Kulturministerin Barbara Klepsch nimmt an der Verleihung des Sächsischen Literaturpreises 2026 an Schriftstellerin Heike Geißler teil
14.10.2026, 09:49 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch nimmt morgen (Donnerstag, 15. Oktober 2026) an der Verleihung des Sächsischen Literaturpreises 2026 an die Schriftstellerin Heike Geißler teil und spricht ein Grußwort. Die Preisverleihung findet in der Leipziger Stadtbibliothek statt. Der Sächsische Literaturrat vergibt den Preis alle zwei Jahre. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro stellt das Sächsische Kulturministerium zur Verfügung.
»Ich gratuliere Heike Geißler herzlich zum Sächsischen Literaturpreis 2026. Sie bietet uns keine einfachen Lösungen, sondern entlässt uns aus ihren Büchern mit der klaren Aufgabe, nach Lösungen zu suchen und uns ihnen in kleinen Schritten anzunähern. Heike Geißler ist eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur – nicht nur in Sachsen, wo sie lebt und arbeitet. Der Freistaat darf sich glücklich schätzen, ein sehr lebendiges Literaturland zu sein, und der Sächsische Literaturpreis ist dabei wie ein Scheinwerfer, der regelmäßig sein Licht darauf richtet. Wir fördern diesen Preis aus voller Überzeugung und möchten damit wichtige literarische Stimmen würdigen und anspornen. Ich danke ausdrücklich dem Sächsischen Literaturrat, der seit vielen Jahren die Vergabe des Preises mit großem Erfolg ausrichtet. Ebenso danke ich der Jury, die die Preisträgerinnen und Preisträger auswählt. Auch im Jahr 2026 hat sie eine hervorragende Wahl getroffen«, sagt Kulturministerin Barbara Klepsch.
Die Jury besteht derzeit aus dem ehemaligen Direktor der Leipziger Buchmesse Oliver Zille (Juryvorsitzender), der Journalistin und Literaturkritikerin Dr. Katrin Schumacher, der Literaturwissenschaftlerin und Lektorin Prof. Dr. Silke Horstkotte, der Veranstaltungskuratorin Odile Vassas sowie dem Literaturkritiker und Autor Dr. Burkhard Müller.
Begründung der Jury für den Preis an Heike Geißler:
»Wo auch immer sie antritt, sie kämpft. Ob in ihren Essays (»Verzweiflungen« 2025, »Arbeiten« 2025, »Liegen« 2022, »Saisonarbeit« 2014) oder in ihren Romanen von dem 2002 publizierten Debüt »Rosa« über den Protestroman »Die Woche« von 2022 bis zu dem gerade erschienenen Roman »Michaela Kohlhaas« – in ihrer Literatur macht sie es sich und ihren Leserinnen und Leser nicht leicht, sie ringt und denkt und fragt. Heike Geißler ist eine dezidiert an der Gegenwart und an den gesellschaftlichen Verhältnissen arbeitende Autorin, deren Texte aber nie verbissen gearbeitet oder sich verbeißend sind, sondern fragend, ab und an zärtlich, oft sachte im Verzweifeln begriffen. Ihre Analyse der Gegenwart ist doppelt und dreifach, besteht im persönlichen Text ihrer Essays ebenso wie im überbordenden, märchenhaften, experimentellen Format ihrer Bücher. Im aktuellen Roman »Michaela Kohlhaas« etwa lässt sie die Titelfigur mit ihrer ganzen Körperlichkeit und ihrem Sprachvermögen gegen die brüchige Solidarität und die Kapitalisierung der Gesellschaft in einen so noch nicht erdachten Kampf ziehen. Heike Geißler schaut mit dem Blick einer politischen Philosophin auf die Welt. Ihre Texte sind erkenntnisreich, virtuos in der Sprache und haben letztlich auch etwas Tröstliches. Den Sächsischen Literaturpreis 2026 erkennt die Jury einer Autorin für ihr über zwanzigjähriges Schaffen zu, Jahre, in denen sich Heike Geißler den Status einer der interessantesten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur erschrieben hat.«
Heike Geißler wurde 1977 in Riesa geboren. Sie studierte Amerikanistik, Politik und Geographie in Dresden sowie Hispanistik und Literaturwissenschaften in Halle an der Saale. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen bisher zählen unter anderem Stipendien des Literarischen Colloquiums Berlin und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, ein Aufenthalt in der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo, der Förderpreis zum Lessingpreis des Freistaates Sachsen, der Klopstock-Preis für neue Literatur, der Heinrich-Böll-Preis und der Bayerische Buchpreis. Heike Geißler lebt mit ihrer Familie in Leipzig.
Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger des Sächsischen Literaturpreises waren Angela Krauß (2024), Lukas Rietzschel (2022), Daniela Krien (2020), Róža Domašcyna (2018), Franziska Gerstenberg (2016), Jan Kuhlbrodt (2014) und Andreas Altmann (2012).
Der Sächsische Literaturrat e. V. als Landeskulturverband im Bereich Literatur wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft Kultur und Tourismus institutionell gefördert. Er versteht sich als »Informations- und Vernetzungszentrum in Sachen Literatur in und aus Sachsen sowie als Vermittler für die Literatur, das Lesen und die Sprache. Gemäß seiner Satzung pflegt und fördert der Literaturrat die Literatur im Freistaat. Das meint zum einen das Bekanntmachen von Literatur (Prosa, Lyrik, Sachbuch, Kinderbuch) von Autorinnen und Autoren sowie Übersetzerinnen und Übersetzern in und aus Sachsen, sowie von in Sachsen ansässigen Verlagen. Zum anderen geht es um die Beförderung und Pflege der Literatur und des Lesens und damit auch der Sprache in Sachsen.
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Bettina Baltschev I Sächsischer Literaturrat e.V.
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