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25.10.2017, 11:30 Uhr

Pegel Göritzhain warnt wieder vor Hochwasser

Umweltminister Thomas Schmidt: „Seit 2002 24 Millionen Euro in das Pegelnetz investiert“

Der Pegel Göritzhain kurz vor der Mündung der Chemnitz in die Zwickauer Mulde liefert künftig wieder Hochwasserdaten. Gemeinsam mit Baufirmen, Bürgermeistern der Anliegerorte und Vertretern von Behörden nahm Umweltminister Thomas Schmidt den neu errichteten Pegel Göritzhain nahe Wechselburg (Landkreis Mittelsachsen) heute (25. Oktober 2017) in Betrieb. Der Pegel wird von der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) betrieben. Den Bau übernahm der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement.

„Ständig aktuelle und verfügbare Wasserstands- und Durchflussdaten werden nicht nur für schnelle und korrekte Hochwasserwarnungen benötigt. Eine zuverlässige Datengrundlage ist auch für die Bereitstellung von Brauchwasser, für verschiedenste Umweltbelange und nicht zuletzt für die Bewertung der Klimaveränderungen von großer Bedeutung“, so der Minister. „24 Millionen Euro hat der Freistaat deshalb seit der Flutkatastrophe vom August 2002 in den Neubau und die Sanierung von Pegelanlagen investiert“.

Für den Wiederaufbau des durch das Hochwasser im Jahr 2013 schwer beschädigten Pegels Göritzhain wurden insgesamt 610 000 Euro investiert, davon 360 000 Euro aus Landesmitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushalts. Weitere 250 000 Euro stammen aus dem Aufbauhilfefond für die Beseitigung der Schäden des Hochwassers aus dem Jahr 2013, den Bund und Länder gemeinsam finanzieren.

Die unzugängliche Lage am Gewässer im FFH- sowie im Vogelschutzgebiet erforderte ein besonders behutsames Bauen. Die Einrichtung eines Stromanschlusses war nicht möglich. Deshalb wurde für den Betrieb von Messgeräten und Seilkrananlage eine komplett autarke Energieversorgung realisiert. Erstmals bei einem Pegel in Deutschland ist durch die Kombination einer Solaranlage mit einer Brennstoffzelle sowie mit Akkumulatoren eine netzunabhängige Versorgung für 230-Volt-Technik möglich.

Der Pegel Göritzhain ermittelt die Abflüsse aus dem 532 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Chemnitz. Er gehört zum Hydrometrischen Basismessnetz des Freistaates und ist einer der Pegel, auf die sich das Hochwasservorhersagemodell im Muldegebiet bei seinen Berechnungen bezieht.

Der Pegel wurde im Oktober 1909 am rechten Ufer der Chemnitz, etwa 1,2 Kilometer vor der Einmündung in die Zwickauer Mulde, errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zerstört, nahm aber aufgrund seiner großen Bedeutung bereits am 15. August 1945 wieder durch tägliches manuelles Ablesen der Pegelstände den Betrieb auf. Seit März 1946 erfolgte dann wieder eine kontinuierliche Aufzeichnung der Wasserstände.

Bei den Hochwassern der Jahre 2002 und 2013 wurden Pegelhaus und die erst im Jahr 1995 errichtete Seilkrananlage so stark beschädigt, dass ein kompletter Neubau notwendig war.

Hintergrund:

Aktuell betreibt die BfUL 196 hydrometrische Pegel, darunter 94 Hochwassermeldepegel. Für weitere Pegel sind die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) bzw. der Staatsbetrieb Landestalsperrenverwaltung zuständig.

Beim Augusthochwasser 2002 wurden 43 Pegel der BfUL schwer beschädigt, vier wurden vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau wurde das Pegelmessnetz weitreichend modernisiert, hochwassersicher aufgebaut und mit redundanten Systemen zur Datenerfassung und -Übertragung ausgestattet.

Pegelstände und Durchflüsse in Sachsen:

www.lsnq.de/wasserstand

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