Aufnahme neuer Mitglieder in die Umwelt- und Klimaallianz Sachsen

04.06.2026, 17:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Minister Panter: »Vorreiter auf dem Weg zu einer umweltfreundlichen Wirtschaft in Sachsen«

Umwelt- und Klimaschutz in Unternehmen wird nicht allein durch technische Innovation, Strategiepapiere oder Managementsysteme umgesetzt. Es braucht Menschen, die tagtäglich durch kleine und große Entscheidungen den Unternehmensalltag nachhaltig bestreiten und dabei die Kolleginnen und Kollegen begeistern und mitnehmen. Auf ihrer Netzwerkveranstaltung in Dresden hat die Umwelt- und Klimaallianz Sachsen (UKA) das freiwillige Engagement von Unternehmen für Umwelt- und Klimaschutz in den Mittelpunkt gestellt. Wirtschaftsminister Dirk Panter würdigte die rund 270 Mitgliedsunternehmen als »Vorreiterinnen und Vorreiter auf dem Weg zu einer umweltfreundlichen Wirtschaft in Sachsen«.

Im Bildungs- und Veranstaltungszentrum der Handwerkskammer Dresden (Njumii) überreichte er gemeinsam mit Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch Teilnahmeurkunden an neun neue Mitgliedsunternehmen. Erstmals wurden auch elf Unternehmen ausgezeichnet, die ihre Mitgliedschaft durch neue freiwillige Umweltleistungen verlängert haben.

Wirtschaftsminister Panter betonte die enge Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Innovation mit Umwelt- und Klimaschutz: »Die Unternehmen der Umwelt- und Klimaallianz zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können. Wer Energie effizient nutzt, Materialien im Kreislauf führt und Emissionen senkt, stärkt die eigene Wettbewerbsfähigkeit.« Mit Blick auf die Rolle des Handwerks ergänzte Minister Panter: »Gerade das Handwerk macht Klimaschutz vor Ort konkret – innovativ, ressourcenschonend und nah an den Menschen. Es ist ein zentraler Treiber der nachhaltigen Entwicklung in Sachsen.«

Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Die Mitglieder der Allianz setzen in ihren Unternehmen auf umweltfreundliche sowie nachhaltige Lösungen und Prozesse – und das freiwillig und über das geforderte Maß hinaus. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für einen sorgsamen Umgang mit unseren Ressourcen und gestalten so die Wirtschaft von morgen: wettbewerbsfähig, zukunftsorientiert und verantwortungsbewusst. Ich hoffe, dass dieses vorbildliche Handeln noch viele Nachahmer findet und die Allianz weiter wächst.«

Die Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern sowie Verbände aus Industrie, Land- und Forstwirtschaft unterstützen die Allianz als Partner, viele Handwerksbetriebe sind bereits im Netzwerk aktiv. Mit dem Auftakt einer Zusammenarbeit zwischen der Umwelt- und Klimaallianz und der Initiative »Klimaschulen Sachsen« soll die Verbindung zwischen Wirtschaft, Bildung und nachhaltiger Entwicklung weiter gestärkt werden.

Ausgewählte Neu-Mitglieder der UKA aus den Bereichen Handwerk und Industrie

Neu aus dem Bereich Handwerk hinzugekommen ist u.a. die Tischlerei Landgraf aus Döbeln. Der Betrieb verbindet in vorbildlicher Weise traditionelles Handwerk mit Klimaschutz und Biodiversität. Durch den Ausbau der Eigenstromproduktion mittels Photovoltaik sowie eine umfassende energetische Sanierung der Betriebsgebäude leistet das Unternehmen einen aktiven Beitrag zur Energiewende. Gleichzeitig setzt die Tischlerei konsequent auf Kreislaufwirtschaft: Durch Restaurierungsarbeiten, Denkmalschutz und die gezielte Aufarbeitung von Altbeständen werden Ressourcen geschont und die Lebensdauer von Produkten verlängert. Auch im Bereich Artenschutz engagiert sich der Betrieb, etwa durch den Erhalt natürlicher Lebensräume wie hohler Weiden für Höhlenbrüter und die Bereitstellung von Totholz als Lebensraum für geschützte Insektenarten.

Die GAZIMA Galvanische Veredelung Zimmermann GmbH aus dem westerzgebirgischem Grünhain-Beierfeld wurde für die Verlängerung ihrer Teilnahme in der Umwelt- und Klimaallianz ausgezeichnet. Das Unternehmen steht exemplarisch für die Verbindung von technologischer Innovation und nachhaltigem Wirtschaften. Durch den Einsatz hocheffizienter Blockheizkraftwerke in Kombination mit einer Kälteabsorberanlage wird Abwärme effektiv genutzt. In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut gelingt zudem die Rückgewinnung von Wasserstoff als Energieträger. Besonders hervorzuheben ist auch das Ressourcenmanagement: 'Trotz Verdopplung der Produktion konnte der Wasserverbrauch halbiert werden, unter anderem durch den Einsatz von Regen- und Brunnenwasser. Grundlage dafür ist ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001. Für dieses Engagement wurde das Unternehmen bereits mit dem Umweltpreis der Handwerkskammer Chemnitz ausgezeichnet.

Auch im Bereich Industrie wurden neue Mitglieder in die Umwelt- und Klimaallianz Sachsen aufgenommen.

Die Mondi Schwarzenberg GmbH überzeugt durch langjährig etablierte Umweltstandards und eine klare strategische Ausrichtung auf Klimaneutralität. Das Unternehmen ist seit 20 Jahren im europäischen Umweltmanagementsystem EMAS registriert und verfügt zudem über ein zertifiziertes Umweltmanagement nach DIN EN ISO 14001. Im Rahmen der Veranstaltung wurde diese Leistung mit einer Jubiläumsurkunde gewürdigt. Ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 sichert die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an einem Konzept, um die eigenen Emissionen sowie die Emissionen aus dem Energieverbrauch zu senken und klimaneutral zu werden. Dazu soll unter anderem ein Biomasseheizwerk entstehen.

Ebenfalls neu hinzugekommen ist die IK Elektronik GmbH aus Muldenhammer. Das Unternehmen setzt auf besonders effiziente Gebäude- und Klimatechnik: Geothermie, Betonkernaktivierung sowie moderne Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung sorgen für einen energieeffizienten Betrieb. Durch die Umrüstung auf LED-Beleuchtung bei gleichzeitiger Wiederverwendung bestehender Leuchten konnten die CO₂-Emissionen um rund 12 Tonnen pro Jahr reduziert werden. Darüber hinaus übernimmt das Unternehmen Verantwortung für den Standort: Biotope auf dem Betriebsgelände werden aktiv erhalten, und durch die Lage in einem Trinkwasserschutzgebiet sowie in der Nähe von FFH-Gebieten gelten besonders hohe Umweltstandards.

Eine Übersicht über neue und rezertifizierte Mitglieder in der »Umwelt- und Klimaallianz Sachsen« ist der Medieninformation beigefügt.

Hintergrund

Die Umwelt- und Klimaallianz Sachsen (UKA) steht für freiwilliges, praxisnahes Engagement von Unternehmen für Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz. Die derzeit 270 Mitgliedsunternehmen profitieren von Austausch, Impulsen aus der Praxis und der Möglichkeit, eigene Umweltleistungen sichtbar zu machen, Projekte anzustoßen und passende Partner zu finden. Seit 2025 ist die UKA im Geschäftsbereich des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz angesiedelt. Mitglied können Unternehmen werden, die freiwillig Umweltleistungen über gesetzliche Anforderungen hinaus erbringen.


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