Altlastensanierung der Spülhalde Hammerberg in Freiberg fast abgeschlossen

19.10.2026, 13:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

SAXONIA sichert ehemalige Erzaufbereitungsanlage zum Schutz von Boden und Wasser

Die Sanierung der Spülhalde Hammerberg in Freiberg ist weit fortgeschritten: Rund 90 Prozent der Arbeiten sind abgeschlossen. Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch informierte sich am Montag (19.10.) gemeinsam mit Landrat Sven Krüger vor Ort über den Stand der Maßnahmen und die weiteren Planungen. Die SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH (SAXONIA) sichert und saniert die ehemalige Anlage seit 2012 in eigener finanzieller Verantwortung. Ziel ist es, die Hinterlassenschaften des historischen Bergbaus dauerhaft zu sichern, den Austrag von Schadstoffen zu verringern und insbesondere die Freiberger Mulde als Gewässer zu schützen.

Umweltminister von Breitenbuch: »Die Sanierung am Hammerberg ist ein wichtiger Schritt, um die Umweltbelastungen aus dem historischen Bergbau langfristig zu reduzieren. Mit der SAXONIA haben wir einen kompetenten und verantwortungsvollen Partner, der die erfolgreiche Altlastensanierung der vergangenen Jahrzehnte fortführt. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie sich Sanierung, Verwertung von schwermetallangereichertem Bodenaushub aus Tiefbaumaßnahmen und ökologische Nachnutzung verbinden lassen. Es leistet einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz in der Region. Mein Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere der SAXONIA, der Stadt Freiberg und dem Landkreis Mittelsachsen. Für die weiteren Vorhaben wünsche ich viel Erfolg.«

Bei der Sanierung wird das knapp fünf Hektar große Gelände in eine dauerhaft standsichere Form gebracht und anschließend mit mineralischen Abdeckschichten versehen. Eine erste Begrünung soll verhindern, dass Bodenmaterial durch Wind und Regen abgetragen wird. Die Abdeckung verringert die Menge des in die Halde eindringenden Niederschlagswassers. So entsteht weniger Sickerwasser, das Schadstoffe aus der Spülhalde in Richtung Grund- und Oberflächenwasser transportieren könnte.

Für die mineralische Abdeckung kommen überwiegend geeignete Bodenmaterialien aus dem Bodenplanungsgebiet »Raum Freiberg«, in dem auch die Halde selbst sich befindet, zum Einsatz. Nach der technischen Sanierung soll die Fläche ökologisch aufgewertet werden. Vorgesehen sind Ausgleichsmaßnahmen und eine Renaturierung sowie die Wiederaufforstung von Teilbereichen.

Hintergrund
Die Spülhalde Hammerberg wurde 1964 in Betrieb genommen. Bis zur Einstellung des Freiberger Bergbaus 1969 wurden dort rund 330.000 Kubikmeter Rückstände aus der Erzaufbereitung, sogenannte Flotationsrückstände, abgelagert. Da auch Jahrzehnte nach der Stilllegung Schadstoffe wie Arsen und Schwermetalle in Untersuchungen festgestellt wurden, bestand Bedarf an einer umfassenden Sicherung und Sanierung. Die Sanierung der Spülhalde setzt die langjährige Aufarbeitung bergbaulicher Altlasten in der Region fort. Im Rahmen des Ökologischen Großprojekts SAXONIA wurden zwischen 1993 und 2013 bereits mehr als 400 Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen an über 50 Objekten umgesetzt.

Neben den baulichen Maßnahmen wird am Hammerberg auch an neuen Verfahren zur Behandlung belasteter Wässer gearbeitet. Seit 2024 erprobt eine Pilotanlage im Rahmen des Forschungsvorhabens »MindMontan« die Reinigung des belasteten Sickerwassers. Dabei werden natürliche mikrobiologische Prozesse mit chemischen Verfahren kombiniert. Ziel ist es, die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zu untersuchen und einen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität zu leisten. Zu den Projektpartnern zählen unter anderem die Technische Universität Bergakademie Freiberg, die G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH und der Förderverein Montanregion Erzgebirge e. V. Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft sowie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie haben das Projekt fachlich und finanziell unterstützt.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecherin Corinna Saring
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: presse@smul.sachsen.de
zurück zum Seitenanfang