Hauptinhalt

Energiesparen per Sitzpolster-Heizung

08.11.2013, 12:45 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Spitzkunnersdorfer Nikolaikirche nimmt neue Anlage in Betrieb

Umweltminister Frank Kupfer freut sich über die neue Heiz- und Klimatechnik, die heute (8. November 2013) in der Nikolaikirche Spitzkunnersdorf (Landkreis Görlitz) in Betrieb genommen wurde. In dem Gotteshaus sorgen zukünftig eine Infrarot-Sitzpolster-Heizung und eine maschinelle Abluftanlage für Raumtemperatur und -klima. „Die Idee ist neu und doch naheliegend“, sagt der Minister. „Statt wie bisher in Kirchen üblich, an kalten Wintertagen für Veranstaltungen die ganze Kirche aufwendig über normale Heizkörper zu beheizen, kommt die Wärme in Spitzkunnersdorf zuerst bei den Besuchern der Kirche an – über das Sitzpolster. Das spart jede Menge Energie.“ Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) hat das Projekt als „Modell- und Demonstrationsvorhaben Energieeffizienz“ mit rund 20 000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung über die Förderrichtlinie „Energie- und Klimaschutz“ unterstützt.

Die Kombination aus Sitzpolster-Heizung und Abluftanlage gewährleistet, dass die für die historische Gebäudesubstanz wichtigen Grenzwerte bei Temperaturen und Luftfeuchtigkeit eingehalten werden. Die Kirche ist in den vergangenen Jahren umfangreich saniert worden. Die Kirchgemeinde und der Verein Nikolaikirche Spitzkunnersdorf haben die energieeffiziente und bedarfsangepasste Anlage gemeinsam mit der Sächsischen Energieagentur SAENA ausgewählt.

Die Hochschule Zittau/Görlitz begleitet das Projekt in den kommenden zwei Heizperioden wissenschaftlich, indem in der Kirche Messwerte erfasst und auswertet werden. Die Untersuchung soll zeigen, ob diese Technik in der Praxis auch für andere sächsische Kirchen eine energieeffiziente und wirtschaftliche Lösung sein kann. „Viele Kirchgemeinden stecken jedes Jahr doch im gleichen Dilemma“, so Kupfer. „Entweder schränken sie die Nutzung ihrer Kirchen stark ein, was nicht im Sinne einer offenen und lebendigen Kirche ist. Oder die Gemeinden beheizen ihre Kirchen und treiben so den Energieverbrauch nach oben. Das wiederum lässt sich kaum mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit vereinen. Hier erhoffe ich mir von dem Projekt in der Nikolaikirche Spitzkunnersdorf eine Lösung. Deshalb hat das SMUL das Vorhaben als Modellprojekt mit rund 20 000 Euro gefördert.“

Kirchgemeinden können sich bei der SAENA über die energiesparende Bauweise und Sanierung, über die Energieversorgung von Kirchen sowie Gemeindehäusern und über die Möglichkeiten beim Energiemanagement informieren. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.saena.de.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Frank Meyer

Telefon: +49 351 564 20060

Telefax: +49 351 564 20065

E-Mail: presse@smul.sachsen.de

Themen

zurück zum Seitenanfang