Sachsen fördert umfangreiches Flächenrecycling in Radeberg

14.01.2026, 13:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch hat am Mittwoch (14.1.) gemeinsam mit dem Präsidenten der Landesdirektion Sachsen (LDS), Béla Bélafi, der Radeberger Firma ABX advanced biochemical compounds GmbH einen Fördermittelbescheid in Höhe von rund 6,6 Millionen Euro für die Bodensanierung eines belasteten Altstandorts in Radeberg übergeben. Das Unternehmen ist führender Hersteller von Radiopharmazeutika zur Krebsdiagnostik und -therapie. Es plant zur Schaffung von Arbeitsplätzen den Neubau eines Produktionsgebäudes. Im Rahmen der geförderten Maßnahme wird ein für diese Zwecke erworbenes, derzeit nicht nutzbares Firmengrundstück entsiegelt sowie die kontaminierte Bodenschicht abgetragen und umweltschonend fachgerecht entsorgt.

Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Für die Zukunft unserer Städte, unserer Unternehmen und unserer natürlichen Lebensräume sind die Sanierung von Altstandorten und das nachhaltige Flächenrecycling von großer Bedeutung. Ich freue mich sehr, dass wir die Firma ABX dabei unterstützen können, die aktuell unbrauchbare Fläche wieder nutzbar zu machen, ohne dass neue Flächen am Stadtrand oder im Umland versiegelt werden müssen. Mit unserem Förderprogramm haben wir ein Instrument geschaffen, um genau solche Projekte zu ermöglichen. Denn jede Fläche, die wir sanieren, jede kontaminierte Altlast, die wir beseitigen, ist ein Gewinn – für die Umwelt, für unsere Räume und Städte und nicht zuletzt für die Biodiversität.«

»Die 6,6 Millionen Euro Fördermittel des Freistaates sind gut angelegt in Wirtschaftsförderung, Bodensanierung und Wiedernutzbarmachung vorhandener städtischer Flächen – zum Wohle von Umwelt, Beschäftigten, Unternehmen und der Region«, betonte LDS-Präsident Béla Bélafi. Der Präsident verwies darauf, dass die Prüfung der Fördergeldbewilligung Priorität in der LDS hat. »Professionelle, schnelle Genehmigungsverfahren stärken unsere sächsische Wirtschaft.«

Für die geplante Erweiterung ihres Firmenstandortes hat die Firma ABX das Gelände der ehemaligen Radeberger »Stadtentsorgung K. Nehlsen GmbH« in der Pillnitzer Straße 1-7 erworben. Dieses wurde bis 1928 als Glashüttenwerk genutzt. Dabei kam es zu weitreichenden Teerablagerungen sowie zum Eintrag von Schlacken und Aschen bis in eine Tiefe von fünf Metern. In der Folge befinden sich nun Schadstoffe im Boden. Neben Phenolen, Zink und Arsen sind das insbesondere Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die umwelt- und gesundheitsschädlich sind.

Zur Gewährleistung gesunder Arbeitsverhältnisse und zur Schadstoffentfernung ist daher die großflächige Dekontamination der gesamten Fläche erforderlich. Dies umfasst neben dem Abbruch alter Gebäude auch den Bodenaushub und die anschließende fachgerechte Entsorgung des belasteten Materials. Die Geländefläche beträgt 2,4 Hektar und entspricht damit einer Größe von über drei Fußballfeldern.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8,6 Mio. Euro. Die Landesdirektion Sachsen stellt Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus dem Sächsischen Haushalt in Höhe von rund 6,6 Mio. Euro zur Verfügung, der Eigenanteil der ABX GmbH beträgt 2 Mio. Euro.

Insgesamt sind zwei Jahre für die Umsetzung des Vorhabens eingeplant. Danach ist der Standort entsprechend vorbereitet und es kann mit dem Bau der neuen Gebäude begonnen werden.

Dem Freistaat Sachsen ist die finanzielle Unterstützung von oft kostenintensiven Altlastensanierungen seit vielen Jahren ein Anliegen und so besteht mit der 2024 in Kraft getretenen EFRE-Förderrichtlinie »Flächenrecycling und Dekontaminierung von Standorten« wieder ein starkes Instrument, um Kommunen, deren Unternehmen und Eigenbetriebe sowie kommunale Zweckverbände, aber auch privatwirtschaftliche Unternehmen und sonstige private Flächeneigentümer tatkräftig mit einem Fördersatz von 77 Prozent zu unterstützen.

Gefördert werden investive Vorhaben zur Bodensanierung sowie zur Sanierung von Grundwasserschäden, aber auch zur Sanierung von Flächen mit erhöhten Schadstoffgehalten unterhalb der Gefahrenschwelle, die zur Nutzbarkeit der Flächen führen. Nach Abschluss der Sanierungsvorhaben müssen jeweils mindestens 15 Prozent der sanierten Fläche naturnahe Grünflächen sein.

Die Mittel werden durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und vom Freistaat Sachsen bereitgestellt. Anträge können über die Landesdirektion Sachsen https://www.lds.sachsen.de/foerderung (Bereich: Umweltschutz) gestellt werden.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Dr. Frank Bauer
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: presse@smul.sachsen.de
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