Ringelnatz-Stadt Wurzen gewinnt beim sächsischen Innenstadt-Wettbewerb »Ab in die Mitte!«

06.11.2026, 15:31 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Rekordbeteiligung mit 77 Vorhaben von 63 Kommunen | Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Unsere Innenstädte haben Zukunft – wenn wir gemeinsam anpacken und sie mit Weitsicht gestalten.«

Unter dem Motto »Cooler Kern statt grauer Stein« hat der 23. sächsische Innenstadt-Wettbewerb »Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen« kreative, überraschende und nachhaltige Ideen zur Belebung der Ortszentren gesucht. Der mit 60.000 Euro dotierte Hauptpreis geht in die Große Kreisstadt Wurzen (Landkreis Leipzig). Sie überzeugte die Jury mit ihrem Konzept für den Badergraben, der wieder sicht- und erlebbar werden soll. Chemnitz und Mittweida (Landkreis Mittelsachsen) erhalten jeweils einen zweiten Preis. Über je einen dritten Preis freuen sich Frohburg (Landkreis Leipzig), Sebnitz (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und Werdau (Landkreis Zwickau).

Die überzeugendsten Vorhaben wurden heute auf der Messe »denkmal 2026« in Leipzig ausgezeichnet. »Unsere Innenstädte haben Zukunft – wenn wir gemeinsam anpacken und sie mit Weitsicht gestalten. Die erneute Rekordbeteiligung mit 77 Vorhaben von 63 Kommunen zeigt, dass den Sachsen ihre Ortszentren am Herzen liegen. Ich danke allen Beteiligten für ihr Herzblut, das in jeder Bewerbung steckt und förmlich zu spüren ist«, sagt Wirtschaftsminister Dirk Panter und gratuliert der Gewinnerstadt: »Wurzen setzt unser Jahresmotto durch mehr Grün, Wasser, Schatten und Aufenthaltsqualität ganz konkret um. Die Maßnahmen verbinden Klimaanpassung, Stadtgeschichte, Kultur, Handel und Begegnung in hervorragender Weise. Ich wünsche diesem und allen anderen eingereichten Vorhaben viel Erfolg bei der Umsetzung.«

Das Wurzener Konzept sieht vor, den einst offenen und beinahe in Vergessenheit geratenen Badergraben wieder an das Tageslicht und damit in das Bewusstsein der Bürger zu holen. Die Stadt will einen historisch bedeutsamen Teil des Zentrums als zusammenhängenden Wasser-, Aufenthalts- und Erlebnisraum entwickeln und dabei auch einen Bezug zu ihrem wichtigsten Protagonisten – dem Dichter Joachim Ringelnatz – herstellen. Geplant sind u.a. Sitzstufen am Ufer des Grabens, ein grünes Stadtambiente mit Pflanzeninseln und Blühwiesen, Spielmöglichkeiten für Kinder, ein schattenspendender Durchgang im Ringelnatz-Gässchen und PV-Überdachungen für Autos.

Die Schirmherrschaft, die jährlich zwischen den Staatsministerien für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) und Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) wechselt, lag 2026 beim SMWA. Mit seinem Sonderpreis »Einzelhandel« würdigt das SMWA in diesem Jahr das Engagement der Stadt Annaberg-Buchholz (Erzgebirgskreis), die eine Murmelbahn-Erlebnisroute konzipiert hat. Diese Idee fördert einen nachhaltigen wirtschaftlichen Kreislauf, bei dem der Erwerb der Murmeln die Besucher gezielt zu Geschäften und Restaurants führt. Das SMIL vergibt seinen Sonderpreis »Innovative Jugend« 2026 an Limbach-Oberfrohna. Die Stadt im Landkreis Zwickau plant »Sinnes-Safaris«, bei denen Jugendliche den Stadtkern anhand von Geräuschen, Gerüchen, Licht und Atmosphäre erkunden. Aus den gewonnenen Eindrücken entwickeln sie im »CoolerKernLab« eigene Ideen für Begrünung, Beleuchtung, Farben und Stadtmöbel.

Staatsministerin Regina Kraushaar sagt: »Eine lebendige Innenstadt braucht Orte, an denen sich Menschen gern aufhalten und begegnen. Wie solche Orte für junge Menschen aussehen können, wissen sie selbst am besten. Limbach-Oberfrohna traut ihnen zu, ihre Ideen einzubringen und die Stadtmitte mitzugestalten. Dafür erhält die Stadt unseren Sonderpreis ›Innovative Jugend‹. Ich gratuliere herzlich und danke allen, die sich mit ihren Ideen für die Zukunft ihrer Städte und Gemeinden einsetzen und dabei Kindern und Jugendliche sehen, ihnen zuhören und ihnen Gestaltungsrechte eröffnen.«

Alle Preisträger auf einen Blick

Die meisten Auszeichnungen gehen in den Erzgebirgskreis und Landkreis Zwickau (je vier Preise) sowie in die Landkreise Görlitz und Leipzig (je drei). Die Vorhaben von Werdau und Ostritz erhalten je zwei Preise. Chemnitz hat die Jury als einzige Kommune mit zwei verschiedenen Projekten überzeugt.

