Grund rät die Fachstelle Wolf insbesondere Haltern von Schafen, Ziegen und Gatterwild auf einen wirksamen Herdenschutz zu achten. Dazu gehört auch, die Schutzmaßnahmen regelmäßig auf Schwachstellen zu überprüfen. Jeder Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern, der seine präventiven Herdenschutzmaßnahmen zum Schutz vor Wolfsübergriffen verbessern möchte, kann einen Förderantrag stellen. In Sachsen werden eine Anzahl von Schutzmaßnahmen zu 100 Prozent gefördert. Bei Fragen zu Herdenschutzmaßnahmen oder zur Präventionsförderung können sich Tierhalter an den Herdenschutzbeauftragten Ulrich Klausnitzer wenden. Die Beratung ist kostenfrei: Telefon 0151/50551465, mailto:Herdenschutz@Klausnitzer.org

Die Fachstelle Wolf beobachtet die Situation rund um die Dresdner Heide weiter. Hinweise aus der Bevölkerung sind dabei eine wertvolle Unterstützung.
Wer einen Wolf oder ein wolfsähnliches Tier in der Region sichtet, soll das bitte bei der Fachstelle Wolf melden: fachstellewolf.lfulg@smul.sachsen.de, Telefon 035242 6318201.

Für die Meldung von Nutztierrissen sowie toten, verletzten oder auffälligen Wölfen in Sachsen gibt es eine kostenlose 24h-Hotline: 0800 555 0 666


Kontakt

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Pressesprecherin Karin Bernhardt

Telefon: +49 351 2612 9002

Telefax: +49 351 4511 9283 43

E-Mail: karin.bernhardt@smul.sachsen.de

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