Staatsminister von Breitenbuch: »Rechtssicheres Wolfsmanagement ist überfällig«

30.01.2026, 11:18 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Sachsen fordert klare bundesweite Regeln zum Schutz der Weidetierhaltung

Anlässlich der Beratung des Gesetzentwurfs zur Änderung des Bundesjagdgesetzes und des Bundesnaturschutzgesetzes im Bundesrat hat Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Georg-Ludwig von Breitenbuch, am Freitag (30.01.) die geplante Integration des Wolfes in das Bundesjagdrecht ausdrücklich begrüßt.

»Seit mehr als 25 Jahren ist der Wolf wieder heimisch in Deutschland. Was einst ein Erfolg des Artenschutzes war, stellt heute viele Menschen im ländlichen Raum vor enorme Herausforderungen«, erklärte Staatsminister von Breitenbuch in seiner Rede im Bundesrat. Besonders Weidetierhalter seien massiv betroffen, sowohl wirtschaftlich als auch emotional.

Der Staatsminister betonte, dass der Gesetzentwurf einen wichtigen Schritt darstelle, um den veränderten Realitäten Rechnung zu tragen. »Der Wolf ist inzwischen vielerorts ein normaler Bestandteil unserer Tierwelt. Deshalb muss er künftig auch wie andere Wildarten über das Jagdrecht reguliert werden können. Das ist überfällig.«

Gleichzeitig dankte Umwelt- und Landwirtschaftsminister von Breitenbuch der Bundesregierung für die zügige Umsetzung, nachdem auf europäischer Ebene die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen worden seien. Ziel müsse es nun sein, praktikable und rechtssichere Lösungen zu schaffen. »Jäger und Behörden müssen von Anfang an rechtssicher handeln können. Wer Verantwortung übernimmt, darf dabei nicht unkalkulierbaren rechtlichen Risiken ausgesetzt sein.«

Als eines der besonders vom Wolf betroffenen Bundesländer hat sich der Freistaat Sachsen mit eigenen Anträgen aktiv in die Beratungen eingebracht. »Für uns ist entscheidend, dass schadensverursachende Wölfe schnell, rechtssicher und möglichst unkompliziert entnommen werden können«, so Staatsminister von Breitenbuch. Gleichzeitig müsse der Wolfsbestand insgesamt so reguliert werden, dass die Schäden langfristig deutlich zurückgehen.

Dabei komme dem Bund eine zentrale Rolle zu. »Ein wirksames Wolfsmanagement ist eine nationale Aufgabe. Sie lässt sich nicht allein innerhalb der Grenzen einzelner Bundesländer bewältigen«, machte von Breitenbuch deutlich. Sachsen setze sich daher für einheitliche Standards und klare bundesweite Rahmenbedingungen ein. Der Bund müsse hier die sächsischen Erfahrungen berücksichtigen und vor allem die Verordnungsermächtigungen in den geänderten Bundesgesetzen schnellstmöglich mit Leben erfüllen. Der Staatsminister verwies in seiner Rede darauf, dass sich Sachsen mit aktuell 46 Wolfsterritorien bereits einer sehr hohen Population gegenübersieht. Staatsminister von Breitenbuch: »Wir müssen nicht warten, bis der Wolf in allen Bundesländern so stark vertreten ist wie in der Lausitz. Stattdessen müssen wir jetzt handeln, um künftig den Fokus von der Betrachtung einzelner Wölfe weg und hin auf ein ausgewogenes Bestandsmanagement zu richten.«

Abschließend zeigte sich der Staatsminister zuversichtlich: »Ich bin optimistisch, dass Bund und Länder gemeinsam tragfähige und nachhaltige Lösungen entwickeln können – für einen wirksamen Schutz der Weidetierhaltung und den Erhalt des ländlichen Raums, ohne den günstigen Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland zu gefährden.«


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Dr. Frank Bauer
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
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