11 Millionen Euro für 13 neue Interreg-Projekte: Sachsen und Tschechien stärken gemeinsamen Grenzraum

28.06.2026, 10:45 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Kraushaar: »Auch künftig brauchen unsere Regionen starke, grenzübergreifende Programme«

Der Begleitausschuss des Programms Interreg Sachsen-Tschechien 2021 bis 2027 hat in Chemnitz die Förderung von 13 neuen grenzüberschreitenden Projekten beschlossen. Dafür stehen 11,07 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Damit sind die im aktuellen Interreg-Programm abrufbaren Mittel fast vollständig ausgeschöpft. Seit Beginn des Förderzeitraums wurden bisher 122 Projekte mit rund 133 Millionen Euro EFRE-Förderung unterstützt. Die jetzt ausgewählten Vorhaben stärken die Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Tschechien in zentralen Zukunftsbereichen – von Wasserstofftechnologie, Grundwasservorsorge, Brand- und Katastrophenschutz über Natur- und Artenschutz, Umweltbildung, nachhaltigen Tourismus, Kulturerbe bis hin zu beruflicher Weiterbildung und Verwaltungszusammenarbeit.

Staatsministerin Regina Kraushaar: »In den sächsischen Grenzregionen wird der europäische Gedanke von zahlreichen Menschen jeden Tag gelebt. Durch das Interreg-Programm rücken viele von ihnen noch enger zusammen. Sie erarbeiten gemeinsam Lösungen für Zukunftsfragen und Herausforderungen, die auf beiden Seiten der Grenze relevant sind. Damit diese erfolgreiche Zusammenarbeit fortgesetzt wird, braucht es auch künftig starke Programme wie Interreg – und vor allem ausreichend regionalen Gestaltungsspielraum in der europäischen Förderpolitik.«

Wasserstoff-Hubs, Geologie und Umweltbildung – diese Vorhaben werden finanziell unterstützt

Im Projekt »ReH2gion« verknüpfen der Wirtschafts- und Sozialrat der Region Ústí und der HZwo e. V. die Wasserstoffaktivitäten im Grenzraum. In Ústí und Chemnitz entstehen dafür zwei miteinander verbundene H2-Hubs als Anlaufstellen für Unternehmen, Forschung und Verwaltung. Sie sollen vorhandenes Wissen bündeln, Partner zusammenbringen, Beratung ermöglichen und gemeinsame Projektideen vorbereiten. So werden bestehende Initiativen besser nutzbar gemacht und die industrielle Transformation beider Regionen unterstützt. Das Vorhaben wird mit rund 0,49 Millionen Euro aus EU-Mitteln unterstützt.

Das Projekt »Inge-PDZ« der TU Bergakademie Freiberg, der Karls-Universität Prag und des Tschechischen Geologischen Dienstes untersucht die Petrovice-Döbra-Zone – eine tektonische Verwerfung im Osterzgebirge an der deutsch-tschechischen Grenze. Durch geophysikalische und hydrogeologische Untersuchungen, ein grenzübergreifendes Geoinformationssystem sowie ein gemeinsames 3D-Modell sollen tektonische Strukturen und Grundwasserverhältnisse besser bewertet werden. Die Ergebnisse können künftig helfen, mögliche Auswirkungen großer Infrastruktur- und Bergbauvorhaben auf Grundwasser, Oberflächengewässer und Trinkwasserversorgung frühzeitig einzuschätzen. Die EU-Förderung beträgt rund 1,25 Millionen Euro.

Im Projekt »EnvEdu2026+« bauen das Zentrum für ökologische Bildung der Region Liberec und das Naturschutzzentrum »Zittauer Gebirge« gGmbH die grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Umweltbildung zwischen dem Liberecký kraj und dem Landkreis Görlitz aus. Dafür werden Umweltbildungseinrichtungen, Schulen, Hochschulen und öffentliche Verwaltung besser vernetzt. Geplant sind eine gemeinsame Datenbank mit strategischen und methodischen Materialien, eine Untersuchung der Umweltbildung an Schulen, ein Strategiepapier für die weitere Zusammenarbeit sowie ein Modellprogramm, das auf beiden Seiten der Grenze erprobt wird. So sollen vorhandenes Wissen besser genutzt und dauerhafte Kooperationen im Grenzraum ermöglicht werden. Dafür sind rund 0,34 Millionen Euro aus EU-Mitteln vorgesehen.

Hintergrund:
Für das Programm Interreg Sachsen-Tschechien 2021 bis 2027 stehen rund 190 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden Projekte in den Bereichen Innovation, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit, Bildung, Kultur, Tourismus sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit. Der Begleitausschuss setzt sich aus Vertretern beider Länder zusammen und entscheidet auf Basis geprüfter und bewerteter Projektanträge über die Förderung. Dem Gremium gehören insgesamt 28 stimmberechtigte sächsische und tschechische Mitglieder aus der öffentlichen Verwaltung, den Euroregionen sowie aus Wirtschaft, Wissenschaft, Tourismus, Umwelt- und Naturschutz, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft an. Es begleitet die Umsetzung des Programms und entscheidet über die Förderung der eingereichten Projekte.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
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