Sächsischer Meilenstein 2026 verliehen – Fünf Unternehmen aus dem Handwerk, der Industrie und Gastronomie gewinnen Preis für erfolgreiche Nachfolge

03.11.2026, 14:39 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

[Sperrfrist: 03.11.2026, 19:00 Uhr) Pressemitteilung der Bürgschaftsbank Sachsen GmbH

Bürgschaftsbank Sachsen verleiht Sächsischen Meilenstein 2026 an:

  • SHZ Sächsische Hebe- und Zurrtechnik GmbH aus Großröhrsdorf (familieninterne Nachfolge)
  • Zimmerei Henri Mai GmbH aus Markkleeberg (unternehmensinterne Nachfolge)
  • Elektro Burkert GmbH aus Scheibenberg (unternehmensexterne Nachfolge)

Sonderpreise der Jury gehen an:

  • Haarpflegehaus Schubert aus Aue-Bad Schlema (familieninterne Nachfolge)
  • Schlosscafé Sweet Sophie aus Waldenburg (unternehmensexterne Nachfolge)

neunköpfige Fachjury unter dem Vorsitz von Heiner Hellfritzsch ermittelte die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger

sächsischer Wirtschaftsminister Dirk Panter überreicht Trophäen bei feierlicher Preisverleihung auf Schloss Albrechtsberg in Dresden

Dresden, den 3. November 2026. Für ihre beispielgebende Unternehmensnachfolge erhalten fünf Unternehmen den Sächsischen Meilenstein. Die Bürgschaftsbank Sachsen, die den Wettbewerb seit 2011 ausrichtet, kürt die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner heute Abend auf Schloss Albrechtsberg in Dresden. An der feierlichen Preisverleihung nimmt auch Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, teil. Als Schirmherr des Wettbewerbs überreicht er die Trophäen höchstpersönlich an die Preisträgerinnen und Preisträger. Insgesamt drei Nachfolgerinnen und drei Nachfolger aus ganz Sachsen können sich über den Sächsischen Meilenstein und Preisgelder in Summe von 19.000 Euro freuen. Die prämierten Unternehmen sind im Leipziger Land, im Landkreis Zwickau, im Erzgebirgskreis und im Landkreis Bautzen beheimatet.

Kategorie familieninterne Nachfolge

SHZ Sächsische Hebe- und Zurrtechnik GmbH aus Großröhrsdorf (Übernehmer: Matthias Böhme, Franziska Böhme | Übergeber: Günter Böhme)

In Großröhrsdorf bei Bautzen fertigt die SHZ Sächsische Hebe- und Zurrtechnik GmbH hochwertige Gurtkonstruktionen zur Sicherung und Bewegung von Lasten. Die Produkte finden weltweit u. a. im Bergbau, im Schiffbau und im Speditionswesen Einsatz. Im vergangenen Jahr übergab Günter Böhme den Betrieb, der rund 70 Personen beschäftigt, an seine beiden Kinder. Sein Sohn Matthias Böhme treibt die Expansion als Geschäftsführer voran: Neben einer neuen Produktionshalle am sächsischen Firmensitz plant er den Aufbau einer Niederlassung in Chile.

Kategorie unternehmensinterne Nachfolge

Zimmerei Henri Mai GmbH aus Markkleeberg (Übernehmer: Martin Scheibe | Übergeber: Henri Mai)

Mit nur 25 Jahren übernahm Martin Scheibe die Zimmerei Henri Mai GmbH im Landkreis Leipzig. Seine Ausbildung schloss er als einer der Jahrgangsbesten ab und finanzierte die Meisterschule mit einer Begabtenförderung. Der ambitionierte Tischler hatte sich früh in den Kopf gesetzt, dass er einen eigenen Betrieb führen will – und das lieber eher als später. Ein Glücksfall für Henri Mai, der seine Nachfolge so frühzeitig regeln konnte. Er übertrug Martin Scheibe seine Zimmerei bereits zehn Jahre vor dem geplanten Ruhestand. Bis dahin arbeitet er weiter im Betrieb mit.

