10,75 Millionen Euro für den »Störmi«: Freistaat Sachsen unterstützt touristisches Upgrade am Störmthaler See
11.08.2026, 13:56 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
325 Meter lange Strandpromenade und 285 Stellplätze entstehen am Südufer | Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Die sächsische GRW-Förderung sichert Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum.«
Die Gemeinde Großpösna im Landkreis Leipzig möchte den Tourismus am Störmthaler See weiter beleben. Ziel ist es, auf einer Fläche von rund 20,6 Hektar auch die östliche Grunaer Bucht mit einem touristischen Gewerbegebiet und zwei Parkplätzen zu erschließen. Die Gesamtkosten betragen dafür 12,356 Millionen Euro, wovon der Freistaat Sachsen 10,75 Millionen Euro übernimmt. Die Fördermittel stammen aus dem Bund-Länder-Programm GRW-Infra (Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur«). Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hat die Fördermittelbescheide für die beiden Teilvorhaben heute in Großpösna an Bürgermeister Daniel Strobel überreicht.
Die Grunaer Bucht befindet sich am Südufer des 7,33 Quadratkilometer großen Sees. Vor rund 15 Jahren ist dort bereits die »Magdeborner Halbinsel« erschlossen worden. Daran knüpfen die nun geplanten Vorhaben an:
- Auf die Entwicklung des touristischen Gewerbegebietes entfallen GRW-Mittel in Höhe von 8,99 Mio. Euro (90 Prozent der förderfähigen Kosten). Diese Maßnahme umfasst den Straßenbau, die Trink-, Schmutzwasser- und Medienanschlüsse sowie die Erschließung eines Erholungsstrandes. Vorgesehen sind u.a. eine 325 Meter lange Strandpromenade mit Sanitäranlagen, Slip-Anlage für Boote, Buhnen und einem barrierefreien Panoramaweg mit Aufzug und Rampe.
- Die insgesamt geplanten 285 kostenpflichtigen Pkw-Parkplätze verteilen sich auf einen zentral gelegenen Hauptparkplatz (90 Pkw, 6.000 Quadratmeter) und einen vorgelagerten Überlaufparkplatz (195 Pkw, 10.000 Quadratmeter). Auch für Fahrräder sind Abstellflächen vorgesehen. Dafür stellt der Freistaat 1,76 Mio. Euro bereit (85 Prozent der förderfähigen Kosten).
Wirtschaftsminister Dirk Panter betont: »Wie sich eine Bergbaulandschaft in eine attraktive Wassersportregion wandeln kann, zeigt eindrucksvoll das Leipziger Neuseenland. Der Freistaat möchte diese Erfolgsgeschichte fortschreiben und unterstützt deshalb die Gemeinde Großpösna beim Ausbau der Infrastruktur am beliebten Störmthaler See. Die GRW-Mittel sind gut angelegtes Geld, um die Aufenthaltsqualität für Wassersportler und Badegäste weiter zu steigern. Die geplanten Maßnahmen und die sächsische GRW-Förderung stärken auch Herbergen, Handel, Gastronomie und Dienstleister – und sichern damit Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum.«
Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen: »Die Fördermittelgenehmigung zeigt, was gute Zusammenarbeit erreichen kann. Wirtschaftsministerium, Gemeinde Großpösna und die Landesdirektion Sachsen haben gemeinsam den Weg dafür geebnet, die ehemalige Bergbaulandschaft zu einer attraktiven Tourismus- und Wassersportregion weiterzuentwickeln.«
Großpösnas Bürgermeister Daniel Strobel ergänzt: »Für unsere kleine und dynamische Gemeinde mitten im Leipziger Neuseenland liegt eine große wirtschaftliche Zukunftsperspektive in der touristischen Entwicklung am Störmthaler See. Um diese Potentiale zu heben, braucht es eine grundlegende Infrastruktur, die wir nun endlich in Angriff nehmen können. Dafür sind wir dem Freistaat Sachsen sehr dankbar. Die nun mögliche Weiterentwicklung wird den Standort generell aufwerten und Impulse über das Entwicklungsgebiet hinaus setzen.«
Die Erschließung des touristischen Gewerbegebiets soll bis zum 31. Dezember 2028 und die Errichtung der Parkplätze bis zum 31. Dezember 2029 abgeschlossen sein.
Hintergrund
Das Bund-Länder-Programm GRW mit seinen Teilprogrammen GRW-Infra und GRW-RIGA ist das wichtigste Instrument der Wirtschafts- und Strukturpolitik in Sachsen. Das sächsische Kabinett hat am 19. Mai 2026 beschlossen, die beiden GRW-Richtlinien neu zu fassen. Damit setzte Sachsen ein zentrales Vorhaben aus dem Ende März von Wirtschaftsminister Dirk Panter vorgestellten Zukunftspaket I um. Die Förderung für die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur (Infra) und die einzelgewerbliche Wirtschaft (RIGA) wurde deutlich vereinfacht.