Kirchturm in Berthelsdorf nach zweijähriger Sanierung eingeweiht

18.09.2026, 16:32 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Freistaat förderte die Instandsetzung mit rund 540.000 Euro aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege

Der Kirchturm der Evangelischen Pfarrkirche Berthelsdorf (Ortsteil von Weißenborn/Erzgeb.) ist nach zweijähriger Bauzeit saniert. Staatsministerin Regina Kraushaar hat heute (18. September 2026) gemeinsam mit dem sächsischen Landeskonservator Alf Furkert an der Einweihung des Turms teilgenommen. Mit der restaurierten Turmuhr, den erneuerten Zifferblättern und den wieder erklingenden Glocken ist ein prägendes Wahrzeichen der Gemeinde Weißenborn für die Zukunft gesichert.

Staatsministerin Regina Kraushaar: »Der Kirchturm ist für viele Berthelsdorfer Heimat und liebgewordener, unersetzlicher Blickfang des Ortes. Und deshalb haben viele Verantwortung für dessen Rettung übernommen: Zuerst die Kirchgemeinde, gemeinsam mit der örtlichen Arbeitsgruppe und vielen Menschen vor Ort, die Spenden in Höhe von rund 46.000 Euro gesammelt haben. Aber das brauchte noch weitere Unterstützung, die die öffentliche Hand geleistet hat. Die Gemeinde Weißenborn hat 130.000 Euro beigesteuert, der Freistaat hat die Sanierung mit rund 540.000 Euro gefördert: Ich finde, dass dieses tolle Zusammenspiel zeigt, wie Denkmalschutz vor Ort gelingen kann. Und gekrönt wurde das erfolgreiche Vorhaben am letzten Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, mit dem Denkmalpreis des Landkreises Mittelsachsen 2026 – ich war dabei und konnte mich gemeinsam mit der Kirchgemeinde über diese verdiente Anerkennung freuen.«

Landeskonservator Alf Furkert, Landesamt für Denkmalpflege: »Bei einem Natursteinbau, der Wind und Wetter so stark ausgesetzt ist, entscheidet der Schutz der Bausubstanz vor eindringender Feuchtigkeit über den langfristigen Erhalt. In Berthelsdorf konnten die wesentlichen Schadensursachen behoben und das Mauerwerk mit denkmalgerechten Lösungen repariert werden. Das Ergebnis zeigt, was möglich ist, wenn Kirchgemeinde, Kommune, Fördergeber, Handwerk und Denkmalpflege Hand in Hand arbeiten.«

Die zwischen 1881 und 1883 errichtete Kirche ist ein eingetragenes Kulturdenkmal des Freistaates Sachsen, deren Turm auch das Wappen der Gemeinde Weißenborn ziert. Der neoromanische Bau aus Gneis und Sandstein war nach mehr als hundert Jahren erheblich geschädigt. Die exponierte Lage, historische Baumängel und ungeeignete Mörtel aus den 1950er-Jahren hatten dem Natursteinmauerwerk zugesetzt. Vor allem eindringendes Wasser gefährdete den dauerhaften Erhalt des Turms.

Bei der Sanierung des Kirchturms wurden deshalb unter anderem Bleiverwahrungen angebracht. Dabei deckt biegsames Walzblei die Fugen an Übergängen zwischen dem Mauerwerk und vorspringenden Bauteilen, etwa Gesimsen, ab. So wird verhindert, dass Regenwasser in das Natursteinmauerwerk eindringt. Das Außenmauerwerk wurde ebenfalls saniert. Dadurch konnte das Eindringen von Wasser in das Natursteinmauerwerk als zentrale Schadensursache beseitigt werden. Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen begleitete die Arbeiten über die gesamte Laufzeit fachlich.

Die Gesamtkosten der Sanierung beliefen sich auf rund 830.000 Euro. Die Mittel aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege hatte der Freistaat im August 2024 bewilligt. Der Eigenanteil der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Brand-Erbisdorf – Lichtenberg – Weißenborn wurde durch die lokale Arbeitsgruppe »Kirchturm Berthelsdorf«, mit Benefizkonzerten, Lesungen, und weiteren Spendenaktionen unterstützt.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
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