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20.07.2017, 11:03 Uhr

Den Bäumen in die Kronen geschaut

Start der Waldzustandserhebung in Sachsen

Ab dem kommenden Montag (24.07.2017) nimmt Sachsenforst die Kronen von Fichte, Buche und Co. in den sächsischen Wäldern ganz genau unter die Lupe. Bis Mitte August werden fast 6.800 Bäume in ganz Sachsen von speziell geschulten Forstsachverständigen aufgesucht und nach ihrem Gesundheitszustand bewertet. Sie suchen Antworten auf die Frage - wie geht es dem sächsischen Wald?

Die Verdächtigen sind: verlichtete Kronen oder vergilbte Nadeln und Blätter. Aber auch Schäden durch Sturm, Trockenheit und Hagel sowie der Befall durch Insekten und Pilze werden erfasst. Zusammen mit Daten des europäischen forstlichen Umweltmonitorings zu atmosphärischen Stoffeinträgen und laufenden Messungen der 18 sächsischen Waldklimastationen kann eine umfassende Beurteilung der Stressbelastung der Waldbäume vorgenommen werden.

Gerade die Gemeine Fichte – die häufigste Baumart im sächsischen Wald – reagiert in Abhängigkeit ihres Standortes unterschiedlich auf den Klimawandel und seine Folgen. Während sich in den Kammlagen des Erzgebirges ihr Kronenzustand in den zurückliegenden Jahrzehnten stetig verbessert hat, leidet die Fichte in den tieferen Lagen zunehmend an Wassermangel und nachfolgenden Borkenkäfern. „Hohe Stickstoffeinträge in unseren Wäldern, gepaart mit veränderten Niederschlagssummen in den Sommermonaten, setzen den Wald zusätzlich unter besonderen Stress“, betont Dr. Henning Andreae, Landesinventurleiter vom Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft von Sachsenforst.

Umweltstaatsminister Thomas Schmidt wird zusammen mit Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun das Ergebnis der Untersuchung im Dezember vorstellen. Bis dahin werden die umfangreichen Erhebungen im Kompetenzzentrum umfassend ausgewertet und in einem Bericht an den Landtag zusammengestellt. Schwerpunkt der Analyse ist die Entwicklung der Baumkronen im Jahresvergleich, insbesondere vor dem Hintergrund des Auftretens von Extremwetterlagen.

In den vergangenen Jahren konnte Sachsenforst einen stabilen Kronenzustand bei den sächsischen Waldbäumen feststellen. 2016 hatte sich der mittlere Nadel- und Blattverlust für alle Waldbäume im Vergleich zum Vorjahr sogar etwas verringert – mit Ausnahme der Buche. Die intensive Fruchtbildung der Buche ging zu Lasten des Blätterwachstums. Die kombinierten Schadstufen aus Kronenverlichtung und -verfärbungen ergaben 2016 über alle Baumarten die folgende Verteilung:

44 % der Waldbäume waren gesund (Schadstufe 0; 2015: 37 %),
40 % waren nur schwach geschädigt (Schadstufe 1; 2015: 46 %) und lediglich
16 % zeigten deutliche Beeinträchtigungen (Schadstufen 2 bis 4; 2015: 17 %).

Weitere Informationen sowie die Waldzustandsberichte der Jahre 1995 bis 2016 finden Sie im Internet unter www.sachsenforst.de.

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