13. Sächsischer Kreislaufwirtschaftstag in Freiberg
01.04.2026, 13:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Kreislaufwirtschaft ist kein Trend, sie ist Teil der Zukunft unserer Industrie«
Sachsen positioniert sich als Vorreiter einer modernen und innovativen Kreislaufwirtschaft. Beim heutigen 13. Sächsischen Kreislaufwirtschaftstag in Freiberg wurde deutlich: Kreislaufwirtschaft ist nicht nur Abfallwirtschaft. Sie ist Industrie- und Innovationspolitik.
Wirtschaftsminister Dirk Panter betont die strategische Bedeutung der Kreislaufwirtschaft als Antwort auf Rohstoffabhängigkeiten, der Endlichkeit natürlicher Ressourcen und geopolitische Krisen: »Kriege, Exportbeschränkungen und unterbrochene Lieferketten führen uns gerade aktuell wieder vor Augen, dass Europa seine Abhängigkeit von Rohstoffen dringend verringern muss. Wer Kreislaufwirtschaft vorantreibt, stärkt die Unabhängigkeit und damit auch die Widerstandsfähigkeit für unseren Industriestandort. Kreislaufwirtschaft ist kein Trend, sie ist integraler Teil der Zukunft und der Sicherung unserer Wirtschaft. Wer Ressourcen schont und Wertstoffe intelligent im Kreislauf hält, schützt die Umwelt und sichert zugleich Arbeitsplätze.«
In der aktuellen Förderperiode stehen für Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft ca. 73 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln zur Verfügung. Die Förderrichtlinie Kreislaufwirtschaft wendet sich insbesondere an sächsische klein- und mittelständische Unternehmen und Kommunen.
Bereits jetzt gibt es in Sachsen konkrete Erfolgsbeispiele, die aus verschiedenen Förderprogrammen unterstützt werden:
• Volkswagen Zwickau: Beispielhaft ist das Kreislaufwirtschafts-Kompetenzzentrum, das mit 10,7 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen gefördert wird. Dort werden künftig jährlich bis zu 15 000 Fahrzeuge demontiert – ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung geschlossener Materialkreisläufe in der Automobilindustrie.
• Liofit GmbH (Kamenz) – bundesweit führend bei Reparatur und künftig Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Mit 1,38 Millionen Euro Förderung entsteht ein neues Reparatur- und Recyclingzentrum für E Bike-Akkus.
Auch durch den Reparaturbonus unterstützt der Freistaat die Bevölkerung direkt:
• Das Reparaturprogramm stärkt das sächsische Handwerk und sensibilisiert die Bevölkerung für Reparaturmaßnahmen. In der aktuellen Förderperiode wurden durch den Sächsischen Landtag vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. In der ersten Förderperiode bis Ende 2024 wurden über 24 500 Anträge bewilligt. Aktuell beteiligen sich über 640 Reparaturbetriebe an diesem Programm.
Hintergrund:
Die Landesstrategie »Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfgesellschaft« von 2024 beinhaltet ergänzende Maßnahmen zum Kreislaufwirtschaftsplan des Freistaates Sachsen für Recycling, Abfallvermeidung, Wiederverwendung und ressourcenschonendes Produkt- und Prozessdesign. Schwerpunkte liegen auf der Nutzung von Recyclingbaustoffen, der Minimierung der Deponierung mineralischer Abfälle, der Stärkung von Reparaturangeboten sowie der Entwicklung innovativer Technologien in der Kreislaufwirtschaft. Zudem setzt sich der Freistaat für klare rechtliche Regeln ein, um Sekundärmärkte zu stärken: Eine eindeutige Abgrenzung zwischen Abfall und Sekundärrohstoff schafft Planungssicherheit und Vertrauen bei Unternehmen.