Leipzig: Elsterbecken wird von Sedimenten befreit - Ökologische Aufwertung und Hochwasserschutz

08.09.2026, 10:48 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen plant ab September 2026 Sedimente aus dem Leipziger Elsterbecken (Weiße Elster) zu entfernen. Seit heute (Dienstag, 8. September 2026) laufen die Bauvorbereitungen dafür. Insgesamt sollen rund 7.500 Kubikmeter Ablagerungen beseitigt werden. Die Arbeiten sollen bis Ende Oktober 2026 dauern und kosten rund 400.000 Euro, finanziert aus Mitteln des Bundes.

Die Sedimente werden entlang des linken Ufers des Elsterbeckens zwischen der Zeppelinbrücke und dem Palmengartenwehr entnommen. Dafür wird ein hydraulisches Baggerverfahren genutzt. Im sogenannten Saug-Spül-Verfahren wird ein Sediment-Wasser-Gemisch am Gewässerboden aufgenommen und über eine Spülleitung auf ein rund zwei Kilometer entfernte Sedimentationsbecken in Leipzig-Möckern transportiert. Dort wird der Schlamm getrocknet. Danach werden die teilweise stark mit Schadstoffen belasteten Sedimente in Abstimmung mit der zuständigen Abfallbehörde fachgerecht entsorgt.

Das Wasser wird über ein Entwässerungssystem abgeleitet. Die Spülleitung quert den Radweg auf dem rechten Hochwasserschutzdeich der Neuen Luppe im Bereich Marienweg in Leipzig-Möckern. Radfahrer werden gebeten in diesem Bereich abzusteigen.

Mit der regelmäßigen Sedimentberäumung wird die hydraulische Leistungsfähigkeit des Elsterbeckens aufrechterhalten, so dass der Hochwasserschutz für Leipzig gewährleistet bleibt. Mit Hilfe des Beckens ist die Stadt vor Überschwemmungen geschützt, wie sie statistisch alle 150 Jahre vorkommen (HQ150).

Außerdem sollen die Abflussverhältnisse bei Niedrig- und Hochwasser sowie die Lebensbedingungen für aquatische Lebewesen deutlich verbessert und ihre Wanderkorridore reaktiviert werden. Das Gewässer wird somit ökologisch aufgewertet und entspricht dann den Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Die Sedimentberäumung wurde beim Amt für Umweltschutz der Stadt Leipzig und der Fischereibehörde angezeigt. Die Arbeiten werden von einer ökologischen Baubegleitung und dem Anglerverband betreut.

Hintergrundinformation
Das Elsterbecken in Leipzig wurde zwischen 1913 und 1925 zum Schutz vor Hochwasser gebaut. Gleichzeitig diente es analog der Hamburger Binnenalster als städtebauliches Element. An den Ufern des damals größten Gewässers der Region wurden Parkanlagen, Badestellen und Bootshäuser sowie später das Leipziger Zentralstadion errichtet.

Seit dem Hochwasser 2013, bei dem es zu einem hohen Sedimenteintrag kam, wird dieser regelmäßig alle ein bis zwei Jahre in verschiedenen Bereichen des Elsterbeckens entfernt. Dafür nutzt die Landestalsperrenverwaltung hydraulische oder mechanische Baggerverfahren. Die Sedimentberäumung kann nur abschnittsweise erfolgen, da das Sedimentationsbecken eine begrenzte Kapazität hat. Die letzten Arbeiten dazu fanden zwischen Oktober und Dezember 2024 statt.


Kontakt

Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

Pressesprecherin Katrin Schöne
Telefon: +49 3501 796 378
Telefax: +49 3501 796 116
E-Mail: presse@ltv.sachsen.de

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