Erfolgreiches Technologieforum in Wuhan

21.10.2015, 14:32 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Mehr als hundert Wissenschaftler und Unternehmer aus China und Sachsen beraten über gemeinsame Projekte

Mit einem sehr erfolgreichen Kontaktforum ist in Wuhan die Delegationsreise unter Leitung von Staatsminister Thomas Schmidt fortgesetzt worden. Rund 100 Wissenschaftler und Unternehmer diskutierten am Nachmittag über künftige gemeinsame Projekte. „Die Provinz Hubei ist für uns die wichtigste Station unserer Reise. In der Partnerprovinz des Freistaates unterhalten wir ein eigenes Verbindungsbüro. Der Einsatz jahrelanger Arbeit beginnt sich auszuzahlen. Erste Projekte laufen bereits, für weitere haben unsere chinesischen Partner großes Interesse gezeigt.“

Bereits gestern war die Delegation des Ministers von Vizegouverneur Guangjing Gao sowie der Vizeumweltministerin Ruiqin Li begrüßt worden. „In Hubei leben 61 Millionen Menschen, allein die Hauptstadt Wuhan ist von der Einwohnerzahl her doppelt so groß wie Sachsen“, so der Minister. „Das Treffen mit so hochrangigen Vertretern der Region zeigt, welche Bedeutung die Beziehungen zu Sachsen hier in Wuhan haben“, so der Minister.

Konkretes Interesse zeigten die chinesischen Behörden für ein Forschungsprojekt des „Center of Advanced Water Research“ (CABR), das das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig (UFZ) und die Technischen Universität Dresden gegründet haben. Bei dem Projekt soll ein Frühwarnsystem für die Wasserversorgung entwickelt werden. „Die Städte in der Tiefebene des Jangtse, mit 6 300 Kilometern Länge einer der längsten Flüsse der Welt, beziehen ihr Trinkwasser aus Seen“, erläutert Prof. Dr. Olaf Kolditz vom UFZ. „Ungeklärte Abwässer sowie landwirtschafte Nährstoffeinträge sorgen für hohe Belastungen. Zusätzlich sind die Seen sehr flach. Das begünstigt die Entwicklung von Algen“. Unter anderem durch Biomonitoring mit Hilfe von Kleinstlebewesen, die schon auf geringen Veränderungen der Wasserqualität empfindlich reagieren, könnten Verunreinigungen rechtzeitig erkannt werden. „Für eine optimale Wasserversorgung könnte dann das Wasser an Stellen mit der geringsten Belastung entnommen werden“, so Prof. Kolditz. Durch intensive Erforschung der Gewässer wären sogar Vorhersagen möglich, ähnlich wie beim Wetter.

Umweltminister Thomas Schmidt ergänzt: „Elbe und Jangtse sind von der Dimension her zwar nicht vergleichbar. Den Aufgaben des Wassermanagements stellen wir uns in Sachsen aber bereits viele Jahre. In Sachsen sind die Erfolge für jedermann sichtbar. Ich habe unsere chinesischen Gastgeber eingeladen, bei einem Besuch im Freistaat weitere Erfahrungen auszutauschen. Daran gibt es großes Interesse“.

Eine weitere Station in Wuhan war der Besuch einer ehemaligen Farbenfabrik. Das etwa 20 Hektar große Gelände ist bis in 13 Meter Tiefe mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen verseucht. Etwa 300 000 Kubikmeter Erdreich müssen so behandelt werden, dass keine Gefahren mehr von ihnen ausgehen und das Gelände neu genutzt werden kann. „Das ist genau die Situation, in der sich Sachsen von 25 Jahren befand. Wir haben Altlasten vorgefunden und saniert, teilweise ist das heute noch im Gang. Umweltfirmen haben bei dieser Arbeit Technologien entwickelt, die wir heute auch im Ausland anbieten können“. Für die Sanierung des Geländes in Wuhan konnte die M&S Umweltprojekt GmbH aus Plauen eine alternative Technologie anbieten, die eine nachhaltige und wirtschaftliche Sanierung solcher Altlasten erlaubt.

Hinweis für die Redaktionen:

Für fachliche Rückfragen erreichen Sie heute noch bis 18.00 Uhr deutscher Zeit:

Prof. Dr. Kolditz (UFZ): 0151 527 390 34
Dr. Bernd Märtner (M&S Umweltprojekt GmbH): 0178 430 2898


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Oliver Rittweger
Telefon: +49 351 564 20014
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: presse@smul.sachsen.de
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