Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Wir sichern die Wasserversorgung von morgen«

14.08.2026, 13:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Umweltminister besichtigt Bauarbeiten für neue Filteranlage im Wasserwerk Einsiedel

Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch hat am Freitag (14.08.) das Wasserwerk Einsiedel besucht und sich über den Fortschritt beim Bau der neuen Filteranlage informiert. Diese Anlage reagiert auf die neuen Herausforderungen aufgrund des Klimawandels bei der Wasseraufbereitung und wird auch künftig eine verlässliche Trinkwasserqualität gewährleisten.

Das Wasserwerk ist ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Trinkwasserversorgung in der Region Chemnitz, Mittelsachsen und dem Erzgebirgskreis. Es versorgt rund 400.000 Menschen zuverlässig mit hochwertigem Trinkwasser.

»Dass wir jederzeit den Wasserhahn aufdrehen können und sauberes Trinkwasser daraus fließt, erscheint vielen selbstverständlich. Tatsächlich steckt dahinter aber viel Fachwissen, moderne Technik und großes Engagement. Dafür danke ich allen, die jeden Tag dafür sorgen, dass Trinkwasser zuverlässig, hochwertig und sicher bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt«, sagte Umweltminister von Breitenbuch. »Mit der neuen Filteranlage investieren wir gemeinsam in die Resilienz der Wasserversorgung und damit in die Sicherheit kommender Generationen.«

Der Zweckverband Fernwasser Südsachsen bereitet Rohwasser aus den Trinkwassertalsperren in neun Wasserwerken auf und liefert es über ein Fernwasserverbundsystem an seine Verbandsmitglieder. Dazu gehören sieben regionale Wasserzweckverbände sowie die eins energie in Sachsen GmbH. Die Südsachsen Wasser GmbH übernimmt die Betriebsführung und Projektsteuerung für den Zweckverband.

Die derzeit laufende Erweiterung der Filteranlage im Wasserwerk Einsiedel ist Teil des Gesamtprojekts »Huminstoffbedingte Wasserwerksertüchtigung im Wasserwerksverbund Burkersdorf/Einsiedel«. Die neue Anlage soll 2028 in Betrieb genommen werden. Im Wasserwerk Burkersdorf ist anschließend von 2028 bis 2030 der Neubau einer Grobaufbereitung vorgesehen.

Anlass für die Investitionen sind unter anderem zunehmende Einträge von so genannten Huminstoffen in die Zuflüsse der Trinkwassertalsperren. Starkregenereignisse und langanhaltende hohe Temperaturen können diese Entwicklung im Zuge des Klimawandels verstärken. Da sich die Einträge in den Wassereinzugsgebieten nur begrenzt beeinflussen lassen, muss die Aufbereitungstechnologie in den Wasserwerken entsprechend weiterentwickelt werden. Die neue Filteranlage in Einsiedel wird das Wasser künftig in zwei aufeinanderfolgenden Stufen aufbereiten. Dadurch verbessern sich sowohl das Aufbereitungsergebnis als auch die Flexibilität bei wechselnden Rohwasserqualitäten. Zugleich steigt die Aufbereitungskapazität um rund 20.000 Kubikmeter pro Tag.

Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen rund 60 Millionen Euro netto. Davon entfallen 46,3 Millionen Euro auf die Erweiterung der Filteranlage im Wasserwerk Einsiedel und rund 14 Millionen Euro auf die Maßnahmen im Wasserwerk Burkersdorf. Der Freistaat Sachsen finanziert das Gesamtvorhaben zur Hälfte.
Staatsminister von Breitenbuch würdigte ausdrücklich die Zusammenarbeit des Zweckverbandes Fernwasser Südsachsen, der kommunalen Aufgabenträger, der Südsachsen Wasser GmbH sowie der beteiligten Planungs- und Bauingenieure und sächsischen Behörden.

Hintergrund:
Die Geschichte der Trinkwasserversorgung am Standort Einsiedel reicht bis ins Jahr 1894 zurück. Damals wurden die erste sächsische Trinkwassertalsperre und das dazugehörige Wasserwerk in Betrieb genommen. Die Talsperren Neunzehnhain 1 und 2, die Talsperre Einsiedel sowie die 1933 in den Verbund integrierte Talsperre Saidenbach bilden heute das Talsperrensystem Mittleres Erzgebirge.
Die Talsperre Einsiedel dient als Ausgleichs- und Pufferspeicher und stellt die optimale Wasserüberleitung zum Wasserwerk Einsiedel sicher. Das Trinkwasser der Stadt Chemnitz stammt bis heute vollständig aus Talsperren.
Die Bauarbeiten im Wasserwerk Einsiedel haben 2025 mit dem Baugrubenaushub für die Filterhalle begonnen. Am 11. Juni 2026 wurde der Grundstein für die neue Filteranlage gelegt. Die Trinkwasserversorgung der Region bleibt während der gesamten, bis 2030 geplanten Bauzeit aufrechterhalten. Dafür erfolgt die Umsetzung in mehreren Bauabschnitten.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecherin Corinna Saring
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: presse@smul.sachsen.de
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