Freistaat Sachsen fördert die weitere Arbeit des Regionalmanagements im Erzgebirge mit 600.000 Euro
28.05.2026, 14:59 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Manch andere Region im Strukturwandel kann sich das Erzgebirge zum Vorbild nehmen.«
Der Erzgebirgskreis wird sein etabliertes »Regionalmanagement Erzgebirge« mit finanzieller Unterstützung des Freistaats Sachsen für weitere drei Jahre fortsetzen. Den Fördermittelbescheid in Höhe von 600.000 Euro hat der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter am Donnerstagabend in Stollberg an Anke Hamann, Beigeordnete des Erzgebirgskreises, und Dr. Peggy Kreller, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, überreicht. Die Mittel stammen aus dem Bund-Länder-Programm GRW-Infra (»Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur«).
Das seit 2000 aktive Regionalmanagement fokussiert sich auf den tiefgreifenden Strukturwandel im Erzgebirge. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf Innovation und Digitalisierung sowie der überregionalen Sichtbarkeit des Erzgebirges durch ein aktives Regional- und Standortmarketing. Vor Pfingsten ist das Regionalmanagement Erzgebirge in Berlin für seine Kampagne »ERZperiment – ein Hammerleben auf Probe« mit dem Deutschen Preis für Onlinekommunikation (DPOK) ausgezeichnet worden.
Der Förderzeitraum für das Vorhaben »TransformErz«, das auch von den zwölf größten Kommunen des Erzgebirgskreises einschließlich Freiberg und Brand-Erbisdorf im Landkreis Mittelsachsen mitfinanziert wird, endet im Juni 2026. Das Regionalmanagement kann zwei Mal um weitere drei Jahre verlängert werden. Der Freistaat Sachsen hat die vom Erzgebirgskreis beantragte erste Fortsetzung bewilligt und fördert das Regionalmanagement weiter bis Juni 2029 als nichtinvestive Maßnahme aus dem Programm GRW-Infra.
Wirtschaftsminister Dirk Panter hat den Fördermittelbescheid anlässlich der »Creat.ERZ« – eine Netzwerkveranstaltung für rund 130 erzgebirgische Influencer mit insgesamt 4,5 Millionen Followern – im Alten Schlachthof Stollberg übergeben und sagte: »Das Erzgebirge ist eine wirtschaftsstarke und lebenswerte Region, in der sich zugleich große Herausforderungen unserer Gesellschaft wie im Brennglas spiegeln – tiefgreifende wirtschaftliche Veränderungen, demografischer Wandel und steigender Fachkräftebedarf. Das Regionalmanagement bei der Wirtschaftsförderung Erzgebirge reagiert darauf mit Weitblick und kreativem Geschick. Der Freistaat schätzt dieses Engagement und möchte, dass die Arbeit erfolgreich fortgesetzt werden kann. Manch andere Region – insbesondere im Westen Deutschlands, auf die diese Herausforderungen erst noch so richtig zukommen – kann sich das Erzgebirge zum Vorbild nehmen.«
Anke Hamann, Beigeordnete des Erzgebirgskreises, betonte:
»Das Regionalmanagement Erzgebirge ist seit vielen Jahren ein wichtiger Motor und Ideengeber für die Entwicklung unserer Region. Die erneute Förderung durch den Freistaat Sachsen ist ein starkes Signal der Anerkennung und des Vertrauens in die erfolgreiche Zusammenarbeit von Landkreis, Kommunen, Wirtschaft und regionalen Akteuren. Gerade im Strukturwandel braucht es innovative Ideen, verlässliche Netzwerke und eine gemeinsame Strategie, um das Erzgebirge als attraktiven Wirtschafts- und Lebensstandort weiter zu stärken.«
Dr. Peggy Kreller, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, ergänzte:
»Die immensen aktuellen Herausforderungen im Erzgebirge bergen hohe Risiken, aber auch Chancen. Dank der Förderung durch GRW-Infra können wir die langjährige Arbeit des Regionalmanagements zur Profilierung als progressive Provinz fortsetzen und weiterentwickeln, um Chancen für die Menschen in der Region sowie Rückkehrer und Zuwanderer aufzuzeigen.«
Hintergrund
Das Bund-Länder-Programm GRW mit seinen Teilprogrammen GRW-Infra und GRW-RIGA ist das wichtigste Instrument der Wirtschafts- und Strukturpolitik in Sachsen. Das sächsische Kabinett hat am 19. Mai 2026 beschlossen, die beiden GRW-Richtlinien neu zu fassen. Damit setzte Sachsen ein zentrales Vorhaben aus dem Ende März von Wirtschaftsminister Dirk Panter vorgestellten Zukunftspaket I um.
Die Förderung für die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur (Infra) und die einzelgewerbliche Wirtschaft (RIGA) wurde deutlich an den bundeseinheitlichen Koordinierungsrahmen angepasst und insgesamt vereinfacht. So wurde u.a. die nichtinvestive Förderung für die Erstellung und Umsetzung von regionalen Entwicklungskonzepten an die bundesweite Regelung angepasst und gestrafft. Förderfähig ist die Umsetzung regionaler Entwicklungskonzepte auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte über ein eigenes Budget.
Weiterführende Links
- Link zur Pressemitteilung des SMWA vom 19. Mai 2026: Zukunftspaket I | Freistaat Sachsen hält Wort und vereinfacht die GRW-Förderung
- Link zur Pressemitteilung der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – vom 21. Mai 2026: Mehr Zuschuss, weniger Bürokratie: Investitionsförderung in Sachsen überarbeitet
- Link zur Pressemitteilung der Wirtschaftsförderung Erzgebirge vom 22. Mai 2026: Erzgebirge gewinnt Deutschen Preis für Onlinekommunikation mit „ERZperiment Probeleben“