65 Jahre Talsperre Cranzahl

10.08.2017, 12:18 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Tag der offenen Tür am Samstag, 12. August 2017

Die Talsperre Cranzahl im Erzgebirge wird 65 Jahre alt – und das möchten wir mit einem Tag der offenen Tür feiern. Kommen Sie am Samstag, 12. August 2017 zwischen 10 und 15 Uhr zur Talsperre und werfen Sie einen Blick in den Entnahmeturm und den Grundablassstollen. Außerdem sind die Kollegen unserer Untersuchungsstelle mit ihrem mobilen Wasserlabor vor Ort und zeigen Ihnen frische Wasserproben unter dem Mikroskop.

In der Wanderhütte wird ein Originalfilm aus den Anfängen der Talsperre gezeigt. Wenn Sie wissen wollen, welche Fische im Stausee leben, können Sie den Stand vom Anglerverband Südsachsen Mulde/Elster besuchen. Das Wasserwerk Cranzahl hat an diesem Tag ebenfalls geöffnet. Es liegt direkt an der Talsperre und kann zu Fuß erreicht werden.

Gleichzeitig findet in Cranzahl die 650-Jahrfeier statt und die Fichtelbergbahn bietet zu ihrem 120. Jubiläum Sonderfahrten an. Vom Festgelände in Cranzahl kann man per Shuttlebus (11-13 Uhr) und mit einer Pferdekutsche zur Talsperre und zum Wasserwerk fahren. Weitere Informationen und Links zu den Festprogrammen finden Sie auf unserer Webseite unter wwww.talsperren-sachsen.de, Veranstaltungen.

Hintergrundinformationen
Die Talsperre Cranzahl am Fuße des Bärensteins ist ein echtes Kind aus den Aufbaujahren der DDR. Bereits im Jahr 1948 fiel der Startschuss zum Bau der Stauanlage - als eins von zwei Talsperrenbauprojekten des in Gründung befindlichen Staates. Der Bau war dringend – denn die Aufnahme des Uranerzbergbaus machte bisherige Wasserquellen unbrauchbar. Außerdem stieg durch die benötigten Arbeitskräfte die Bevölkerung in der Region an.

Genauso wie beim anderen Projekt, der Talsperre Sosa, erklärte die Partei- und Staatsführung die Bauarbeiten zum Projekt der DDR-Jugendorganisation FDJ. Offiziell auf den Namen „Talsperre der Freundschaft“ getauft, wurde die Talsperre Cranzahl im Volksmund jedoch immer liebevoll die „Blaue Perle“ genannt.

Nach nur vierjähriger Bauzeit war die Trinkwassertalsperre bereits 1952 fertiggestellt und wurde zusammen mit dem Wasserwerk Cranzahl noch im gleichen Jahr in Betrieb genommen. Jedoch reichte das 4,5 Quadratkilometer große Einzugsgebiet nicht aus, um die Region mit Trinkwasser zu versorgen. Deshalb war bereits bei der Planung ein rund sieben Kilometer langer Hanggraben vorgesehen, der Wasser am Nordhang des Fichtelberges sammelt und in die Talsperre leitet.

Der Hanggraben wurde zwischen 1976 und 1983 erweitert. Viele Bürger aus Cranzahl und Umgebung kamen mit Schaufeln zum freiwilligen Arbeitseinsatz. Der Bau einer Pumpstation mit einer Überleitung sowie eines Dienstgebäudes erfolgten in den 1980er Jahren.

Auch seit Gründung der Landestalsperrenverwaltung im Jahr 1992 wurde immer wieder an der Talsperre gebaut: So musste Ende der 1990er Jahre die Hochwasserentlastung repariert, Anfang der 2000er Jahre Zufluss- und Abflusspegel neu gebaut und vor nunmehr sieben Jahren die Messverfahren zur Bauwerksüberwachung an den Stand der Technik angepasst werden. Erst im vergangenen Jahr erhielt die Hochwasserentlastungsanlage eine Regeleinrichtung, um die Trinkwassertalsperre besser steuern zu können.

Nach 65 Jahren Dauerbetrieb versorgen die Talsperre und das Wasserwerk Cranzahl den Raum Annaberg-Buchholz und Oberwiesenthal zuverlässig mit Trinkwasser.

Hinweis an die Redaktionen
Wir freuen uns, Sie am Samstag an der Talsperre zu begrüßen. Gern vermitteln wir Ihnen Interviewpartner. Als Ansprechpartnerin steht Ihnen vor Ort Pressesprecherin Katrin Schöne (0172 / 9821287) zur Verfügung.


Kontakt

Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

Pressesprecherin Katrin Schöne
Telefon: +49 3501 796 378
Telefax: +49 3501 796 116
E-Mail: presse@ltv.sachsen.de

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