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04.01.2017, 11:30 Uhr

Deutsches Hygiene-Museum Dresden zum Träger der 4. Sächsischen Landesausstellung Industriekultur 2020 benannt

Kunstministerin Stange: „Das Deutsche Hygiene-Museum steht für Perfektion bei Ästhetik, Publikumsnähe, Spannung - genau das brauchen wir für die Landesausstellung“

Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden wird die 4. Sächsische Landesausstellung zum Thema Industriekultur im Jahr 2020 ausrichten. Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange ernannte heute das Deutsche Hygiene-Museum zum Träger der Leitausstellung und übergab den Zuwendungsbescheid an dessen Direktor und Vorsitzenden des Vorstands, Prof. Klaus Vogel. Der Freistaat fördert die Durchführung der Leitausstellung und die Koordination mit den Zusatzausstellungen bis 2021 mit bis zu 5,8 Millionen Euro.

„Das Deutsche Hygiene-Museum ist eine sächsische Einrichtung, die bis weit über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus hohe Anerkennung genießt. Es ist neben den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wohl das sächsische Museum mit den größten Erfahrungen in der erfolgreichen Bewältigung von Ausstellungen mit überregionaler und internationaler Ausstrahlung“, begründet Kunstministerin Dr. Stange die Entscheidung. Sie ergänzt: „Bei aller Themenvielfalt nehmen die Projekte des Deutschen Hygiene-Museums immer wieder Bezug auf Grundfragen des Lebens in der Moderne, im Industriezeitalter, auf das Verhältnis des Menschen zur Natur, zur Technik und Wissenschaft. Auch die Landesausstellung wird darstellen, wie die industrielle Entwicklung die Identität, den Wohlstand, das Zusammenleben im heutigen Sachsen beeinflusst hat. Die Leitfrage des Museums, auf einen kurzen Nenner gebracht, stellt sich uns allen: ,Wie wollen wir leben?‘ Das Deutsche Hygiene-Museum besitzt beim Thema Industriekultur große Kompetenz und viel Erfahrung.“ Mit all seinen Ausstellungen verbindet das Museum immer wieder die Analyse der historischen Grundlagen mit einer Einbettung in aktuellen Fragen der Gegenwart mit Ausblicken in die Zukunft. „Das Deutsche Hygiene-Museum garantiert eine Ausstellung, die dem hohen Qualitätsstandard für Sächsische Landesausstellungen entspricht. Kurz gesagt: Es steht für Perfektion bei Ästhetik, Publikumsnähe, Spannung, didaktischer Vermittlung und wissenschaftlicher Grundlage von Ausstellungen mit überregionaler Strahlkraft. Das ist es, was wir wollen.“

Prof. Klaus Vogel, Direktor und Vorsitzender des Vorstands des Deutschen Hygiene-Museum Dresden erklärt: „Die Beschäftigung mit Industriekultur, der Blick auf die historische Entwicklung kann uns helfen, an Zukunftssicherheit zu gewinnen. Sachsen glänzt international mit seinen Schätzen der Hochkultur, doch es ist an der Zeit, auch die Dinge in den Blick zu nehmen, die manchmal unter einer unscheinbaren Oberfläche verborgen liegen und den Reichtum des Fleißes und der Kreativität der Menschen offenbaren können.“ Vogel blickt voraus: „Mit der Landesausstellung und ihren vielen Vermittlungsangeboten für Erwachsene und Schüler wird das Deutsche Hygiene-Museum zentrale Ziele der kulturellen und politischen Bildung in den Blick nehmen. Wir wollen die Industriegeschichte Sachsens ja nicht einfach nur nacherzählen, sondern dabei auch das Interesse an der Funktionsweise und Gestaltbarkeit der sozialen Marktwirtschaft und damit unserer demokratischen Grundordnung fördern. Und schließlich ist es uns wichtig, Bewusstsein für einen ganz aktuellen Aspekt der Industriekultur schaffen: Respekt, Toleranz und Weltoffenheit waren und sind die Voraussetzung dafür, dass unsere wissenschaftlich, technisch und industriell geprägte Arbeits- und Lebenswelt positiv weiter entwickelt werden kann.“