1. Preis (60.000 Euro)

  • Große Kreisstadt Wurzen: »Wasser verbindet – Badergraben wird zur Stadtoase«

2. Preis (jeweils 40.000 Euro)

  • Stadt Chemnitz: »Düsseldorfer Platz Chemnitz – Die neue ,coole‘ Mitte!«
  • Große Kreisstadt Mittweida: »MiTTendurch – der coolste Weg durch Mittweida«

3. Preis (jeweils 20.000 Euro)

  • Stadt Frohburg: »Grünes Wohnzimmer Frohburg«
  • Stadt Sebnitz: »Die ,MARKTHALLE‘ – KAFFEE * LOUNGE * KULTUR«
  • Große Kreisstadt Werdau: »Sieben Gründe zu bleiben – der coole Kern sind wir«

Sonderpreise

  • Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz: Sonderpreis »Einzelhandel« des SMWA (15.000 Euro) für das Projekt »kugelrund & kunterbunt – Zauberhafte Stadterkundung mit der GOLDenen Märchenmurmel«
  • Große Kreisstadt Limbach-Oberfrohna: Sonderpreis »Innovative Jugend« des SMIL (15.000 Euro) für das Projekt »Geräusche, Gerüche, Gefühle – Die unsichtbare Stadt«
  • Große Kreisstadt Werdau: Sonderpreis »Stadt | Planung | Recht« (Sachpreis) für das Projekt »Sieben Gründe zu bleiben – der coole Kern sind wir«
  • Stadt Ostritz: Sonderpreis »Digitalisierung« (Sachpreis) für das Projekt »Schätze finden, Schätze zeigen, Schätze teilen«
  • Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz: Sonderpreis »Licht« (Sachpreis) für das Projekt »WOW statt GRAU – Spitzenmäßig Identität und Tradition (er)leben«
  • Stadt Grünhain-Beierfeld: Sonderpreis »Bürgerbeteiligung/Gemeindeentwicklung« (Sachpreis) für das Projekt »Neue Mitte Beierfeld – vom grauen Stein zum lebendigen Ortskern«

Anerkennungspreise (jeweils 10.000 Euro)

  • Stadt Ostritz: »Schätze finden, Schätze zeigen, Schätze teilen«
  • Große Kreisstadt Borna: »Wasser schreibt Geschichte«
  • Stadt Chemnitz: »Lerninsel – Dein Study Spot im Coolen Kern der Chemnitzer City«
  • Stadt Ehrenfriedersdorf: »Lesegarten am Grünen Band – Cooler Kern für Ehrenfriedersdorfs neue Mitte«
  • Große Kreisstadt Eilenburg: »Vom Markt bis zu den Sternen – Die Innenstadt als gemeinsamer Erlebnis- und Bildungsraum«
  • Stadt Glauchau: »Treffpunkt Hüftgold – Ein Ort der Begegnung«
  • Große Kreisstadt Großenhain: »Grüne Stube Großenhains – Da poppt was auf!« | Reallabor klimaresiliente Innenstadt
  • Stadt Leisnig: »Stadt gut draußen – Leisnigs Drittes Zimmer«
  • Große Kreisstadt Pirna: »Der Marktgarten zu Pirna – Ein klimaresilienter Spiel-, Lern- und Generationenraum mitten im Herzen der Steinstadt«
  • Große Kreisstadt Zittau: »Zittaus Marktplatz – ein cooler Kern«

Alle Projektskizzen sind auf der Homepage des Wettbewerbs (www.abindiemitte-sachsen.de) einsehbar.

Hintergrund

Der Wettbewerb »Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen« ist im Freistaat ein erfolgreiches Instrument zur kreativen und nachhaltigen Innenstadtbelebung. Bei dem 2004 ins Leben gerufenen Wettbewerb handelt es sich um eine »Public Private Partnership« – eine von der privaten Wirtschaft (Industrie- und Handelskammern und weitere Sponsoren) gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen getragene Initiative. Der Freistaat stellte auch in diesem Jahr mehr als 300.000 Euro für die Preisgelder bereit. Alle Kosten, die über die Preisgelder hinausgehen, trägt die Wirtschaft.


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