Erfolgreiche Sanierung der Küche der Justizvollzugsanstalt Chemnitz
07.08.2026, 11:38 Uhr — Erstveröffentlichung
Chemnitz (7. August 2026) – Nach über 2-jähriger Bauzeit wurde gestern in einem feierlichen Rahmen die sanierte Küche vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement Niederlassung Chemnitz an die Justizvollzugsanstalt Chemnitz als Nutzerin übergeben. Hierdurch erhalten die dort eingesetzten 5 Bediensteten, welche insgesamt bis zu 16 dort beschäftigte Gefangene fachlich anleiten und beaufsichtigen, moderne Arbeitsbedingungen.
Der Küchenbetrieb in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz hat eine wechselhafte Geschichte. Noch in den 1970er Jahren bis zur vorübergehenden Schließung im Jahr 1991 war die Anstaltsküche mit Gefangenenspeisesaal in einem der Hauptgebäude untergebracht – jeweils getrennt in eine Küche für Gefangene und eine Küche für Bedienstete. Nach Wiederinbetriebnahme der Anstalt im Jahr 1997 bis zum Jahr 2002 erfolgte die Verpflegung der Gefangenen durch eine Fremdfirma. Der notwendige Neubau der Anstaltsküche erfolgte 2000 bis 2002. Nunmehr war aufgrund der regulären Abnutzung nach über 20 Jahren Dauerbetrieb eine grundhafte Sanierung erforderlich geworden.
Bei der Anstaltsküche handelt sich um einen Betrieb mit über 500 Quadratmetern Hauptnutzfläche, welcher mit einem offenen Koch- und Bratbereich, Kühl- und Tiefkühlräumen sowie Funktionsräumen wie Aufenthaltsräumen für Bedienstete und Gefangene ausgestattet ist. Die Baukosten für die Sanierung beliefen sich auf rund 8,5 Millionen EUR und wurden mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts. Täglich werden dort die Mittagessen sowie die Kaltverpflegung für Frühstück und Abendbrot für die über 200 Gefangenen der JVA Chemnitz zubereitet. Dies ist aktuell mit einem zur Verfügung gestellten Verpflegungssatz für die eingesetzten Rohstoffe von 4,00 EUR pro Gefangener/Gefangenem pro Tag für alle drei Mahlzeiten zu bewerkstelligen.
Herr Jürgen Frank, Anstaltsleiter der JVA Chemnitz: "Die Verpflegung der Gefangenen stellt einen bedeutsamen Teil der gesetzlichen Grundversorgung dar und hat nicht zuletzt auch Auswirkungen auf das Klima und damit auf die Sicherheit einer Anstalt. Zudem trägt eine gesunde Ernährung auch einen bedeutsamen Teil zum Resozialisierungsprozess bei, denn auch die körperliche Verfassung der Gefangenen ist hierbei nicht außer Acht zu lassen. Umso erfreulicher ist, dass hier durch eine zielorientierte und konstruktive Zusammenarbeit mit der staatlichen Immobilien- und Bauverwaltung als auch mit den externen Auftragnehmern innerhalb einer überschaubaren Bauzeit die erforderliche Sanierung vorgenommen werden konnte."
Die Anstaltsküche dient vornehmlich den Zweck, die Eigenversorgung der Anstalt für die Gefangenen zu sichern. Die Ausspeisung erfolgt entweder in den einzelnen Haftbereichen oder in den Aufenthaltsräumen der übrigen Betriebe der Anstalt. Bei Bedarf kann auch ein Catering für interne Veranstaltungen – zuletzt fand beispielsweise eine Fachtagung in der JVA Chemnitz statt – realisiert werden. Zudem haben auch Bedienstete und zeitweise in der Anstalt Tätige (z.B. Handwerker/innen, Techniker/innen oder Gäste anderer Behörden) die Möglichkeit, ein Mittagessen zu erwerben. Gewählt werden kann zwischen Normalkost und vegetarischer Kost.
Mit Stichtag zum 01.08.2026 waren in der JVA Chemnitz 225 Gefangene untergebracht. Die Beschäftigungsquote liegt bei rund 66 %. Die Gefangenen befinden sich in Maßnahmen der beruflichen oder schulischen Bildung, in der Arbeitstherapie oder in vollzuglicher Arbeit im Einsatz.
Für weiteres Interesse zum Thema Arbeit und Bildung in Haft inklusive der hergestellten Produkte und Bestellmöglichkeiten wird auf den Webshop des sächsischen Justizvollzugs unter www.gitterladen.de verwiesen. Weitere Informationen zur Justizvollzugsanstalt Chemnitz finden Sie auf der Homepage unter https://www.justiz.sachsen.de/jvac/.