1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

03.08.2017, 11:12 Uhr

Waldameisen – die Polizei des Waldes

Sachsenforst schützt seine wertvollen Helfer im Wald

Waldameisen sind wichtige Bestandteile des Ökosystems Wald: sie stabilisieren das ökologische Gleichgewicht in der Natur. Waldameisen sind nicht nur eine wesentliche Nahrungsquelle für andere Tiere wie Spechte, sondern sie fressen ihrerseits Schädlinge wie Borkenkäfer. Aufgrund ihrer Bedeutung für den ökologischen Waldschutz werden die emsigen Tiere deshalb häufig auch als Polizei des Waldes bezeichnet.

Mit Torsten Roch verfügt Sachsenforst über einen ausgewiesenen Waldameisenexperten. Der Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft war viele Jahre Landesvorsitzender der Ameisenschutzwarte und ist seit seiner Jugend ehrenamtlich im Naturschutz tätig. Roch betont die besondere Stellung des Waldameisenschutzes bei Sachsenforst: „Bereits seit 2003 erfassen wir Waldameisen im Staatswald. Das ist für uns eine Daueraufgabe, denn wir können nur das schützen, was uns auch bekannt ist.“ Knapp 10.000 Waldameisennester hat Sachsenforst bereits in eine Datenbank eingepflegt. „Durch diesen Informationspool können wir gewährleisten, dass die Waldameisenhügel bei Waldpflegemaßnahmen geschützt werden“, so Roch weiter. Die Nester werden beispielweise markiert und in Arbeitskarten vermerkt. Dadurch können Forstwirte und Forstunternehmer bei ihrer Arbeit im Wald auf die vorhandenen Ameisenhügel besondere Rücksicht nehmen.

„Sachsenforst hat in den letzten Jahren einen maßgeblichen Beitrag zum Waldameisenschutz in Sachsen geleistet“, lobt Angelika Mann, Vorsitzende der Deutschen Ameisenschutzwarte im Landesverband Sachsen, das Engagement von Sachsenforst im Bereich des Waldameisenschutzes. Durch besondere Pflege- und Schutzmaßnahmen wird die Waldameise gefördert. Alt- und Totholz wird bewusst im Wald belassen und Waldränder werden aktiv gestaltet. „Die Lebensbedingungen für die Waldameisen haben sich durch diese Maßnahmen in den letzten Jahren deutlich verbessert, sodass von einem weiteren Anstieg der Nesteranzahl ausgegangen werden kann“, ergänzt Mann. Bei der zunehmenden Einbringung von Laubholz in die sächsischen Wälder im Zuge des Waldumbaus muss aber verstärkt darauf geachtet werden, dass vorhandene Ameisennester nicht verdeckt werden. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet die ehrenamtlich tätige Ameisenschutzwarte in Sachsen daher eng mit den Förstern zusammen.

Um das hohe Niveau des Waldameisenschutzes auch in Zukunft zu gewährleisten, bildet Sachsenforst seine Revierleiter und Forstwirte auch in diesem Bereich durch spezielle Fortbildungskurse kontinuierlich weiter. Die Veranstaltungsangebote erfreuen sich aber auch der regen Teilnahme von Mitarbeitern der Landratsämter und anderer Behörden.

Angebote von Sachsenforst zum Thema Waldameise:

Auch im Rahmen der Waldpädagogik ist die „Polizei des Waldes“ ein „Renner“. Die drei sächsischen Waldschulheime bieten Kindern spezielle Angebote zur Waldameise an. Aber auch die Waldjugendspiele im Mai/Juni greifen das Thema „Ameisen im Wald“ immer wieder gerne auf. Spezielle waldpädagogische Führungen zur Bedeutung der Ameisen für das Ökosystem Wald werden durch die Forstbezirke und Großschutzgebiete angeboten. Ein echtes Highlight für Groß und Klein ist der Ameisenlehrpfad im Wildgehege Moritzburg. Und schließlich sind alle Interessierten eingeladen, das emsige Treiben der Waldameisen am Freilandformikarium im Walderlebniszentrum Leupoldishain im Forstbezirk Neustadt ganz genau zu beobachten. Ein Formikarium ist ein Behälter oder eine Anlage aus Behältern zur Beobachtung und Haltung von Ameisen.

Hintergrundinformationen:

In Deutschland kommen über 110 verschiedene Ameisenarten vor – davon 79 Arten in Sachsen. Von den Waldameisen wird am häufigsten die Kahlrückige Waldameise angetroffen, gefolgt von der Wiesen-Waldameise und der Großen Roten Waldameise. Bis jetzt wurden in Sachsen auf über 100.000 Hektar Wald alle Waldameisennester kartiert. Im Ergebnis steht eine Nestdichte von rund 8 Nestern/100 Hektar Waldfläche. Aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten ist die Waldameisendichte dabei im Tiefland höher als im Mittelgebirge. Im Vergleich zu Erhebungen in den 1960er Jahren hat sich die Waldameisendichte in Sachsen erfreulicherweise erhöht.

Spezielle Informationen zu den Waldameisen erhalten auch unter www.ameisenschutzwarte.de.

Weitere Informationen über Sachsenforst erhalten Sie unter www.sachsenforst.de.

Marginalspalte

Medieninformationen suchen

Wenn Sie sich registrieren, erhalten Sie eine erweiterte Suchfunktionalität und können auf das gesamte Archiv zugreifen.

Sie haben sich bereits registriert? Dann melden Sie sich einfach im Bereich »Mein Medienservice« an.

Informationen

Herausgeber
Staatsbetrieb Sachsenforst
Themen
Wald & Forst
Kontakt
Pressesprecher Klaus Kühling
Telefon +49 3501 542 268
Telefax +49 3501 542 213
 
Sie haben Fragen zu dieser Medieninformation?
Schreiben Sie mir eine Nachricht.

Medienobjekte

Foto: Waldameisen – die Polizei des Waldes

  • Ico foto Fotos (1)

Diese Medieninformation im PDF-Format

Download

© Sächsische Staatskanzlei