Waldpädagogiktagung 2026 in Naunhof
27.10.2026, 13:55 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Bundesfachtagung vereint sächsisches Waldpädagogik-Forum und bundesweite Tagung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Mit der Übergabe der Waldpädagogikzertifikate 2026 beginnt heute (27.10.2026) in Naunhof die Waldpädagogiktagung. Über zwei Tage kommen rund 170 Wald- und Umweltpädagogen, zertifizierte Natur- und Landschaftsführer sowie Vertreterinnen und Vertreter des formellen und informellen Bildungsbereichs aus ganz Deutschland zusammen. Die Tagung wird vom Bundesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Kooperation mit der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt (LaNU), dem Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Sachsenforst ausgerichtet
Zwei Veranstaltungen unter einem Dach
Die diesjährige Tagung ist etwas Besonderes: Sie vereint zwei Veranstaltungen. Seit 2015 findet zweijährlich das Waldpädagogik-Forum für sächsische Wald- und Umweltpädagogen statt. Der Bundesverband der SDW veranstaltet alle zwei Jahre seine bundesweite Waldpädagogiktagung. Für dieses Jahr wurde sich für die gemeinsame Ausrichtung im sächsischen Naunhof entschieden.
Qualitätsversprechen mit bundesweiter Geltung
Das Zertifikat zur staatlich zertifizierten Waldpädagogin bzw. zum staatlich zertifizierten Waldpädagogen wird in 13 Bundesländern nach gleichen Qualitätsstandards verliehen. Neben Grundlagen zu Pädagogik, Forst und Ökosystem Wald werden auch Rechtsgrundlagen und verschiedene Aufbaumodule für die praktische Waldpädagogik vermittelt. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung ist dabei untrennbar mit der Waldpädagogik verbunden. Alle drei Jahre müssen die Zertifikatsträgerinnen und -träger eine Weiterbildung nachweisen, um rezertifiziert zu werden.
In Sachsen erfolgt die Bewertung in drei Teilen: Konzeption, praktische Prüfung sowie theoretische Prüfung mit Reflexionsgespräch zur praktischen Prüfung. Bis zum Eröffnungstag der Tagung legten im Jahr 2026 insgesamt 27 Personen ihre Prüfung ab, fünf von ihnen mit dem Prädikat ‚besonderer Erfolg‘.
Sachsenforst bietet Zertifikatskurse seit 2011 in Kooperation mit der LaNU und seit 2016 gemeinsam mit der TU Dresden, Fachrichtung Forstwissenschaften in Tharandt an. Damit gibt es in Sachsen inzwischen 249 Zertifikatsträgerinnen und -träger.
Waldpädagogik in Sachsen – mehr als Wissensvermittlung
Waldpädagogik holt Menschen an ihren unterschiedlichen Standpunkten ab. Sie beschränkt sich nicht auf reine Wissensvermittlung, sondern stärkt Menschen darin, verantwortungsvoll mit Natur und Wald umzugehen, ein positives Naturbild zu entwickeln und eigenes wie gesellschaftliches Handeln in Bezug auf Wald und Umwelt einzuordnen.
Sachsenforst führt Waldpädagogik in 12 Forstbezirken und 3 Schutzgebieten durch. Dazu zählen das UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und der Nationalpark Sächsische Schweiz, der gemeinsam mit dem Nationalpark Böhmische Schweiz eine grenzübergreifende Schutzgebietskulisse bildet. Hinzu kommt das Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide als erstes deutsches Wildnisgebiet.
Sachsenforst betreibt zudem 3 Waldschulheime und 15 wald- und umweltpädagogische Tageseinrichtungen, darunter das Wildgehege Moritzburg als größte Einrichtung. Viele Standorte sind in historischen Ritter- oder Herrschaftsgütern untergebracht, etwa das Waldschulheim Conradswiese, die Walderlebnisscheune Taura und das Haus der Tausend Teiche.
Im Jahr 2025 verzeichnete Sachsenforst:
- 4.064 Veranstaltungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik mit 67.845 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
- darunter 69 Veranstaltungen der Waldjugendspiele mit 5.685 Schülerinnen und Schülern
- rund 4.600 Gäste in den Waldschulheimen
Die Waldpädagogik in den Revieren und Forstbezirken wird getragen von engagierten Kolleginnen und Kollegen. Für diese Fülle an Angeboten benötigt Sachsenforst jedoch die Unterstützung zertifizierter Waldpädagoginnen und Waldpädagogen, die auch außerhalb des Staatsbetriebes wertvolle Arbeit leisten und dabei unterschiedlichste Altersgruppen erreichen. Sachsenforst dankt ihnen für ihren wichtigen Beitrag für qualifizierte Umweltbildung.