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29.11.2018, 14:37 Uhr

Waldbiotope in Sachsen auf großer Fläche

Sachsenforst legt aktuelle Waldbiotopkartierung vor

Die aktuelle landesweite Waldbiotopkartierung bringt es ans Licht: Fast zwölf Prozent des sächsischen Waldes werden durch naturschutzfachlich wertvolle Biotope gebildet, ein Viertel von ihnen genießt sogar einen gesetzlichen Schutzstatus. Von höhlenreichen Altholzinseln auf wenigen Quadratmetern bis zu großflächigen standortsheimischen Fichtenwäldern in den Kammlagen der Mittelgebirge – die sächsischen Wälder bieten vielfältige Lebensräume für zahlreiche seltene und geschützte Arten.

„Wälder haben eine herausragende Bedeutung für den Naturschutz“, bekräftigt Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun. „Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass die naturnahe Waldbewirtschaftung und der erfolgreiche Waldumbau in Sachsen einen wesentlichen Teil zum Erhalt der Biodiversität leisten.“ Fast 45.000 Waldbiotope mit einer Gesamtfläche von über 58.400 Hektar wurden erfasst – das ist etwa zehn Mal die Fläche der Dresdner Heide.

Weil sich die Umweltbedingungen schnell verändern können, müssen Waldbiotope periodisch wiederholt kartiert werden. Die neuen Biotopdaten, welche seit 2006 von erfahrenen Forstsachverständigen erhoben wurden, sind lagegenau und enthalten detaillierte Informationen zu Waldstruktur, Arteninventar und Schutzstatus.

Für Waldbesitzer ist die genaue Kenntnis von wertvollen Waldbiotopen ein wichtiges Instrument für einen erfolgreich praktizierten Naturschutz im Wald. „Wer besonders wertvolle Lebensräume im Wald schützen will, muss diese auch kennen“, erläutert Braun. Die Ergebnisse der Kartierung werden in einem Geo-Informationssystem gespeichert und stehen allen Interessierten in einem interaktiven Kartenviewer im Internet zur Verfügung.

Hintergrund

Biotope sind bestimmte Lebensräume mit einer Lebensgemeinschaft verschiedener Arten. In Sachsen werden seltene, schützenswerte oder besonders strukturreiche Waldbiotope durch Sachsenforst selektiv erfasst. Erstmals wurde die Waldbiotopkartierung von 1994 bis 2000 durchgeführt. Im Vergleich zur aktuellen Kartierung von 2006 bis 2016 hat die Biotopfläche um 36 Prozent zugenommen. Eine Ursache für den Anstieg ist die erweiterte Kartiermethodik, welche sich an den Kriterien der Lebensraumtypkartierung in den Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Gebieten orientiert. Damit trägt die Waldbiotopkartierung auch zur Erfassung von FFH-Lebensraumtypen für die Erfüllung der FFH-Berichtspflichten gegenüber der EU bei.

Überwiegend (83 Prozent) werden die kartierten Biotopflächen durch naturnahe Waldgesellschaften gebildet. Standortsheimische Fichtenwälder im oberen Erzgebirge sowie Buchen- und Eichenwaldgesellschaften vom Tiefland bis in die montane Höhenstufe weisen mit Abstand die höchsten Flächenanteile und den größten Flächenzuwachs unter den erfassten Biotoptypen auf. Durch den fortschreitenden Waldumbau unter Berücksichtigung von Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft wird sich deren Anteil zukünftig weiter erhöhen.

Geschützte, oft kleinflächige Biotope mit besonderem Wert sind Felsen, Bäche und Flüsse, Quellen, Tümpel und Teiche wie auch Wiesen, Heiden und Moore. Sie ergänzen das Lebensraumangebot im Wald für Tier- und Pflanzenarten mit spezifischen Ansprüchen. Ihre Flächen sind gegenüber der ersten Kartierung mehrheitlich konstant geblieben oder schwanken in geringem Umfang.

Über 70 % der Biotope sind kleiner als ein Hektar, 907 Biotope (zwei Prozent) besitzen eine Fläche von mehr als zehn Hektar, vier Biotope sogar über 100 Hektar, darunter drei Fichtenwälder des Berglandes mit einer Größe zwischen 122 und 188 Hektar im Forstbezirk Adorf. Fast die Hälfte der kartierten Biotopflächen liegen im Landeswald, gut ein Drittel im Privatwald, die übrigen Flächen verteilen sich auf den Bundes-, Körperschafts- und Kirchenwald.

Für alle Interessierten stehen die Ergebnisse der Waldbiotopkartierung sowie detaillierte Hintergrundinformationen gebührenfrei im Internet unter www.wald.sachsen.de/waldbiotopkartierung-5927.html zur Verfügung. Alle Waldbesitzer können sich darüber hinaus zu Fragen der naturnahen Waldbewirtschaftung bei den zuständigen Revierleitern von Sachsenforst kostenfrei beraten lassen. Den fachkundigen Ansprechpartner sowie weitere Informationen zu Sachsenforst finden Sie unter www.sachsenforst.de.

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