Masterplan Südwestsachsen: Staatsministerin Barbara Klepsch stellt Ideen für die touristische Zukunft vor

15.09.2026, 13:59 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch hat heute (Dienstag, 15. September 2026) Projektideen für die Zukunft des Tourismus in Südwestsachsen vorgestellt. Es handelt sich dabei um Projekte, die am »Ideenwettbewerb« zum Masterplan Südwestsachsen teilnehmen.

»Unsere Vision für Südwestsachsen ist es, das Erzgebirge, das Vogtland sowie die Region Chemnitz-Zwickau als eine enge, grenzüberschreitende Reise- und Erlebnisregion im Herzen Europas zu etablieren. Wir sind dabei schon auf einem sehr guten Weg, denn Südwestsachsen verfügt über zahlreiche touristische und kulturelle Projekte mit großer Strahlkraft – vom Sonnenlandpark, Aqua Marien und der Fichtelbergbahn bis hin zum Theater Plauen -Zwickau und zum August-Horch-Museum. Besonders wichtig ist die Wirkung in die Fläche, welche uns Orte wie Oberwiesenthal, Eibenstock und Marienberg zeigen. Mit dem Masterplan Südwestsachsen wollen wir gemeinsam die Region noch weiter voranbringen.«, sagt Tourismusministerin Barbara Klepsch.

Im Rahmen des Masterplan-Prozesses für Chemnitz und Südwestsachsen sind nach Angaben des Regionalkonvents bis Ende August insgesamt 120 Projektideen zusammengetragen worden. Fünf Ideen aus dem Bereich Tourismus zeigen exemplarisch, welches Potenzial in der Region steckt.

Ein Skisport- und Eventzentrum auf dem Fichtelberg
In enger Partnerschaft zwischen der Privatwirtschaft und dem Deutschen Skiverband soll ein hochmodernes Zentrum inklusive Museum entstehen. Dieses Projekt birgt die große Chance, Oberwiesenthal und die gesamte sächsische Mittelgebirgsregion überregional und weit über unsere Grenzen hinaus noch stärker als attraktive Ganzjahresdestination sichtbar zu machen.

Die Weiterentwicklung des Areals rund um die Göltzschtalbrücke im Vogtland
Als größte Ziegelsteinbrücke der Welt besitzt sie eine enorme identitätsstiftende Kraft für die Menschen in der Region. Hier liegt bereits eine fundierte Machbarkeitsstudie vor.
Ziel ist es, dieses einzigartige Denkmal und sein Umfeld zu einem ganzheitlichen Erlebnisraum aufzuwerten. Es soll touristisch entwickelt werden, mit Gastronomie und Übernachtungsangeboten.

Innovationszentrum Tourismus an der Dualen Hochschule Sachsen in Breitenbrunn
Es soll ein lebendiger Wissens- und Praxiscluster, der die akademische Forschung direkt mit den Akteuren der Tourismuswirtschaft verzahnt, entstehen.

VitalRegion Erzgebirge/Vogtland 2030
Das Projekt unterstreicht die Leuchtturmfunktion der Kur- und Erholungsorte. Hier verbindet der Erzgebirgskreis die traditionsreichen Heilbäder und Kurorte der Region mit Krankenhäusern, Hochschulen und mit einer Krankenversicherung. Mit diesem Projekt soll das Thema Gesundheitstourismus, ein wichtiges Standbein in Sachsen, vorangebracht werden.

»BIKE Südwestsachsen 2.0«
Schon heute erwirtschaftet der Radtourismus in Sachsen einen Bruttoumsatz von über 600 Millionen Euro jährlich und gibt knapp 12.000 Menschen Lohn und Brot. Auf Initiative der Wirtschaftsförderung Erzgebirge und zahlreicher regionaler Akteure aus dem Erzgebirge, dem Vogtland und der Chemnitz.Zwickau.Region wurde für die Bike-Region das Projekt »BIKE Südwestsachsen 2.0« erarbeitet, um die Region zu einem führenden, grenzüberschreitenden Tourismus- und Bike-Cluster zu entwickeln. Dazu gehören Vorhaben am Fichtelberg, Rabenberg und in Schöneck sowie eine engere Vernetzung über die Grenzen hinweg mit Tschechien, Bayern und Thüringen.