Als Träger der Leitausstellung ernennt das Deutsche Hygiene-Museum Dresden den erfahrenen Ausstellungsmacher Thomas Spring zum leitenden Kurator. Er hat bereits große Ausstellungen unter anderem im Rahmen der Expo 2000 in Hannover, für die Volkswagen Stiftung und das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum kuratiert. In Sachsen hat er als Projektkoordinator und Hauptkurator das Ausstellungskonzept für das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz entwickelt und war als Ko-Kurator bereits für das Deutsche Hygiene-Museum tätig. Für Spring geht es bei der Industriekultur um die Antworten auf die Herausforderungen eines ständigen Wandels, in dem das moderne Sachsen entsteht, es geht um die Entstehung der Grundlagen unserer Gegenwart und die Frage nach ihren Perspektiven. Der Kurator kündigt an: „Die Ausstellung wird sich mit den sehr spezifischen Voraussetzungen der sächsischen Industrialisierung auseinandersetzen, die sich von denen in anderen Regionen Deutschlands grundlegend unterscheiden. In Sachsen ist es ein eher organischer und kontinuierlicher Weg in die Industriegesellschaft, nicht vergleichbar mit der explosionsartigen Entstehung eines montanindustriellen Großverbundes wie im Ruhrgebiet oder anderswo.“ Die Ausstellung werde keine lineare, also chronologische Geschichte der Industrialisierung Sachsens erzählen, so Spring. „Statt dessen wird sie immer wieder nachvollziehbare Themenfelder ausbilden, in denen übergeordnete Fragestellungen behandelt werden, die von der Entwicklung einer Industriekultur nicht zu trennen sind: Fundamentale Veränderungen des Alltagslebens durch Mobilität oder Elektrizität werden hier ebenso eine Rolle spielen wie die aufkommenden sozialen und politischen Bewegungen, die Herausbildung einer modernen Körperkultur ebenso wie die Frauenbewegung oder die Gegenentwürfe der unterschiedlichen kulturellen Reformbestrebungen“, erklärt der erfahrene Kurator.

Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß freut sich auf das Jahr 2020: „Für Zwickau, wo einst die Grubenlampe erfunden wurde und das Auto das Laufen lernte, ist die 4. Sächsische Landesausstellung ein Glücksfall. Von der Aufmerksamkeit für die zentrale Ausstellung und von der Besucherresonanz profitieren die kulturellen Einrichtungen, die touristischen Akteure und letztlich die gesamte Stadt und unsere Region. Wir werden dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie den Machern des Hygienemuseums mit Rat und Tat zur Seite stehen, um eine gute Gastgeberstadt zu sein.“

Parallel zur Vorbereitung der branchenneutralen Leitausstellung in Zwickau bereiten sich auch die Träger der sechs Zusatzausstellungen auf ihre Präsentationen im Jahr 2020 vor. Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange wird in diesem Jahr alle Begleitorte besuchen und Förderbescheide übergeben. Den Trägern der sechs Zusatzausstellungen stehen insgesamt 3 Millionen Euro als Unterstützung vom Freistaat Sachsen zur Verfügung. „Da es sich bei ihnen um bestehende Museen handelt und nicht um eine ,Ausstellung auf Zeit‘ wie bei der Leitausstellung, werden davon alle profitieren: Die Zusatzstandorte von dem Input und der Steigerung des Bekanntheitsgrades durch Teilnahme an der Landesausstellung und diese durch das, was dort schon jetzt an branchenspezifischem Sammlungswissen und -bestand vorhanden und ist und noch ausgebaut wird“, blickt die Ministerin voraus.

Um für Planung, Vorbereitung und Durchführung der 4. Sächsischen Landesausstellung weitere Experten zum Thema Industriekultur sowie Persönlichkeiten und Multiplikatoren aus der Region einbeziehen zu können, werden demnächst ein wissenschaftlicher Beirat und ein Kuratorium einberufen.

Die Landesausstellung wird vom 25. April bis zum 1. November 2020 stattfinden. Die branchenneutrale Leitausstellung wird von sechs Satellitenschauen ergänzt, die in bereits vorhandenen Museen Einblicke in branchenspezifische Aspekte der Industriekultur geben werden.

Diese bereits früher benannten Orte sind:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcenmanagement)

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