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14.01.2019, 13:02 Uhr

Sächsische Wirtschaft treibt Internationalisierung voran

Martin Dulig: „Der Export schafft zusätzliche Marktpotenziale und kann für kleine und mittlere Unternehmen zum Wachstumsmotor werden.“

Wirtschaftsminister Martin Dulig hat sich heute in Grünhainichen (Erzgebirgskreis) mit den in der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen (AWIS) vertretenen Kammern zur außenwirtschaftlichen Unterstützung sächsischer Unternehmen im Jahr 2019 abgestimmt. Im „Spitzengespräch Außenwirtschaft“ verständigten sich die Teilnehmer zur außenwirtschaftlichen Jahresplanung, die vielfältige Angebote zur Internationalisierung der sächsischen Wirtschaft umfasst. Außerdem wurde vereinbart, die „Internationalisierungsoffensive Sachsen“ (IOSax) bis Ende 2020 fortzusetzen. Damit soll erreicht werden, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre Wachstumschancen im Ausland nutzen, um sich von regionalen Absatzmärkten unabhängiger zu machen.

IOSax ist 2016 auf Initiative des SMWA in Ergänzung der bestehenden Instrumente der Außenwirtschaft – etwa Gemeinschaftsstände auf internationalen Messen, Unternehmensreisen und finanzielle Förderung – ins Leben gerufen worden. Dabei beraten Export-Scouts der Kammern noch nicht im Ausland aktive Unternehmen gezielt zu Export und Internationalisierung. Die Laufzeit war zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Ziel bleibt es, die Internationalisierung der sächsischen Wirtschaft noch weiter voranzutreiben. Aktuell engagieren sich in Sachsen erst rund acht Prozent der Unternehmen im Außenhandel (Bundesdurchschnitt: rund elf Prozent). „Dabei schafft gerade der Export zusätzliche Marktpotenziale und kann für kleine und mittlere Unternehmen zum Wachstumsmotor werden“, sagt Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig und betont: „In unserer globalisierten Welt stehen auch Unternehmen, die nur auf dem heimischen Markt aktiv sind, im internationalen Wettbewerb. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen neue internationale Märkte zu erschließen, ist die richtige unternehmerische Konsequenz.“

Gleichzeitig verweist Minister Dulig auf die Bedeutung des freien und fairen Handels für sächsische Unternehmen: „Freihandel, der auf klaren Spielregeln basiert, verspricht Wachstum, schafft und sichert Arbeitsplätze und ist damit gut für die sächsische Wirtschaft. So sorgt das zwischen Kanada und der EU getroffene Handelsabkommen CETA für faire Bedingungen im transatlantischen Handel. Dass CETA die richtigen Weichen stellt, wurde mir bei meinem Kanada-Besuch im September 2018 von sächsischen und kanadischen Unternehmen signalisiert.“

Mit der Koordinierung der IOSax-Aktivitäten bleibt die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) beauftragt. WFS-Geschäftsführer Thomas Horn: „Bislang haben sich knapp 800 Firmen zu Fragen des Auslandsgeschäfts beraten lassen. Viele Unternehmen haben sich 2018 erstmals an den AWIS-Angeboten beteiligt. Dass man dabei auch neue Wege beschreiten kann, haben spezielle Einstiegsangebote wie unsere Online Marketing Challenge gezeigt, mit der wir in diesem Jahr in die zweite Runde gehen werden.“

Best-Practice-Beispiel: ZABAG Security Engineering GmbH

Das „Spitzengespräch Außenwirtschaft“ fand in den Räumen der ZABAG Security Engineering GmbH in Grünhainichen statt. Das Unternehmen ist einer der führenden europäischen Hersteller von Zugangs- und Sicherheitsanlagen im Außenbereich (Tore, Drehkreuze, Schranken, Poller). Seit seiner Gründung 1990 ist ZABAG kontinuierlich gewachsen und hat sich durch Qualität und Leistung internationale Anerkennung verschafft.

Der geschäftsführende Gesellschafter Michael Simon berichtete im Rahmen des Spitzengespräches über die Erfahrungen des mittelständischen Unternehmens im Auslandsgeschäft: „Auf den internationalen Märkten sind wir vor allem im Bereich Hochsicherheit mit unseren Produkten sehr erfolgreich. Unsere individuellen Lösungen als Komplettpaket – begonnen bei der Analyse, Planung und Konstruktion über die Fertigung bis hin zur Montage und After-Sales-Service; alles aus einem Haus – überzeugen unsere Kunden weltweit. Die Nachfrage nach Sicherheitslösungen im internationalen Raum steigt stetig.“

Außenwirtschaftliche Jahresplanung 2019

Als eines der ersten Bundesländer hat der Freistaat Sachsen im Jahr 2018 eine Außenwirtschaftsstrategie verabschiedet. Sie bildet den mehrjährigen Rahmen für die sächsische Außenwirtschaftspolitik und zielt darauf ab, die Exportquote zu erhöhen und mehr Unternehmen für das Auslandsgeschäft zu gewinnen.

