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Neue Fraunhofer-Einrichtung COMEDD feierlich eröffnet

09.04.2013, 17:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Sachsens Wissenschaftsministerin nimmt erweiterte Beschichtungsanlage speziell für OLED Mikrodisplays in Betrieb

„Durch die Anlagenerweiterung ist Fraunhofer COMEDD nun in der Lage, schnell auf ein breites Spektrum an Forschungsanfragen aus Sachsen und außerhalb zu reagieren“, freut sich die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer. „Außerdem bieten die sächsischen OLED-Mikrodisplays mit ihrem Funktionsumfang weltweit einzigartige Möglichkeiten für Mensch-Maschine Interaktionen.“

Mit der Eröffnung der neuen Fraunhofer-Einrichtung für Organik, Materialien und Elektronische Bauelemente COMEDD geht gleichzeitig eine erweiterte Beschichtungsanalage in Betrieb. Die Anlage dient der Prozessierung von 8-Zoll-Wafern und beschert dem Fraunhofer COMEDD von nun an ein reiches Spektrum an vielfältigen Prozessmöglichkeiten. Diese reichen von Verdampfung organischer und anorganischer Materialien über Elektronenstrahl- und Metallverdampfung bis hin zu Ätzprozessen. In Kombination liefern sie so einzigartige Möglichkeiten für innovative Produktentwicklungen.

Prof. Karl Leo, Leiter der Fraunhofer COMEDD: „Diese neue Anlage ist ein wichtiger strategischer Baustein: Fraunhofer COMEDD ist es nun möglich, zum Beispiel eine Kombination aus Flüssigphasen und Vakuumprozessen anzubieten, um neue Materialkombinationen auf produktionsfähigen Anlagen zu evaluieren und bis hin zur Kleinserienfertigung zu optimieren. Diese organischen Bauelemente können dann in schneller Abfolge mit hoher Genauigkeit und Reproduzierbarkeit hergestellt werden. Wir können somit einzigartiges Know-How mit weltweit modernstem Equipment verbinden. Wir danken dem Freistaat Sachsen und der EU für die Förderung dieser Investition.“

Der Aufbau der Fraunhofer-Einrichtung COMEDD wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Mitteln des Freistaates Sachsen in Höhe von insgesamt 18,88 Millionen Euro gefördert. Darin enthalten ist die Förderung für die Anlagenerweiterung in Höhe von 1,68 Millionen Euro.

Fraunhofer COMEDD wurde am 1. Juli 2012 von der Fraunhofer-Gesellschaft in Dresden gegründet. Ihre Aufgaben sieht die Fraunhofer-Einrichtung von der Technologie- und Prozessentwicklung Organischer Leuchtdioden (OLED) bis hin zur konkreten Bauelemententwicklung. Die Inbetriebnahme der Anlagenerweiterung war ein erster wichtiger Schritt, das Angebot den Kundenwünschen anzupassen. Ermöglicht wurde die Anlagenerweiterung durch die Förderung des Freistaates Sachsen sowie der Europäischen Kommission (EFRE).

Nicht einmal ein Jahr nach der Gründung konnten sich die Forscher des Fraunhofer COMEDD über die Verleihung des Innovationspreises-IT 2013 in der Kategorie Hardware freuen. Ihnen war es weltweit erstmalig gelungen, OLED als Mikrodisplay gemeinsam mit Bildsensorelementen in einen Mikrochip zu integrieren. Das Ergebnis zeigt sich in der preisgekrönten interaktiven OLED-Datenbrille. Diese ermöglicht dem Nutzer sowohl die Sicht auf die reale Welt als auch gleichzeitig auf zusätzliche virtuelle Informationen. Datenbrillen dieser Art finden in allen Bereichen Anwendung, in denen freihändig gearbeitet werden muss und parallel Informationen benötigt werden. So bekommen beispielsweise Handwerker Baupläne eingeblendet, ohne ihre Arbeit unterbrechen zu müssen.

Fraunhofer COMEDD überführt die Ergebnisse der Forschung an organischen Halbleitermaterialien in die Produktion. Die Einrichtung kombiniert Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur Herstellung, Integration und Technologieentwicklung von elektronischen Bauelementen, die auf organischen Halbleitern basieren. Ihre Aufgabe ist die kunden- und anwendungsspezifische Forschung sowie die Entwicklung und Pilotfertigung von neuartigen Bausteinkonzepten und Herstellungsmethoden für Bauelemente der organischen Elektronik. Fraunhofer COMEDD ist ein fertigungsnahes Forschungs- und Entwicklungszentrum für organische Halbleiter mit dem Fokus auf organische Leuchtdioden und Vakuumtechnologien. Die in Europa führende Einrichtung bietet speziell für OLED-Beleuchtung, organische Solarzellen, Sensoren sowie OLED-Mikrodisplays vielseitige Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Pressesprecher Falk Lange

Telefon: +49 351 564 60200

E-Mail: falk.lange@smwk.sachsen.de

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