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Unternehmen aus Dresden-Langebrück erhält 250. InnoPrämie in Sachsen

18.11.2013, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

„Auch kleine Unternehmen profitieren von der Zusammenarbeit mit der Wissenschaft. Deshalb unterstützen wir derartige Kooperationen mit unserer InnoPrämie. Sie ist ein einfaches Förderin-strument, um innovative Ideen umzusetzen und Produkte oder Verfahren zu verbessern“, erklärte heute die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer, aus Anlass der insgesamt 250. „InnoPrämie“.

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hatte Mitte 2010 mit der InnoPrämie ein neues Innovationsförderprogramm gestartet. Bereits im Mai 2012 erfolgte die 100. Bewilligung. Nun hat die „Gummitechnik Ziller GmbH“ aus Dresden-Langebrück die 250. InnoPrämie erhalten.

Das Unternehmen mit elf Beschäftigten konstruiert und produziert Gummiformteile nach speziellen Kundenanforderungen. Um die Oberflächeneigenschaften seiner Produkte zu verbessern, hat das Unternehmen die Technologiekompetenz einer Hochschule in Anspruch genommen. Mit wissen-schaftlich-technischer Unterstützung durch das Zentrum für Angewandte Forschung und Techno-logie e. V. (ZAFT) an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden erfolgt eine Oberflä-chenbehandlung von Gummiformteilen zur Verbesserung der Materialeigenschaften und zur Sen-kung der Reibungsverluste. Durch nasschemische Behandlung und Elektronenstrahlung entsteht eine modifizierte Oberfläche, die zu einer dauerhaft mechanisch stabilen Mikrostrukturierung mit hervorragenden Gleiteigenschaften führt.

Das ZAFT als externer Dienstleister im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) ermittelt im Pro-jekt optimale Prozessparameter, stellt Labormuster her und erbringt den Wirkungsnachweis be-handelter Oberflächen am Beispiel von Scheibenwischergummis. Zudem konstruiert das ZAFT Testvorrichtungen und konzipiert eine spätere Kleinserienfertigung für die „Gummitechnik Ziller GmbH“.

Das InnoPrämien-Projekt führt zu bisher nicht erreichten Effekten bei Gummiformteilen. Am Bei-spiel der Funktion von Scheibenwischergummis kommt es zu einem leichteren Lauf ohne Neben-geräusche, zu einem sauberen Wischerbild und zur Streifenfreiheit an Front- und Heckscheiben sowie zu einer höheren Lebensdauer. Weitere Anwendungsfälle sind Gummiformteile, wo es auf verbesserte Gleiteigenschaften ankommt, beispielsweise bei Spannelementen, bewegliche Dich-tungen, Walzen, Antriebs-, Übertragungs- sowie Führungselementen.

Mit Hilfe der InnoPrämie sollen Unternehmen wissenschaftliche Einstiegsarbeiten und technische Unterstützung im Vorfeld der Entwicklung von Produkten oder Verfahren erwerben können. Dazu zählen beispielsweise Machbarkeits- und Werkstoffstudien, Produkttests sowie Konstruktions- und Laborleistungen. Förderfähig sind nur Leistungen aus externer FuE-Tätigkeit. Die FuE-Dienstleister können Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen sein. Kleine und mittlere sächsische Unternehmen können dabei nationale oder internationale Anbieter in Anspruch nehmen.

Die Palette der bisher bewilligten 250 InnoPrämien reicht von der Entwicklung eines automatisierten Pferderückenmodells und einer Eimerkralle über die Konstruktion eines Aquamobils bis hin zum Aktionskühl- und Präsentationsregal für Lebensmittel. Auch Retro-Guss-Kanonenöfen, voll-klimatisierte Museumsvitrinen, Werkzeuge zum Hochgeschwindigkeitsschneiden, Fahrradelemente zur Schwingungsdämpfung, Antriebe für Bewegungsschienen in der medizinischen Rehabilitation oder Trommeln mit veränderbarer Klangerzeugung entstanden mit Hilfe der InnoPrämie.

„Die Förderung erreicht die richtige Zielgruppe. Drei Viertel der geförderten Unternehmen sind kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern. Die ‚Gummitechnik Ziller GmbH‘ ist zudem ein Unternehmen, welches erstmalig Fördermittel im Rahmen der sächsischen Technologieförderung in Anspruch genommen hat“, erläutert die Sächsische Technologieministerin Sabine von Schorle-mer. „Mit der InnoPrämie helfen wir kleinen Unternehmen, ihre Innovationskraft und Wettbewerbs-fähigkeit zu erhöhen. Solche Projekte sind gelungene Beispiele für eine erfolgreiche Zusammenar-beit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Diese Zusammenarbeit ist mir ein besonderes Anlie-gen, welches wir am 21. November 2013 beim Wissenschaftsforum in Dresden mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung diskutieren möchten.“

Die InnoPrämie wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Landesmitteln finanziert. Die Förderung beträgt bis zu 50 Prozent, max. 20.000 Euro pro Jahr und Unternehmen.

Der Förderung liegt ein schlankes Antragsverfahren zugrunde. Bewilligungsbehörde ist die Sächsi-sche Aufbaubank – Förderbank – SAB. Weitere Informationen zum Förderprogramm gibt es unter www.sab.sachsen.de/innopraemie.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Pressesprecher Falk Lange

Telefon: +49 351 564 60200

E-Mail: falk.lange@smwk.sachsen.de

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