Hauptinhalt

Medizin für saure Waldböden

05.07.2013, 11:08 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Jährliche Bodenschutzkalkung für Sachsens Wälder startet

Der Geschäftsführer von Sachsenforst, Prof. Dr. Hubert Braun, hat heute (5. Juli 2013) im Forstbezirk Neustadt (Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge) den offiziellen Startschuss für die diesjährige Bodenschutzkalkung gegeben. Mit Hubschraubern und Flugzeugen werden bis Ende des Jahres auf rund 9.000 Hektar Wald knapp 30.000 Tonnen Magnesiumkalk aus Dolomitgestein ausgebracht. Das sind rund drei Tonnen pro Hektar, die in den Mittelgebirgslagen von der Oberlausitz bis ins Vogtland zur Regeneration des Waldbodens beitragen. „Der Freistaat Sachsen investiert in diesem Jahr wieder über zwei Millionen Euro in die Bodenschutzkalkung“, sagt Braun. „Das ist die wirkungsvollste Methode, der extremen Bodenversauerung in den Wäldern entgegenzuwirken.“

Jahrzehntelange Säureeinträge aus der Luft machen die jährliche Bodenschutzkalkung nötig. Vor allem Schwefeldioxid, aber auch andere Luftschadstoffe wie Stickstoffverbindungen, haben die Bodenchemie verändert und zu einer tiefgründigen Versauerung geführt. Auch wenn heute fast kein Schwefeldioxid mehr aus der Luft eingetragen wird, wirkt die Bodenversauerung noch lange fort. Die Bodenschutzkalkung verhindert eine weitere Verschlechterung und ermöglicht die langsame Regeneration der Waldböden.

„Mit der Bodenschutzkalkung bereiten wir den Boden für den Waldumbau mit Millionen junger Buchen, Weißtannen und Edellaubbäume, denen wir günstige Startbedingungen bieten wollen“ so Braun. „Damit sichern wir den Waldumbau, unsere wichtigste Zukunftsinvestition in den sächsischen Staatswald, immerhin rund 15 Millionen Euro jährlich“.

Die Auswirkungen der jährlichen Waldkalkung - in Sachsen seit 1986 rund 360.000 ha - werden mit Hilfe forstlicher Umweltbeobachtungsgprogramme genau verfolgt. So wurden beispielsweise im vergangenen Jahr bei der Bodenzustandserhebung zahlreiche Bodenproben von gekalkten und ungekalkten Waldflächen untersucht und die Blätter der dort wachsenden Bäume auf ihre Nährstoffgehalte analysiert. „Die positiven Wirkungen der Kalkung auf den Bodenzustand und das Baumwachstum lassen sich bei mehrfach gekalkten Flächen bereits eindeutig nachweisen“ erläutert Dr. Henning Andreae, als Referatsleiter im Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft von Sachsenforst für Bodenmonitoring und forstliche Standortserkundung zuständig. „Wir können inzwischen ziemlich genau einschätzen, welche Kalkmengen wir für eine nachhaltige Bodenverbesserung brauchen und die Kalkungsmaßnahmen für die Zukunft entsprechend planen“, so Andreae.

Das Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft von Sachsenforst übernimmt zusammen mit den örtlichen Forstbezirken die Organisation der jährlichen Bodenschutzkalkungen. Dieses Jahr werden 4.600 Hektar Landeswald und 4.400 Hektar Privat- und Körperschaftswald gekalkt.

Die Waldbesucher in den Kalkungsgebieten werden gebeten, die Hinweise zur Bodenschutzkalkung in der lokalen Presse und die ortsüblichen Aushänge zu beachten, da während der Arbeiten die Waldgebiete nicht betreten werden dürfen. Sobald die Kalkung beendet ist, werden die gesperrten Wälder wieder freigegeben. Eventuelle Kalkauflagerungen auf Pilzen und Beeren sind gesundheitlich völlig unbedenklich und sollten mit Wasser abgespült werden.

Weitere Informationen zur Bodenschutzkalkung und zur räumlichen Verteilung in Sachsen gibt es im Internet unter www.sachsenforst.de sowie unter www.wald.sachsen.de.


Kontakt

Staatsbetrieb Sachsenforst

Pressesprecher Renke Coordes

Telefon: +49 3501 542 166

Telefax: +49 3501 542 213

E-Mail: presse.sbs@smul.sachsen.de

Themen

zurück zum Seitenanfang