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LEADER fördert den Landtourismus in Sachsen

26.09.2018, 10:34 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsminister Schmidt zieht zum Welttourismustag positive Zwischenbilanz

Das EU-Förderprogramm „LEADER“ wirkt vielgestaltig in den sächsischen ländlichen Raum hinein. So ist neben Wohnen und dem Erhalt öffentlicher Einrichtungen die Förderung von attraktiven touristischen Projekten ein Schwerpunkt der LEADER-Maßnahmen. Das Thema Tourismus ist in allen Entwicklungsstrategien der 30 LEADER-Regionen Sachsens verankert. Neben den Beherbergungsbetrieben spielt in den Strategieplänen auch die kleine touristische Infrastruktur eine Rolle.

Anlässlich des morgigen Welttourismustages (27. September 2018) zieht Staatsminister Thomas Schmidt eine positive Zwischenbilanz. „Das thematische Spektrum der angebotenen Maßnahmen ist weit: Genusstourismus, Reit- und Wandertourismus, Wasser- und Radtourismus stehen beispielhaft für die Vielfalt des ländlichen Raums“, sagte der Staatsminister. Zusätzlich sind die Sicherung und die Weiterentwicklung bestehender touristischer Angebote über die LEADER-Förderung möglich sowie Fortbildungen und Zertifizierungen der Angebote. „LEADER ist in Sachsen lebendig und unterstützt auch die Wirtschaft im ländlichen Raum. Das Programm ist besonders geeignet, flexibel und passgenau auf die Bedürfnisse der regionalen Gemeinschaften im ländlichen Raum zu reagieren“, sagte Staatsminister Schmidt. „Unsere 30 LEADER-Aktionsgruppen und deren Regionalmanager leisten hervorragende Arbeit und sind nahe an den Bürgern und Gemeinden. Mit der Unterstützung des Tourismus nutzen sie unser einmaliges Naturpotenzial.“

Bislang wurden 86 investive LEADER-Vorhaben bewilligt, die die touristische Infrastruktur der Regionen erhalten oder ausbauen. Mit diesen knapp fünf Millionen Euro Fördermitteln für den Tourismus werden Gesamtinvestitionen von über 16 Millionen Euro ermöglicht. Von diesen bewilligten Vorhaben wurden bereits 17 realisiert. Dazu zählen beispielsweise der Ausbau von Wanderwegen und Rasthütten sowie die Schaffung von Beherbergungskapazitäten: Bisher entstanden neun Ferienwohnungen oder -zimmer mit insgesamt 26 neu geschaffenen Betten. Für die Schaffung weiterer 122 Ferienwohnungen und -zimmer bzw. 373 neuer Betten sind die Fördermittel durch die Landratsämter bereits bewilligt worden. Schwerpunkte bilden die Lausitz, Nordsachsen, das Erzgebirge und das Vogtland.

Großes Potenzial für die touristische Wertschöpfung in Sachsen sieht Staatsminister Schmidt auch in den bislang 50 nicht-investiven Vorhaben. „Gerade in der Projektentwicklung der regionalen Touristiker entstehen die Perlen, die den Tourismus im sächsischen ländlichen Raum so einzigartig machen. Nirgendwo in Deutschland liegen weltbekannte Bauten und Kulturangebote der Metropolen und die Kleinode unserer Dörfer und Kleinstädte so nah beieinander wie in Sachsen.“

So hat der Haynaer Strandverein e. V. (LEADER-Region „Delitzscher Land“) eine Förderung für ein modernes Ticketsystem und eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit erhalten. Am touristischen Radweg „Auersbergkönig“ im Erzgebirge konnte mit LEADER-Unterstützung zwischen dem Eibenstocker Ortsteil Blauenthal und dem Auersbergplateau auf einer rund elf Kilometer langen Strecke ein elektronisches Zeiterfassungssystem installiert werden. Mit diesem kann jeder seine persönliche Einzel-Bergzeit über die 550 Höhenmeter messen. In der Sächsischen Schweiz kümmert sich ein Manager um die „Sanfte Mobilität“ und koordiniert nachhaltige Mobilitätslösungen im LEADER-Gebiet Sächsische Schweiz, um die Erreichbarkeit touristischer Ziele in der Region mit dem öffentlichen Nahverkehr zu optimieren. Der Lutherweg in Sachsen erhält mit LEADER ein Qualitätsmanagement, mit dem notwendige Schulungen durchgeführt und auch Abschnitte auf weitere Möglichkeiten zur Barrierefreiheit untersucht werden.

Hintergrund:

Die Welttourismusorganisation (UNWTO) begeht seit dem Jahr 1980 jährlich am 27. September den Welttourismustag. Das Thema des Welttourismustages 2018 lautet „Innovation und digitale Transformation“. Die UNWTO sieht in digitalen Antworten und Innovationen einen wichtigen Lösungsansatz, um wachsende Touristenzahlen und den Wunsch nach einem nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus in Einklang zu bringen. Laut Statistischem Landesamt erreichten die touristischen Kennzahlen für Sachsen im Jahr 2017 einen Rekordwert: 7,86 Millionen in- und ausländische Gäste besuchten im vergangenen Jahr den Freistaat Sachsen. Sie buchten in einer der über 2 000 Beherbergungseinrichtungen insgesamt 19,51 Millionen Übernachtungen. Mitte 2017 waren in Sachsen 63 500 Personen im Tourismus beschäftigt.

Nach den guten Erfahrungen mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) in der vergangenen Förderperiode hatte der Freistaat Sachsen den Regionen für 2014 bis 2020 noch größere Gestaltungsmöglichkeiten in der regionalen Entwicklung eröffnet und mehr Verantwortung bei der Verwendung der Fördermittel übertragen. Bei der Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums setzt Sachsen wie kein anderes Bundesland auf das LEADER-Prinzip: Die Akteure im ländlichen Raum können nahezu flächendeckend die Vorteile eigenständiger Strategien einschließlich der Verantwortung für ihr Budget nutzen. Die Regionen erhalten dafür mit 427 Millionen Euro 40 Prozent der Mittel des sächsischen Entwicklungsprogramms für den Ländlichen Raum (EPLR). Mit diesem hohen Anteil steht Sachsen europaweit an der Spitze.
Nach einem Aufruf des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) haben sich 30 sächsische Regionen gebildet und sich mit ihren Entwicklungsstrategien um die Anerkennung als LEADER-Gebiet beworben. Das SMUL hat alle Strategien im April 2015 genehmigt. Die LEADER-Aktionsgruppen bestimmen nun in einem transparenten Verfahren selbst, welche Projekte in welcher Höhe gefördert werden. Die Strategien sind die Basis für thematische Aufrufe, nach denen sich Bürger, Unternehmen, Vereine und Gemeinden um eine Förderung bewerben können. Ein Entscheidungsgremium wählt nach den regionalen Prioritäten die Vorhaben aus. Die Bewilligung der Förderung erfolgt dann durch die jeweiligen Landratsämter.

LEADER (französisch: „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale“) ist eine Initiative der Europäischen Union zur Entwicklung der ländlichen Räume unter maßgeblicher Mitarbeit der Bevölkerung. Die finanzielle Unterstützung der ländlichen Entwicklung im Rahmen von LEADER erfolgt aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie aus sächsischen Landesmitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.


Weiterführende Links

Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Frank Meyer

Telefon: +49 351 564 20060

Telefax: +49 351 564 20065

E-Mail: presse@smul.sachsen.de

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