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13.09.2018, 11:00 Uhr

Strukturwandel in der Lausitz: Wissenschafts- und Kunstministerin fordert Einbeziehung der Menschen

Dr. Eva-Maria Stange: „Einen Strukturbruch wie nach der Wiedervereinigung darf es nicht noch einmal geben“

„Der bevorstehende Strukturwandel in der Lausitz energie- und umweltpolitisch notwendig, somit gewollt und vor allem durch den Bund gesetzt. Dies verpflichtet den Bund auch dazu, sich während der gesamten Strukturwandelphase spürbar zu beteiligen. Dafür braucht es sowohl neue Entwicklungskonzepte als auch Investitionsmöglichkeiten“, erklärt Sachsens Wissenschafts- und Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange auf der heutigen Strukturkonferenz von Domowina und Zukunftswerkstatt Lausitz in Senftenberg. Die Ministerin fordert: „Einen Strukturbruch wie nach der deutschen Wiedervereinigung darf es nicht noch einmal geben! Um Innovationen für die Lausitz zu kreieren, die auf gewachsene Unternehmensstrukturen und auf den Kompetenzen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – besonders im Energiebereich – aufbauen, müssen wir unsere Hochschulen und Forschungseinrichtungen umfassend beteiligen.“

Laut Ministerin Dr. Stange müssten die Mittel für die Lausitz und die anderen Strukturwandelregionen möglichst unbürokratisch verteilt werden. Die Lausitz sei vom Strukturwandel und dem Ende der Braunkohleindustrie wesentlich stärker betroffen als alle anderen Regionen. Dies sollte sich in den Finanzhilfen bemerkbar machen. Dabei gehe es verstärkt darum, so die Ministerin, Angebote an Infrastruktur, öffentlichem Nahverkehr, ärztlicher Versorgung, Schulen und Behörden zu machen, um die Attraktivität der Region für die dort lebenden Menschen zu erhöhen. Das könne Abwanderung verhindern und Zuzug schaffen. Der Ausbau des Breitbandnetzes sowie die Installation des 5G-Netzes der Zukunft zähle ebenso dazu wie der Ausbau von Straßen und Schienenwege wie der Bahnverbindung Berlin-Görlitz-Dresden.

Staatsministerin Dr. Stange mahnt: „Bei allem Finanziellen und Wirtschaftlichen geht es vor allem darum, die Menschen mitzunehmen. Wir müssen ihnen ausreichend Möglichkeiten geben, sich einzubringen, weiterzubilden sowie sich in Vereinen, in der Kultur und der Feuerwehr zu engagieren. Denn diese Strukturen schaffen erst ein Gefühl von Heimat, Identität und Anerkennung gelebter Traditionen. Erst dann kann Optimismus entstehen und der Strukturwandel als Chance gesehen werden. Dann erst werden die Lausitzerinnen und Lausitzer auch bereit sein, sich für ihre Heimat einzubringen und für den strukturellen Wandel einzusetzen.“

In dem Zusammenhang verweist die Ministerin auf die besondere Beachtung der sorbischen und wendischen Interessen bei der Planung des Strukturwandels. „Es ist gut, dass die Domowina als Dachverband und Interessenvertretung der rund 60.000 Sorben und Wenden mit dieser Konferenz in die Offensive geht. Ich halte das für ungemein wichtig, denn auch wenn die Sorben eine Minderheit sind, verfügen sie doch über die Erfahrung, die Kompetenzen und das Interesse, den Strukturwandel ihrer Heimatregion mitzugestalten und gleichzeitig den Charakter der Lausitz zu erhalten. Immerhin ist die Lausitz als Region ohne ihre sorbisch-wendische Historie sowie deren kulturelle Identität nicht zu denken. Die über Jahrhunderte bis heute gelebte Zweisprachigkeit und kulturelle Vielfalt bietet für mich ein faszinierendes Alleinstellungsmerkmal. Mein Ministerium erhält und schafft mit Hilfen zur Belebung des Gebrauchs der sorbischen Sprache, mit Maßnahmen zum Abbau des Mangels an sorbisch sprachigen Lehrern die Rahmenbedingungen, die es den Sorben ermöglichen, ihre Sprache und Traditionen sowie ihr kulturelles Erbe zu bewahren und weiterzuentwickeln.“

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Bergbau, Digitalisierung, Energie, Hochschule, Kunst & Kultur, Landesentwicklung, Ländlicher Raum, Sorben, Umwelt, Verkehr, Wirtschaft
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