Die Schwerpunktmärkte werden jährlich auf den Bedarf der Unternehmen abgestimmt. Die jeweilige außenwirtschaftliche Jahresplanung der AWIS-Partner beinhaltet die Angebote für sächsische Unternehmen – u.a. Informationsveranstaltungen, Beratungstage, Messebeteiligungen sowie Unternehmer- und Delegationsreisen. Die Koordinierung der AWIS-Aktivitäten übernimmt 2019 wieder die Industrie- und Handelskammer Chemnitz.

Dieter Pfortner, Präsident der IHK Chemnitz: „Die Koordinierung und Weiterentwicklung der außenwirtschaftlichen Angebote der sächsischen AWIS-Partner ist für uns Herausforderung und Verpflichtung zugleich. Wir möchten den sächsischen Unternehmen ein interessantes Angebot für ihre Auslandsaktivitäten an die Hand geben und sie aktiv bei ihrer Internationalisierung unterstützen. Eine weitere Herausforderung in diesem Jahr ist das Reagieren auf ein sich ständig wechselndes Umfeld, verursacht durch Brexit, Iran- und Russland-Sanktionen, das Verhältnis USA-China, EU-Türkei u.a. Hier bieten wir eine umfassende Beratung an. Wir werden uns weiterhin mit unseren Partnern mit aller Kraft für offene Märkte und freien und fairen Welthandel einsetzen, der auf gemeinsam vereinbarten Regeln basiert.“

Die Jahresplanung für 2019 umfasst über 150 Aktivitäten für mehr als 40 Länder. Darunter sind bewährte Märkte in Europa sowie neue Märkte in Afrika, Amerika und Asien. Die Schwerpunkte liegen auf den Nachbarstaaten Polen, Tschechische Republik, Österreich und Schweiz, welche sich für den Exporteinstieg besonders gut eignen. Dazu kommen u.a. Aktivitäten auf den wichtigsten sächsischen Auslandsmärkten China und USA sowie mit dem langjährigen Handelspartner Russland. Wirtschaftsminister Dulig wird 2019 voraussichtlich die Niederlande, Dänemark und Estland besuchen.

Von Januar bis März führen die Kammern die zweijährliche Außenwirtschaftsumfrage durch, um die außenwirtschaftlichen Angebote kontinuierlich auf den Bedarf der sächsischen Unternehmen abzustimmen. Vom 8. bis 12. April findet zum siebten Mal die Sächsische Außenwirtschaftswoche statt. Unter dem Motto „Sachsen! Weltweit dabei.“ liefert eine Vielzahl von Veranstaltungen gezielte Informationen über strategische und praktische Fragen des Auslandsgeschäfts. Das Veranstaltungsangebot im Raum Chemnitz, Dresden und Leipzig richtet sich sowohl an bereits im Export tätige Unternehmen als auch an Einsteiger.

Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz: „Mit der Beteiligung an der Außenwirtschaftswoche können Handwerk und Industrie zeigen, wie wertvoll das Exportgeschäft für eine breite Ertragsbasis der Betriebe und für den Antrieb von Produktinnovationen ist. Die Außenwirtschaftswoche weist zudem vielen Unternehmen den Weg in die vielfältigen Unterstützungsangebote des Freistaats für das Exportgeschäft. Und unser Export-Scout unterstützt die Betriebe ganzjährig bei so wichtigen Themen wie dem Entsenderecht, Zollrecht oder Zahlungsverkehr.“

Sächsische Außenhandelsbilanz 2017/2018

2017 erbrachte der Freistaat 33,9 Prozent seiner Wirtschaftsleistung im Export (2016: 31,0 Prozent) und erreichte im Außenhandel neue Rekordwerte. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 41 Milliarden Euro, die Importe um zehn Prozent auf 24 Milliarden Euro. In den ersten drei Quartalen 2018 konnte dieses hohe Niveau gehalten halten werden: Sowohl bei den Ein- als auch bei den Ausfuhren verzeichnete Sachsen eine „schwarze Null“. Die Gesamtbilanz für 2018 wird voraussichtlich im März vorliegen.

Die wichtigsten Ausfuhrländer waren in den ersten drei Quartalen 2018 weiterhin China (+ 11 Prozent) und – trotz Verlusten – die USA (- 5 Prozent) und Großbritannien (-11 Prozent). Etwa die Hälfte der sächsischen Exporte ging in EU-Länder, was die Bedeutung des europäischen Binnenmarktes unterstreicht. Die wichtigsten Einfuhrländer waren erneut die Tschechische Republik, Polen und die USA.

Unverändert stellten die Erzeugnisse des Kraftfahrzeugbaus den größten Anteil der Exporte und Importe. Es folgten Produkte der Elektrotechnik und des Maschinenbaus.

Hintergrund und weiterführende Informationen:

Die Außenwirtschaftsinitiative Sachsen bündelt die außenwirtschaftlichen Aktivitäten der Staatsregierung, der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern sowie der Wirtschaftsverbände VDMA Ost und VSW. Mit ihren jeweiligen Kompetenzen und Angeboten unterstützen die in AWIS zusammengeschlossenen Partner die überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen in Sachsen auf ihrem Weg ins Ausland.

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