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Neue Informationen über Radon im Internet

18.09.2011, 10:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Karten unterstützen Baubehörden in Gemeinden und Kreisen bei Planungen

Auf der Internetseite des Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (www.smul.sachsen.de) werden heute Informationen zu einer neuen Studie des Freistaates zum Thema Radon veröffentlicht. Es handelt sich um zwei Karten, die die Überschreitungswahrscheinlichkeiten von Radon-Referenzwerten in Gebäuden abschätzen. In den Karten werden beispielhaft die Überschreitungswahrscheinlichkeiten von 200 und 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft im Erdgeschoss in Aufenthaltsräumen dargestellt. Die Ergebnisse sollen der Information der Öffentlichkeit dienen und Baubehörden in Gemeinden und Kreisen bei Planungen unterstützen. Aus den Karten können keine Rückschlüsse auf einzelne Grundstücke gezogen werden, sie dienen der Orientierung auf regionaler Ebene. Grundlage für die Karten ist die im Jahr 2010 fertig gestellte Karte der Erwartungswerte für die Radonkonzentration in der Bodenluft.

„In Sachsen befassen wir uns seit vielen Jahren mit dem Thema Radon“, sagt Umweltminister Frank Kupfer. „Es gibt eine Radonberatungsstelle, kontinuierliche Messprogramme und einen sächsischen Radontag, auf dem sich Baufachleute, Messfirmen und Forscher über den Radonschutz austauschen.“ Am 20. September 2011 findet an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden der 5. Radontag statt. Vergleichbare Aktivitäten gibt es in keinem anderen Bundesland.

Die Europäische Union plant eine Regelung zum Radonschutz in Gebäuden. Der Entwurf der entsprechenden Direktive wird voraussichtlich noch im September im Europarat vorgestellt. Er soll erstmals Empfehlungen für Radon-Referenzwerte in Innenräumen enthalten. Sie liegen bei 300 Becquerel pro Kubikmeter bei bestehenden bzw. bei 200 Becquerel pro Kubikmeter bei neuen Gebäuden.

„Die Umsetzung der Richtlinie wird eine große Herausforderung für das Baugewerbe und für Hausbesitzer“, sagt der Umweltminister. „Bevor sie in Kraft tritt, müssen kostengünstige Methoden zum radonsicheren Bauen und Sanieren verfügbar sein. Bei der Entwicklung solcher Methoden erwarten wir die Unterstützung des Bundes. Und wir fordern vor allem Mittel von der EU für die höher belasteten Regionen, damit dort keine wirtschaftliche Benachteiligung durch die Gesetzgebung entsteht.“

Hintergrund:

Radon ist überall in der Umwelt vorhanden. Es kommt je nach Beschaffenheit des natürlichen Untergrundes in unterschiedlichen Konzentrationen an die Erdoberfläche und wird dort durch die Atmosphärenluft auf 15 bis 50 Becquerel pro Kubikmeter verdünnt. Tritt es direkt aus dem Untergrund in Gebäude ein, dann ist die Verdünnung geringer als in der Außenluft. Es kann dann zu erhöhten Konzentrationen in Gebäuden kommen. Nach internationalen Studien gelten erhöhte Konzentrationen von Radon als Ursache für fünf Prozent aller Fälle von Lungenkrebs.

Weitere Informationen zum Thema Radon in Sachsen gibt es im Internet unter www.umwelt.sachsen.de/umwelt/strahlenschutz/3331.htm. Informationen zum 5. Sächsischen Radontag am 20. September 2011 und zu den bisherigen Radontagen sind zu finden unter www.smul.sachsen.de/umwelt/strahlenschutz/24691.htm.

Pressevertreter sind zum Besuch des 5. Radontages zur Berichterstattung eingeladen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Robert Schimke

Telefon: +49 351 564 20040

Telefax: +49 351 564 20065

E-Mail: robert.schimke@smul.sachsen.de

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