Über 5 Millionen junge Bäume für den sächsischen Staatswald
17.04.2026, 11:56 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Sachsenforst setzt den Waldumbau konsequent fort
Mehr als fünf Millionen Bäume will Sachsenforst in diesem Jahr im sächsischen Staatswald pflanzen und setzt damit die Strategie der Vorjahre weiter konsequent um. Die geringen Niederschläge seit Jahresbeginn und bereits milde Temperaturen stellen die Pflanzungen der 25 Baum- und Straucharten aber vor Herausforderungen.
Gepflanzt werden zu großen Teilen Laubgehölze (ca. 72 %), wobei vorrangig die Rotbuche (ca. 34 %) und Eichenarten wie die Traubeneiche (ca. 10 %) und die Stieleiche (ca. 9 %) in den Boden gebracht werden. Bei den Nadelhölzern ist es vor allem die Weißtanne (ca. 21 %), die für den Waldumbau insbesondere in den Mittelgebirgslagen von entscheidender Bedeutung ist. Pflanzungen und Waldsaaten erfolgen auf einer Fläche von ca. 1.310 Hektar. Für Waldsaaten werden vor allem Weißtannen, Traubeneichen und Rotbuchen gesät. Durch zusätzliche Naturverjüngung wird der Aufbau klimastabiler Wälder ebenfalls unterstützt. Insgesamt investiert der Freistaat Sachsen 2026 dafür rund 15,6 Millionen Euro.
Forstminister Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Damit unsere Wälder langfristig wachstumsfreudig bleiben und mit ihren vielfältigen Ökosystemleistungen auch künftigen Generationen zur Verfügung stehen, brauchen wir klimastabile, arten- und strukturreiche, leistungsfähige Wälder. Dank des bereits in den 1990er Jahren begonnenen Waldumbaus hat sich der Zustand der Wälder in Sachsen deutlich verbessert. Der Laubbaumanteil ist gestiegen, die Bestände der besonders durch die Erderwärmung gefährdeten Fichte sind gesunken. Diesen Weg hin zu vielschichtigen Waldflächen mit standortgerechten Baumarten werden wir konsequent fortsetzen.«
Pflanzen- und Saatgutverfügbarkeit stellen Herausforderungen dar
Sachsenforst betreibt drei eigene Baumschulen, um aus dem geernteten Saatgut junge Bäume heranzuziehen, die dann in die Wälder gepflanzt werden können. Rund 1,8 Millionen Bäume und Sträucher werden so für dieses Jahr im eigenen Betrieb gewonnen. Die restlichen Pflanzen liefern private Forstbaumschulen. Das dafür notwendige Saatgut wird in ausgewiesenen Forstsaatgutbeständen geerntet. Die Ernte und der Handel des gesamten forstlichen Vermehrungsgutes (Saatgut und Pflanzen) unterliegen den strengen Regeln des Forstlichen Vermehrungsgutgesetzes, wodurch eine hochwertige Qualität gewährleistet wird.
»Die Saatgutverfügbarkeit ist eine zentrale Herausforderung bei der Umsetzung unserer Waldumbauziele.« erläutert Thomas Rother, Leiter des Forstbetriebes von Sachsenforst. »Die verschiedenen Baumarten tragen nicht in jedem Jahr gleich viele Samen. Umso wichtiger sind die sogenannten Mastjahre, wie es 2025 für die Eiche war. Dann gilt es, möglichst viel hochwertiges Saatgut zu sammeln und zu sichern. Gleichzeitig ist der Bedarf aller Waldbesitzer nach forstlichem Vermehrungsgut sehr hoch, um auch die notwendige Wiederaufforstung der besonders geschädigten Waldflächen durch Trockenheit und Borkenkäfer voranzutreiben. Wir streben daher an, weitere Saatgutquellen für den Waldumbau zu gewinnen«, so Rother weiter.
Hoffnung auf mehr Niederschlag im Jahresverlauf
Ein ausschlaggebender Faktor für den erfolgreichen Anwuchs der neu gepflanzten Bäume ist die ausreichende Versorgung der Wurzeln mit Wasser. Nur so können sich die empfindlichen Wurzeln an ihren neuen Standort gewöhnen. »Der Winter-Niederschlag lag noch unter der bereits geringen Menge des Vorjahres und macht uns große Sorgen. Wir brauchen daher dringend mehr Niederschläge, damit der Anwuchs gelingt.«, führt Rother weiter aus.
Aber auch Schäden durch Wildtiere sind ein weiterer wichtiger Aspekt in der kritischen Jugendphase der Bäume. Junge Bäume, insbesondere im Zuge des Waldumbaus neu etablierte Arten, sind eine wahre Delikatesse für Rehe, Rotwild und Hasen. Vor allem Rehwild kann durch Verbiss der Knospen Schäden hervorrufen – Beeinträchtigungen, die den Baum sein ganzes Leben lang prägen. Sachsenforst führt daher ein durchdachtes Jagdregime mit dem Ziel, waldverträgliche Wilddichten herzustellen. Damit schützen wir die jungen Bäume und vermeiden gleichzeitig einen aufwändigen Zaunbau, der die Lebensräume für Wildtiere weiter einengt.
Mit der Pflanzung von Bäumen ist die Arbeit aber längst nicht getan. Es ist nur der Beginn jahrzehntelanger Pflege und gezielter Durchforstungen, um stabile Mischwälder als neue Waldgeneration für die Zukunft zu entwickeln.
Weiterführende Informationen finden Sie im Internet unter www.sachsenforst.de und www.wald.sachsen.de