Umweltminister von Breitenbuch: »Der Regen täuscht – die Trockenheit bleibt«

28.07.2026, 14:36 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Die Niedrigwassersituation in Sachsen bleibt weiter angespannt. Nach Auswertung der aktuellen Pegelmessungen hat sich die Lage an zahlreichen Fließgewässern und Grundwasserkörpern im Freistaat sogar verschärft. Die örtlichen Niederschläge der vergangenen Tage reichten nicht aus, um die tiefgreifenden Folgen der langanhaltenden Trockenheit zu mildern.

Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch warnt daher vor einer trügerischen Wahrnehmung der Situation: »Der Regen vom Wochenende täuscht über die tatsächliche Lage hinweg. Unseren Flüssen fehlt Wasser, und das auf historisch niedrigem Niveau. Das gilt auch für das Grundwasser. Wir müssen uns bewusst machen, dass die Dürre kein kurzfristiges Ereignis, sondern eine strukturelle Herausforderung ist. Deshalb müssen wir unser Land darauf vorbereiten – technisch, organisatorisch und gesellschaftlich.«

Die wöchentliche Wasserhaushaltsanalyse des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) zeigt, dass 60 Prozent der ausgewerteten 150 Pegel im Niedrigwasserbereich liegen (Stand 28.07.). Rechnet man Pegel hinzu, deren Durchflüsse nahe der Niedrigwassermarken liegen, betrifft es 85 Prozent aller Messstellen. Auch das Grundwasser bleibt stark unterdurchschnittlich: An 85 Prozent der 313 Messstellen wurde der monatstypische Grundwasserstand um mehr als 59 Zentimeter unterschritten – deutlich mehr als im Vorjahresmonat, in dem die Unterschreitung bei durchschnittlich 38 Zentimetern lag.

Um die Wasserversorgung in Sachsen in Zeiten zunehmender Trockenheit langfristig zu gewährleisten, hat die Staatsregierung 2024 das Handlungsprogramm »Zukunft Wasser für Sachsen« gestartet. Es berücksichtigt sowohl Extremwetterereignisse wie Hochwasser, Starkregen und Dürre als auch den steigenden Wasserbedarf durch Industrie, Tourismus und die Bergbaufolgeregionen. Parallel erarbeitet das Umweltministerium ein Konzept zum Niedrigwasserrisikomanagement, das in diesem Jahr fertiggestellt wird. Vorgesehen sind unter anderem eine webbasierte Plattform für Dürre- und Niedrigwasserrisiken sowie methodische Grundlagen für den Wasserrückhalt in der Fläche.

Angesichts der anhaltenden Trockenheit mahnt Staatsminister von Breitenbuch zu einem sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser: »Wasser zu sparen ist kein Zeichen von Verzicht, sondern von Verantwortung. Jeder Liter, den wir heute nicht verbrauchen, hilft uns morgen, die Versorgung zu sichern.« Hilfreich ist es, Geschirrspüler und Waschmaschinen nur voll beladen zu nutzen, zu duschen statt zu baden, Felder und Gärten nur nachts oder früh morgens zu bewässern und dabei Regenwasser zu verwenden.

Der Wochenbericht zur Situation des Wasserhaushalts im Freistaat Sachsen (Stand 28.07.) steht unter https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/infosysteme/lhwz/download/2026_07_28_wobe.pdf zur Verfügung.
Daten zur aktuellen Niedrigwassersituation sind zu finden unter https://www.wasser.sachsen.de/niedrigwasser-15753.html.

Weitere Informationen zum Thema Wasser in Sachsen: https://www.wasser.sachsen.de und https://www.wertvolles-wasser.sachsen.de.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecherin Corinna Saring
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: presse@smul.sachsen.de
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