Wirtschaftsminister Panter: »Das Potenzial Vietnams ist riesig«

07.09.2026, 14:28 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Sachsen baut Wirtschaftsbeziehungen aus

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hat mit seiner Wirtschaftsdelegation Vietnam besucht, um bestehende politische und wirtschaftliche Beziehungen zu festigen und neue Kontakte zu knüpfen. Der Besuch war Teil seiner Südostasienreise, die ihn zuvor nach Taiwan geführt hatte – unter anderem zu politischen Gesprächen, einer Keynote auf dem EU-Investitionsforum, Gesprächen mit TSMC, mit weiteren Unternehmen und Investoren und einem Besuch auf der weltgrößten Halbleitermesse SEMICON Taiwan in Taipeh.

In Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt standen Umwelt- und Energietechnik, Wasseraufbereitung und Kunststoffverarbeitung im Mittelpunkt. Hinzu kamen hochrangige Gespräche in Ministerien und der Volksvertretung. Ein weiteres wichtiges Thema war die Sicherung des Fachkräftebedarfs durch internationale Kooperationen im Bildungsbereich.
In Hanoi traf Minister Panter unter anderem Vizeminister Nguyen Tuong Van im vietnamesischen Bauministerium sowie Nguyen Viet San, Deputy Director General im Wirtschaftsministerium. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit bei Infrastruktur, Umwelt- und Energietechnik, Wasserwirtschaft und Fachkräften. Bei Unternehmensbesuchen, unter anderem bei der Vietnam HTMP Company, informierte sich die Delegation über die dortige Kunststoffverarbeitung.
Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Es ist sehr wichtig, den Kontakt mit Vietnam zu pflegen, das Potenzial ist riesig, denn das Land befindet sich in einem rasanten Wachstum, von dem auch wir profitieren können. Ob Wasserwirtschaft, Halbleiter, Bahntechnik oder Maschinenbau – das Potenzial ist riesig. Auch beim Thema Fachkräfte bieten sich Möglichkeiten die Kooperation mit Vietnam noch zu vertiefen. Bei den politischen Gesprächen war zudem immer wieder zu spüren, dass Deutschland einen hervorragenden Ruf genießt und unsere Expertise sehr gefragt ist.«

In Hoa Binh – nördlich von Hanoi - besuchte die Delegation eine Wasseraufbereitungsanlage von AONE, die gemeinsam mit der Leipziger Tilla GmbH betrieben wird. Die Leipziger Wasserexperten waren maßgeblich an der Planung und am Bau beteiligt, genauso wie jetzt auch am Betrieb.
Tilla-Geschäftsführer Christophe Hug: »Trinkwasser ist in Vietnam keine Selbstverständlichkeit. Erst 20 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Wasser aus der Leitung. Wir unterstützen das Land dabei, die notwendige Technologie aufzubauen und die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.« In der Provinz Hoa Binh wurde erst im April eine Anlage eingeweiht, die täglich 150.000 Kubikmeter Flusswasser aufbereiten kann. Damit können rund zwei Millionen Menschen – bis in die Stadtgebiete der Hauptstadt Hanoi – mit Trinkwasser versorgt werden.

Wirtschaftsminister Panter: »Vietnam hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der dynamischsten Wirtschaftspartner Deutschlands in der Region entwickelt – als Produktionsstandort, Absatzmarkt und Kooperationspartner. Wir haben auf dieser Reise wichtige Schritte unternommen, um bestehende Kontakte zu festigen und Sachsen als innovationsstarken und verlässlichen Partner zu positionieren. Die Zukunft unserer Zusammenarbeit liegt in der Verbindung von Handel, Bildung, Wissenschaft und der gezielten Entwicklung von Talenten.«

Der letzte Teil der Reise in Ho-Chi-Minh-Stadt fand ohne Wirtschaftsminister Panter statt. Er reiste vorzeitig nach Sachsen zurück, aufgrund der aktuellen Entwicklungen bei Volkswagen und dem Standort Mosel/Zwickau. Vorausgegangen war die überraschende einstimmige Billigung weiter Teile des Vorstands-Sanierungskonzepts durch den VW-Aufsichtsrat am Donnerstagabend.
Der Landtagsabgeordnete und Staatsminister a.D. Thomas Schmidt übernahm in Vietnam die Leitung der Delegation und führte die politischen Gespräche unter anderem mit dem Chairman von Saigon, im Deutschen Haus sowie beim sächsisch-vietnamesischen Netzwerkabend.

Hintergrund:

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vietnam und Sachsen basiert auf langjährigen Verbindungen, die bis in die Zeit vor 1989 zurückreichen. Zehntausende Vietnamesinnen und Vietnamesen haben im Osten Deutschlands studiert, eine Ausbildung absolviert und gearbeitet. Auch nach der Friedlichen Revolution blieben viele von ihnen und bauten sich eine Existenz auf. Heute prägen sie als respektierte und etablierte Gemeinschaft das Wirtschafts- und Kulturleben, insbesondere in den größeren Städten. Leipzig beherbergt die größte vietnamesische Gemeinde Sachsens mit über 4.000 Mitgliedern und ist seit 2021 in einer Städtepartnerschaft mit Ho-Chi-Minh-Stadt verbunden. Die starke vietnamesische Community in Sachsen bildet eine wichtige Basis für den zwischenstaatlichen und wirtschaftlichen Austausch.

Die Reise wurde gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) organisiert. Der Landtagsabgeordnete und Staatsminister a.D. Thomas Schmidt, Vertreter sächsischer Kammern, die Wirtschaftsbürgermeister von Leipzig und Dresden und sächsische Halbleiterexperten aus Forschung und Wirtschaft begleiteten den Minister nach Taiwan und Vietnam.

Zuletzt hatte im Jahr 2018 eine Delegation unter Leitung des sächsischen Wirtschaftsministers den rund 100 Millionen Einwohner zählenden Staat Vietnam besucht.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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