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Schaumbildung an Talsperrenzuflüssen - Wie gefährlich ist Schaum für Natur und Trinkwasser?

10.06.2021, 13:07 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Gerade in den Frühjahrsmonaten beobachten Spaziergänger und Anwohner immer wieder Schaum in den Zuflüssen zu Talsperren. Diese Schaumbildung hat meist natürliche Ursachen und ist kein Grund zur Besorgnis. Der Schaum wird durch Stoffe wie Eiweiße oder Biotenside erzeugt, die sich auf der Wasseroberfläche ansammeln. Dabei senken sie die Oberflächenspannung des Wassers. Gerät das Wasser in Bewegung, wird zusätzliche Luft in die Lösung gebracht und es entsteht Schaum – so ähnlich wie beim Hände waschen mit Seife.

Während der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen werden organisches Material und dessen Abfallprodukte freigesetzt und angeschwemmt. Das können beispielsweise Teile von Algen, Wasserpflanzen, Insekten aber auch Falllaub oder Pollen sein. Organische Stoffe aus moorigen Gebieten – sogenannte Huminstoffe – führen insbesondere im Frühjahr zu einer erhöhten Schaumbildung. Der Schaum legt im Gewässer meist lange Strecken zurück und sammelt sich vor allem in Stillbereichen des Flusses. Natürlicher Schaum ist weiß bis gelblich-bräunlich, enthält kleine Pflanzen- oder Insektenteile und riecht erdig oder – wenn Algen enthalten sind – nach Fisch. Der Schaum zerfällt relativ langsam.

Künstlicher Schaum ist heute dagegen eher selten in den sächsischen Gewässern zu finden. Er entsteht aus Stoffen, die durch den Menschen in ein Gewässer gelangen können, wie beispielsweise Waschmittel-Tenside oder Löschschaum. Die Schaumblasen erscheinen im Licht regenbogenfarbig, führen aber zu keiner Trübung des Gewässers. Der Geruch erinnert oft an Waschmittel oder Parfüm. Der Schaum zerfällt relativ schnell. Deshalb nimmt er über längere Fließstrecken rasch ab.

Bei Schaumbildung ohne Niederschläge oder Schneeschmelze oder in unüblichen Bereichen muss genauer hingesehen und die Ursachen schnellstmöglich ermittelt werden. Denn auch Dünger, Gülle oder die Einleitung von Abwasser verursachen Schaum auf den Gewässern. Hier ist meist eine Trübung des Wassers zu beobachten. Der typische Jauchegeruch weist auf eine illegale Einleitung hin.

Wie gefährlich ist Schaum für Trinkwassertalsperren?
Natürlich entstandener Schaum ist ökologisch wenig bedenklich. Er kommt auf fast jedem gesunden Gewässer regelmäßig vor und kann auch auf Trinkwassertalsperren beobachtet werden.

Künstlicher Schaum kann dagegen gefährlich für ein Gewässer sein. So kann es durch Einleitung von Gülle zu großräumigen Fischsterben kommen. Aber auch für Trinkwassertalsperren ist künstlicher Schaum ein Problem. In solchen Fällen ist die Landestalsperrenverwaltung Sachsen sowie die Polizei oder die Untere Wasserbehörde des jeweiligen Landkreises zu informieren.


Kontakt

Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

Pressesprecherin Katrin Schöne

Telefon: +49 3501 796 378

Telefax: +49 3501 796 116

E-Mail: presse@ltv.sachsen.de

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