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Neue Wölfe am Sender

12.04.2022, 10:44 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Besenderung der Wolfsfähe FT18 "Sofi" (© LUPUS Institut)

Die Wölfin FT18 „Sofi“ hat ihr Sendehalsband bereits angelegt bekommen und wacht langsam aus der Betäubung auf.

Die Wölfin FT18 „Sofi“ hat ihr Sendehalsband bereits angelegt bekommen und wacht langsam aus der Betäubung auf.
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Besenderung der Wolfsfähen FT16 "Feli" und FT17 "Luna" (© LUPUS Institut)

Die beiden Wolfsfähen FT16 und FT17 werden nach dem Fang untersucht und bekommen anschließend das Sendehalsband angelegt.

Die beiden Wolfsfähen FT16 und FT17 werden nach dem Fang untersucht und bekommen anschließend das Sendehalsband angelegt.

Besenderungsprogramm in Sachsen geht in die nächste Runde

Das Besenderungsprogramm für Wölfe in Sachsen wird fortgesetzt. Es konnten bereits drei weitere Wölfe mit einem Senderhalsband versehen werden. Damit übermitteln aktuell fünf Wölfe Daten für das sächsische Wolfsmonitoring, wie das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute in Dresden mitteilte.

Neu am Sender sind drei Wolfsfähen: FT16 »Feli«, FT17 »Luna« und FT18 »Sofi«. Bei «Luna« und »Feli« handelt es sich wahrscheinlich um Mutter und Tochter. Aus den ersten Senderdaten lässt sich schließen, dass sie zum Rudel »Nochten« gehören. Ebenfalls neu besendert ist »Sofi«. Sie gehört zum Rudel »Knappenrode II«. Ob es sich bei ihr um die Mutter oder eine erwachsene Tochter des Rudels handelt, ist noch unklar. Genetische Untersuchungen sollen Aufschluss über die genaue Identität der Wölfinnen geben. Die Wolfsfähen FT14 »Rona« und FT15 »Lea«, die im März 2021 besendert worden sind, übermitteln weiterhin Daten für das Wolfsmonitoring. »Rona« ist eine Tochter des Rudels »Daubitz II« und hält sich nach wie vor im Gebiet des Truppenübungsplatzes Oberlausitz auf. »Lea«, die als Welpenfähe aus dem Rudel »Nochten« besendert wurde, bewegt sich derzeit schwerpunktmäßig im südlichen Bereich ihres Elternterritoriums.

Der im April 2020 mit einem Sender ausgestattete Wolfsrüde MT8 »Peter« sendet seit Anfang März keine Daten mehr. Wenn die Batterien am Senderhalsband nach circa zwei Jahren Laufzeit zu schwach werden, wird das Halsband mittels Fernsteuerung abgelöst, so auch bei MT8 »Peter«. Aus den bis dahin übermittelten Daten lässt sich ableiten, dass das Territorium des Mulkwitzer Rudels, dessen Vaterwolf »Peter« ist, mit einer ungefähren Größe von 100 Quadratkilometern relativ klein ist und dass sich die Nutzung des Mulkwitzer Territoriums nach dem Bau des Zauns zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP-Zaun) verändert hat.

Seit 2019 werden Wölfe in Sachsen zu Monitoringzwecken über das Landesbesenderungsprogramm mit Senderhalsbändern ausgestattet. Jetzt geht das Besenderungsprojekt in eine neue Runde. Dafür wird es bis Mitte April und im Frühjahr 2023 Fangversuche zur Besenderung von Wölfen geben. Ziel der neuen Besenderungen ist unter anderem, mehr Daten zum Einfluss der ASP-Zäune auf das Verhalten der Wölfe, zum Beispiel im Hinblick auf Zu- und Abwanderungsbewegungen, zu sammeln.

Routinemäßig werden im sächsischen Wolfsmonitoring verschiedene Monitoringmethoden angewendet. Dazu gehören zum Beispiel die Suche nach Wolfshinweisen, Nahrungsanalysen durch die Untersuchung von Wolfskot, genetische Analysen sowie der Einsatz von Wildkameras. Mit diesen Methoden lassen sich allgemeine Erkenntnisse zu den in Sachsen lebenden Wölfen gewinnen. Allerdings sind die Methoden nicht ausreichend, um bestimmte Parameter wie zum Beispiel Streifgebietsgrößen, Habitatnutzung, Aktivitätsverhalten, Abwanderungsverhalten oder Bewegungsmuster zu untersuchen. Hier stellt das Besenderungsprogramm eine wertvolle Ergänzung dar und bietet die Möglichkeit, Dynamiken zu verfolgen und Wissenslücken zu schließen.

Das Wolfsmonitoring in Sachsen wird im Auftrag des LfULG vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland durchgeführt. Das LUPUS Institut ist auch mit der Durchführung des Besenderungsprojekts beauftragt.


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