Wolfswelpen suchen warmen Unterschlupf im Heulager

22.12.2022, 11:39 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Symbolbild Wolf (© LfULG/F. Richter)

Symbolbild Wolf (© LfULG/F. Richter)

Die Fachstelle Wolf bittet Sichtungen zu melden

In den Morgenstunden des 14. und 15.12.2022 haben Mitarbeiter eines Landwirtschaftsbetriebs am Ortsrand von Gablenz im Landkreis Görlitz jeweils einen Wolf aus ihrer offenen Scheune kommen sehen. Nach Meldung der Wolfssichtung hat die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie das Monitoring vor Ort aktiviert.

Die offene Scheune wird als Heulager und Abstellort für landwirtschaftliche Gerätschaften genutzt. Vor Ort wurden zahlreiche Spuren großer Caniden sowie Wolfslosungen gefunden. Die für das Monitoring installierten Wildkameras bestätigten inzwischen, dass sich mindestens zwei Wolfswelpen regelmäßig in der Scheune aufhalten beziehungsweise ein und aus gehen. Die Jungtiere weisen teilweise Anzeichen von Räude auf. Das Heulager dient offenbar als warmer und trockener Schlafplatz, den die Tiere angesichts der winterlichen Temperaturen der letzten Tage regelmäßig als Rückzugsort aufsuchten, besonders dann, wenn wenig menschliche Aktivitäten stattfinden. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass die jungen Wölfe die menschliche Nähe suchen. Bei erkrankten Wölfen kann jedoch das natürliche Fluchtverhalten verzögert sein. In einem solchen Fall empfiehlt die Fachstelle Wolf, das Tier durch lautes Rufen oder in die Hände klatschen zu verjagen, aber nicht zu stark zu bedrängen oder in die Ecke zu treiben.

Auch aus anderen Regionen Sachsens wurden in den letzten Tagen ähnliche Sichtungen gemeldet. So ging Anfang Dezember eine Sichtungsmeldung aus der Region Radeberg ein, bei der ein offensichtlich an Räude stark erkrankter Wolf Schutz in einem offenen Heulager suchte. Bei der eingeleiteten intensiven Beobachtung der Situation vor Ort wurde ein regelmäßig genutzter Schlafplatz festgestellt. Seit 14.12.2022 wurden keine weiteren Sichtungsmeldungen bei der Fachstelle Wolf angezeigt, sodass davon ausgegangen werden kann, dass das Tier seiner Erkrankung erlegen ist.

Aus der Umgebung von Gablenz liegen der Fachstelle Wolf aus den letzten drei Monaten sieben weitere Sichtungsmeldungen vor. Beim Großteil dieser Meldungen laufen Wölfe auf weite Distanz über ein Feld. Keine der Sichtungen deutet auf ein auffälliges Verhalten hin. Dennoch wird die Situation in Gablenz weiterhin intensiv über das Wolfsmonitoring beobachtet.

Die Fachstelle Wolf bittet die Bevölkerung, insbesondere in der Region Gablenz Sichtungen oder Begegnungen mit Wölfen zu melden. So kann auf auffällige Situationen schnellstmöglich reagiert werden. Hinweise können telefonisch (035242 631 8201), per E-Mail (fachstellewolf.lfulg@smekul.sachsen.de) oder online über die Webseite der Fachstelle übermittelt werden.


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Kontakt

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Pressesprecherin Karin Bernhardt
Telefon: +49 351 2612 9002
Telefax: +49 351 4511 9283 43
E-Mail: karin.bernhardt@smul.sachsen.de
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