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12.07.2017, 14:00 Uhr

Roboter in der Pflege und Therapie von Demenzkranken

815.000 Euro für innovatives Forschungsprojekt

Ziel des Projektes »CARE4ALL-Initial« ist, die Versorgung demenzkranker Patienten sowohl zu Hause als auch in institutioneller Pflege mit Hilfe mobiler Roboterassistenten zu verbessern. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz fördert das Forschungsprojekt »CARE4ALL-Initial« mit 814.542,16 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

»Der Freistaat Sachsen setzt auf innovative Technologien für eine bessere Versorgung älterer Menschen«, sagte Staatsministerin Barbara Klepsch anlässlich der Übergabe des Zuwendungs-bescheides.
»Mit diesem Projekt wird der Grundstein für einen gewinnbringenden Einsatz von Roboterassistenten in der Pflege und Therapie Demenzkranker gelegt. Technische Assistenten könnten bald aus dem Pflegealltag nicht mehr wegzudenken sein. Die Unterstützung wäre ein Gewinn für alle Beteiligten, allen voran die Patienten, die von mehr Zuwendung und Förderung profitieren könnten.«

Bei dem Projekt handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, der Technischen Universität Dresden, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Cultus gGmbH der Landeshauptstadt Dresden sowie der Cognitec Systems GmbH.

Die Förderung des Projektes unterstreicht die Schwerpunktsetzung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) im Bereich Telemedizin, E-Health und technischer Assistenzsysteme.

Ziel von »CARE4ALL-Initial« ist die assistierte Versorgung demenzkranker Patienten sowohl zu Hause als auch in institutioneller Pflege. Durch zielgerichtete, auf die individuellen Gegebenheiten abgestimmte Interaktion mit den Benutzern sollen technische Assistenzsysteme in die Lage versetzt werden, das Pflegepersonal als mobile »Nachtwächter« in kritischen Situationen zu unterstützen oder auch therapeutische Funktionen zu realisieren.

Die Funktion des mobilen »Nachtwächters« soll im Projekt aufbauend auf bereits existierende Vorarbeiten im praktischen Einsatz bis zur Anwendungsreife weiterentwickelt werden. Ein Prototyp soll innerhalb eines definierten Bereichs des Pflegeheims (Cultus gGmbH) bzw. der Klinik (Klinik und Poliklinik für Neurologie Dresden am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden) autonom patrouillieren, Bewohner bzw. Patienten in potentiell kritischen Situationen erfassen und mit dem diensthabenden Personal kommunizieren. Es soll untersucht werden, inwieweit der Roboterassistent in der Lage ist, sich mit den Bewohnern bzw. Patienten zu unterhalten, diese zum Zimmer zu geleiten oder deren Aufenthalt in potentiell sturzgefährdeten Bereichen zu verhindern. Der Roboterassistent soll dadurch sowohl eine Unterstützung des Personals als auch einen großen Mehrwert für die Betroffenen bieten.

Des Weiteren sollen Interaktionsszenarien konzipiert, implementiert und zur Prototypenreife entwickelt werden mit dem Ziel, dass ein Roboterassistent unter Anleitung von Therapeuten in Therapieaufgaben integriert werden kann. Zentralen Ausgangspunkt bildet dabei das am Universitätsklinikum Erlangen entwickelte und erfolgreich evaluierte Therapiekonzept »MAKS« (motorische, alltagspraktische, kognitive und spirituelle Aktivierungstherapie) für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Der Schwerpunkt des Projektes widmet sich der Frage, bei welchen Teilen der Therapie der Roboterassistent den Therapeuten sinnvoll unterstützten kann, um die Betroffenen gezielt und effektiv zu fördern. Ziel ist es, durch die Integration des Roboterassistenten in das Therapiekonzept die Alltagskompetenz der Betroffenen länger zu erhalten und eine kostenintensive, stationäre Pflege zeitlich nach hinten zu verschieben. Damit wäre neben der Verbesserung des Wohlbefindens der Demenzkranken auch eine Entlastung der professionell Pflegenden verbunden.

Im Erfolgsfall kann mit dem mobilen Roboterassistenten als »Nachtwächter« in Verbindung mit dem evaluierten Einsatz in therapeutischen Interaktionsszenarien, die Basis für den Einsatz mobiler Assistenzsysteme in der Versorgung Demenzkranker geschaffen werden.

Hintergrund zur EFRE-Förderung des SMS:

Dem SMS stehen im Zeitraum von 2014 - 2020 Fördermittel in Höhe von rund 28 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft zur Verfügung. Mit der EFRE-Förderung trägt der Freistaat Sachsen dazu bei, die demografische Entwicklung in Sachsen zu bewältigen und die sächsische Gesundheits- und Pflegewirtschaft nachhaltig zu stärken.

Die Förderung zielt auf innovative Maßnahmen ab, die durch die Vernetzung der Angebote und die Entwicklung und Anwendung von neuen Technologien auf die Herausforderungen des demografischen Wandels im Gesundheits- und Pflegesektor mit einem erheblich steigenden Bevölkerungsanteil älterer Menschen, mit zunehmendem Fachkräftemangel im Bereich der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie steigenden Kosten dieser Versorgung reagieren.

Gegenstand der Förderung sind E-Health-Maßnahmen, d. h. moderne Informations- und Kommunikationstechnologien, durch die Abläufe im Gesundheitswesen verbessert und die Bürger, Patienten, Gesundheits- und Pflegedienstleister miteinander vernetzt werden. Weiterhin gefördert werden Anwendungen des Ambient Assisted Living (Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben - AAL) aus verschiedenen Technologiefeldern, die es ermöglichen, unterschiedliche Dienstleistungsbereiche, insbesondere medizinische Dienstleistungen, Pflegeleistungen, Wohnen, Bewirtschaftung, Mobilität, wechselseitig zu vernetzen und interdisziplinäre, innovative Lösungen für die ambulante Versorgung älterer Menschen zu entwickeln.

Zuwendungsempfänger sind private, freigemeinnützige und öffentliche Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sofern diese vorhabenbezogen mit Unternehmen zusammenarbeiten.

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Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
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Europa, Finanzen, Forschung, Forschung/Technologie, Gesundheit, Hochschule, Soziales, Wirtschaft
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Telefax +49 351 564 5614
 
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