Moor muss nass
09.06.2026, 17:17 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Sachsenforst renaturiert das Moor am Roten Fluss
Das Moor am Roten Fluss in Sachsen wird als eines der ersten Moore in Deutschland mit Mitteln aus dem Förderprogramm des Bundes »1.000 Moore« wieder vernässt.
Bei diesem Moor handelt sich um ein 10 ha großes Hang-Regenmoor auf ca. 680 m Höhe im Vogtlandkreis. Ein hoher Holzbedarf im 19 Jahrhundert führte zu einer Entwässerung des Moores, um die Flächen forstwirtschaftlich nutzen zu können. Dazu wurden auf fast 5 km Länge Gräben angelegt.
Ziel der Wiedervernässung ist es, den natürlichen Wasserhaushalt auf der Fläche wiederherzustellen, damit sich das Moor regenerieren und künftig wieder CO2 speichern kann. Dazu werden die Gräben mit 100 Stauen verschlossen werden. Bei den Stauen handelt es sich überwiegend um Bauwerke aus Naturmaterialien (Torfstaue, Holzstaue und Lehmstaue). Lediglich aufgrund besonders tiefer Gräben werden an fünf Stellen Stahlspundwände zur Erosionsminimierung eingesetzt. Zusätzlich wird ein Teil der Gräben auf einer Gesamtlänge von 1,1 km mit einem Ersatztorf aus Sägemehl-Hackschnitzelgemisch verfüllt.
Für die Umsetzung des Projektes werden bis zu 260.000 € investiert. 90 % der Projektkosten übernimmt der Bund. Die Mittel werden über die »Förderrichtlinie 1.000 Moore« aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz bereitgestellt. Der Freistaat beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 10 % an den Gesamtkosten. Dazu Landesforstpräsident Utz Hempfling: »Dank der Fördermittel ist es uns möglich, unsere bisherigen Aktivitäten zum Moorschutz weiterzuführen. Damit leistet Sachsenforst einen Beitrag zum Aufbau klimaresilienter Wälder. Die Wiedervernässung wirkt sich darüber hinaus auch auf den Wasserrückhalt, den Gewässerschutz und die Biodiversität positiv aus.«
Der Abschluss der Arbeiten ist für Juni 2026 geplant. Anschließend erfolgt ein vollautomatisiertes Monitoring an 5 Grundwasserpegeln um die Gewässergüte am Moorabfluss zu überwachen.