Freitaler Saurierplatte zieht ins Naturkundemuseum Chemnitz ein
05.10.2026, 11:57 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Weltweit einzigartiges Fossil in dieser Qualtiät
Der Geologische Dienst des Landesumweltamtes Sachsen bewahrt und erforscht seit über 125 Jahren die originale Freitaler Saurierplatte. Jetzt hat die Zeit hinter verschlossenen Archivtüren ein Ende: Die Saurierplatte ist heute im Beisein des sächsischen Umweltstaatsministers Georg-Ludwig von Breitenbuch, des Präsidenten des Landesumweltamtes Heinz Bernd Bettig, der Leiterin des Geologischen Dienstes Katrin Kleeberg und der Bürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky an das Naturkundemuseum Chemnitz als Dauerleihgabe übergeben worden.
Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Die Freitaler Saurierplatte ist mehr als ein Stück Gestein. Sie ist ein einzigartiges Zeugnis sächsischer Erdgeschichte und ein Symbol für die Bedeutung geologischer Forschung. Sie zeigt, wie wichtig es ist, diese Schätze nicht nur zu bergen, sondern sie auch wissenschaftlich zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies gelingt nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Staatlichen Geologischen Dienst Sachsen und dem Naturkundemuseum Chemnitz. Mein herzlicher Dank gilt allen, die mit ihrer Expertise und ihrem Engagement diesen besonderen Moment möglich gemacht haben. Die Freitaler Saurierplatte hat nun in Chemnitz ein neues Zuhause gefunden, an einem Ort, an dem sie bewahrt, weiter wissenschaftlich erforscht und der Öffentlichkeit präsentiert wird.«
Die Freitaler Saurierplatte ist der einzige Fund dieser Qualität weltweit und von hoher wissenschaftlicher Bedeutung. Im Jahr 1901 wurde die Platte aus einer Tiefe von 300 Metern unter Tage im Steinkohlerevier in Freital bei Dresden im Bereich des Königin-Carola-Schachts geborgen und an die damalige Königliche Geologische Landesanstalt in Leipzig (heute Geologischer Dienst des LfULG) übergeben.
Lange bewegte die Landesgeologinnen und -geologen die Frage, wie sie dieses wissenschaftlich herausragende Fossil einer großen Öffentlichkeit zugänglich machen können. Die Wahl fiel auf das Naturkunde Museum Chemnitz. Seine geologische Ausstellung widmet sich genau jenem erdgeschichtlichen Zeitabschnitt, aus dem die Freitaler Saurierplatte stammt. So trifft Pantelosaurus dort auf den Versteinerten Wald von Chemnitz, der vor 291 Millionen Jahren aus der riesigen Glutwolke eines Vulkans entstanden ist und heute nur wenige Meter unter der Stadt Chemnitz liegt – was für eine Symbiose.
Fachlicher Hintergrund:
Bei der originalen Freitaler Saurierplatte handelt es sich um ein komplexes Objekt aus sechs eng miteinander verschränkten Skeletten und stellt das einzige Material der etwa 1,2 Meter langen Gattung Pantelosaurus dar (Hauße, 1902; v. Huene, 1925; Spindler, 2016). Der Pantelosaurus war ein Fleisch- bis Allesfresser und womöglich das größte Raubtier seines Ökosystems. Zur Einhordnung: Es handelt sich um keinen Dinosaurier.
Kopien der Fossilplatte aus den 1920er Jahren hängen weltweit in Museen von London bis New York. Im Jahr 2025 wurden zwei weitere Kopien mittels 3-D-Druck hergestellt. Eine davon hängt im Museum KohleWelt in Oelsnitz/Erzgebirge und die andere im Landesumweltamt in Pillnitz.
Dass heute das Original der Saurierplatte einen würdigen Platz im Naturkundemuseum Chemnitz gefunden hat, ist ein bewegender Moment für die Wissenschaftler und die sächsische Landesgeologie.
Geologischer Dienst Sachsen:
Der Staatliche Geologische Dienst Sachsens ist die zentrale geowissenschaftliche Fachbehörde des Freistaates. Organisatorisch ist er als Abteilung Geologie im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) verankert. Von der Geologischen Landesaufnahme, über Träger öffentliche Belange ist der Geologische Dienst u. a. auch für Fachstellungnahmen und die Begleitung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen zuständig. Beispielhaft genannt seien Infrastrukturvorhaben wie der Erzgebirgsbasistunnel der Eisenbahnneubaustrecke Dresden-Prag oder wissenschaftliche Großprojekte wie das Einstein-Teleskop in der Lausitz.
https://www.geologie.sachsen.de/freitaler-saurierplatte-30304.html