Kategorie unternehmensexterne Nachfolge

Elektro Burkert GmbH aus Scheibenberg (Übernehmer: Mark Dietze | Übergeberin: Ursula Burkert)

Der Elektrobetrieb Burkert stand aus einem traurigen Anlass zum Verkauf: Sein Inhaber Ralph Burkert verstarb unerwartet und viel zu früh. In dieser Notsituation fand sich mit Mark Dietze ein Nachfolger, der den Betrieb mit allen Angestellten übernahm. Er gab einen sicheren, gut bezahlten Job bei einem Halbleiterunternehmen in Dresden auf, um in seine erzgebirgische Heimat zurückzukehren und das unternehmerische Erbe anzutreten. In die Elektro Burkert GmbH integrierte er auch den Elektrobetrieb seines Vaters, dessen Nachfolge damit ebenfalls gesichert ist.

Sonderpreise der Jury

Haarpflegehaus Schubert aus Aue-Bad Schlema (Übernehmerin: Lara Tabea Beck | Übergeberin: Gisela Beck)

Über 130 Jahre Firmengeschichte leben mit Lara Tabea Beck fort. Im Alter von 24 Jahren trat sie in die Fußstapfen ihrer Vorfahren und führt das 1888 gegründete Haarpflegehaus Schubert heute in fünfter Generation. Ihre Ausbildung hatte die junge Frau bei einem renommierten Chemnitzer Friseur absolviert. Die Verbundenheit zur Heimat führte sie zurück nach Aue, wo sie den Familienbetrieb von ihrer Oma übernahm und nach ihren Vorstellungen renovierte. Mit ihrem Team frisiert die Jungunternehmerin neben langjährigen Stammkunden auch immer mehr junges Klientel.

Schlosscafé Sweet Sophie aus Waldenburg (Übernehmerin: Isabell Briese | Übergeber: Nico Nüßner)

Isabell Briese wagte den Schritt in die Selbstständigkeit während der Elternzeit mit ihrem dritten Kind. Schon lange hegte die gelernte Gastronomin den Wunsch nach einem eigenen Betrieb. Mit dem Schlosscafé in Waldenburg fand sie ein Objekt, das sie samt Personal und Inventar übernehmen konnte. Dabei stand sie unter Zeitdruck: Es blieben ihr nur zwei Monate, um ein neues Unternehmen zu gründen, Arbeitsverträge aufzusetzen und Genehmigungen einzuholen. Angestellte und Gäste sind ihr heute gleichermaßen dankbar, dass sie das beliebte Café vor der Schließung rettete.

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger wurden von einer 9-köpfigen Fachjury ermittelt, deren Vorsitz Heiner Hellfritzsch (ehem. geschäftsführender Gesellschafter der Florena Cosmetic GmbH) innehatte. Stimmberechtigt waren weiterhin Vertreterinnen und Vertreter des Wirtschaftsministeriums, der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern, der Steuerberaterkammer und des Bankwesens. Sie wählten ihre Favoriten aus 28 nominierten Unternehmen aus. Die Vorauswahl hatte zuvor ein Wertungsgremium getroffen.

Insgesamt 76 Unternehmen hatten sich in diesem Jahr für den Sächsischen Meilenstein beworben. Unter der Leitung von Prof. Dr. Torsten Gonschorek wertete ein wissenschaftliches Projektteam an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) alle Bewerbungen systematisch aus. Dabei lag das Augenmerk einerseits auf betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie der Entwicklung der Mitarbeitenden- und Umsatzzahl und dem Bonitätsindex. Aber auch der Umgang mit Herausforderungen im Nachfolgeprozess sowie die persönliche Entwicklung der Übernehmenden flossen in die finale Siegerauswahl ein.

Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz sowie Schirmherr des Sächsischen Meilensteins 2026:

»Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern und bin beeindruckt von jeder erfolgreichen Übernahme-Story. Unser Wettbewerb hat einmal mehr gezeigt: Jedes Lebenswerk verdient eine Zukunft! Die Mutmachergeschichten, die der Sächsische Meilenstein sichtbar macht, bieten Unternehmerinnen und Unternehmern sowie möglichen Nachfolgerinnen und Nachfolgern Orientierung. Und genau das brauchen wir jetzt, denn die demografische Entwicklung verändert die Unternehmerlandschaft. Deshalb bleibt die frühzeitige und strategische Unternehmensnachfolge eine zentrale Aufgabe unserer Wirtschaftspolitik. Jede gelungene Übernahme sichert Arbeitsplätze, Wohlstand und Wertschöpfung unmittelbar in Sachsen.«

Markus H. Michalow, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Sachsen und Initiator des Wettbewerbs:

»Im Jahr 2011 riefen wir den Sächsischen Meilenstein ins Leben, um den Nachfolgerinnen und Nachfolgern im Freistaat Sachsen eine verdiente Bühne zu geben. 15 Jahre später zeigen die Preisträgerinnen und Preisträger auf, warum erfolgreiche Übernahmen mehr Wertschätzung denn je verdienen. Die Menschen hinter den prämierten Unternehmen sind Hoffnungsträger einer ganzen Generation. Sie haben ihre Komfortzone verlassen und finanzielles Risiko auf sich genommen, um Betriebe und Arbeitsplätze zu bewahren. Mit ihrem zuversichtlichen Blick in die Zukunft machen sie Mut in einer Zeit, in der die Wirtschaft von vielfältigen Herausforderungen geprägt ist und Negativnachrichten zu dominieren drohen.«

Heiner Hellfritzsch, Juryvorsitzender des Sächsischen Meilensteins 2026:

»Auch dieses Jahr durfte ich die ausgezeichneten Unternehmen vor Ort besuchen und ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger persönlich kennenlernen. Mit wie viel Energie, Leidenschaft und Optimismus sie ihre Betriebe führen, hat mich tief beeindruckt. Zugleich wurde deutlich, dass Verantwortungsbereitschaft und Weitsicht keine Frage des Alters sind. Gerade auch die außergewöhnlich jungen Preisträgerinnen und Preisträger können der heranwachsenden Generation als Vorbild dienen. Mein besonderer Respekt gilt außerdem den Menschen, die zu ihren Wurzeln zurückkehren und Unternehmen in ländlichen Regionen übernehmen.«

Mehr Informationen zum Sächsischen Meilenstein unter https://saechsischer-meilenstein.de

Über die BBS

Die Bürgschaftsbank Sachsen GmbH (BBS) ist ein öffentlich gefördertes Spezialkreditinstitut. Aufgabe der BBS ist es, als Selbsthilfeeinrichtung der gewerblichen Wirtschaft gemeinsam mit den Hausbanken die Finanzierung erfolgversprechender Vorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und der Freien Berufe in Sachsen mit Bürgschaften zu sichern. Die BBS wurde 1990 gegründet und ist Mitglied im Verband Deutscher Bürgschaftsbanken e.V. Die BBS übernimmt Bürgschaften bis zu 80 Prozent des jeweiligen Kreditbetrages und bis zu einem Bürgschaftsbetrag von 2,5 Mio. Euro.

Die BBS unterstützt die Finanzierung von Unternehmensübernahmen, indem sie Zugang zu Fremdkapital erleichtert. Allein 2025 hatte die BBS mit ihren Ausfallbürgschaften in 82 Fällen dazu beigetragen, dass Nachfolgerinnen und Nachfolger ein Übernahmedarlehen erhalten und den Firmenkauf finanziell stemmen konnten. Demnach ermöglichte die BBS im vergangenen Jahr durchschnittlich 1,5 Nachfolgen pro Woche.

Kontakt

Bürgschaftsbank Sachsen GmbH
Anton-Graff-Straße 20
01309 Dresden
Geschäftsführung: Markus H. Michalow, Arne Laß
https://sn.ermoeglicher.de
Kommunikationsverantwortliche: Sarah Jakob
Telefon: 0173-9450-269 | Mail: post@sarah-jakob.de


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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