»Die genannten Projekte stehen beispielhaft für die weitere Umsetzung des Masterplans Tourismus in Südwestsachsen. Eine touristische Infrastruktur ist dabei auch immer eine Steigerung der Lebensqualität der Menschen vor Ort. Wir wollen gemeinsam mit ihnen dafür sorgen, dass die Stärken der Region sichtbar werden und daraus neue Chancen entstehen. Welche Rolle der Tourismus dabei als Wirtschaftskraft spielt, zeigt allein die beeindruckende Zahl von 190.000 Menschen, die in ganz Sachsen direkt und indirekt vom Tourismus leben. Das aktuelle Sparkassen-Tourismusbarometer weist für Sachsen einen touristischen Umsatz von rund 9,8 Milliarden Euro aus.«, sagt Ministerin Klepsch weiter.

Südwestsachsen verfügt dabei über eine hohe touristische Strahlkraft. Allein die Tourismusregion Erzgebirge verzeichnete im Jahr 2025 nach den Zahlen im Wirtschaftsfaktor Tourismus vier Millionen Übernachtungen (dwif). Damit belegt das Erzgebirge den dritten Platz bei den Übernachtungen nach Dresden und Leipzig im gesamten Freistaat Sachen.
Diese Beliebtheit generiert im Erzgebirge einen jährlichen touristischen Bruttoumsatz von ca. 935 Millionen Euro und sichert das Primäreinkommen für rund 20.000 Menschen vor Ort.

Ebenso erfolgreich präsentiert sich das sächsische Vogtland. Laut den Zahlen im Wirtschaftsfaktor Tourismus (dwif) wurden 2025 2,2 Millionen Übernachtungen im sächs. Vogtland verzeichnet. Dies führte zu einem Bruttoumsatz von ca. 356 Millionen Euro und sichert das Einkommen von knapp 9.000 Menschen. Dass die Qualität der Angebote stimmt, beweist die hohe Gästezufriedenheit: Das Erzgebirge erreicht hervorragende 86,4 Punkte und das Vogtland 85,8 Punkte im Kundenzufriedenheitsindex.

In Südwestsachsen sind zudem die Investitionen aus dem Programm Ganzjahrestourismus des sächsischen Tourismusministeriums verstärkt eingesetzt worden. In den Jahren 2023 bis 2024 wurden in der Region rund 5,6 Millionen Euro investiert und aus PMO-Mitteln 2,8 Millionen Euro. Erst in der vergangenen Woche erhielten ein Unternehmen in Grünhainichen und eines in Freiberg eine Förderung aus dem Programm von insgesamt rund 257.000 Euro. Im Jahr 2026 werden für den gesamten Freistaat zwei Millionen Euro aus dem Programm bereitgestellt.

Mit dem Förderprogramm für den Ganzjahrestourismus werden Tourismusbetriebe in Sachsen unterstützt, um sich auch in Zukunft erfolgreich aufzustellen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen Tourismusbetriebe in Sachsen weitere saisonunabhängige Angebote. Das Programm unterstützt Investitionen, die entweder neu errichtet werden, deren Kapazität ausgebaut wird oder die zusätzlichen Produkte und Dienstleistungen in die Tourismusregion bringen.

Für die Kulturhauptstadt-Legacy von Chemnitz stehen für 2026 zusätzlich 900.000 Euro zur Verfügung. Im Regierungsentwurf für den Doppelhaushalt sind für 2027 1,5 Millionen Euro und für 2028 insgesamt 900.000 Euro eingeplant.


Kontakt

Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus

Pressesprecher Jörg Förster
Telefon: +49 351 564 60620
E-Mail: presse.kt@smwk.sachsen.de
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